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Der Bad Camberger Bürgermeister will in die zweite Amtsperiode gehen

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Von: Petra Hackert

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Bad Camberg - Der Termindruck hat zugenommen. Ausschüsse, Stadtverordnetenversammlung, Ortsbeiräte, Vereine, die - pandemiebedingt - eine ganze Menge Veranstaltungen nachholen. Jens-Peter Vogel ist fast jeden Abend unterwegs. Das nicht nur bei den Jubiläen, wenn viele darauf schauen, ob der Bad Camberger Bürgermeister unter den Gästen ist. Sehr viel Zeit kosten die vermeintlich kleinen Dinge - wie die Arbeit in den Stadtteilen mit den Ortsbeiräten. Er wolle wissen, wo der Schuh drücke, sei es in Dombach, Schwickershausen, Oberselters, Würges, Erbach oder Bad Camberg. „Ich gehe da hin“, sagt der Bad Camberger Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD).
Bad Camberg - Der Termindruck hat zugenommen. Ausschüsse, Stadtverordnetenversammlung, Ortsbeiräte, Vereine, die - pandemiebedingt - eine ganze Menge Veranstaltungen nachholen. Jens-Peter Vogel ist fast jeden Abend unterwegs. Das nicht nur bei den Jubiläen, wenn viele darauf schauen, ob der Bad Camberger Bürgermeister unter den Gästen ist. Sehr viel Zeit kosten die vermeintlich kleinen Dinge - wie die Arbeit in den Stadtteilen mit den Ortsbeiräten. Er wolle wissen, wo der Schuh drücke, sei es in Dombach, Schwickershausen, Oberselters, Würges, Erbach oder Bad Camberg. „Ich gehe da hin“, sagt der Bad Camberger Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD). Das meiste sei nicht publikumswirksam. Manche Initiative fordere Zeit, und nicht alles sei so gelungen, wie er sich das am Anfang seiner Amtszeit vor gut fünfeinhalb Jahren vorgestellt hatte. Die Verkehrsanbindung der kleineren Stadtteile ist so ein Thema. „Das ist nicht so, wie wir das gerne hätten“, gibt der 54-Jährige zu. Doch die Zusammenarbeit mit den neuen Gremien - bei der Kommunalwahl im letzten Jahr gab es einige Veränderungen - sei ihm wichtig. Das auch nach dem offiziellen Dienstschluss im Rathaus. Und tatsächlich: Eine Neuerung für alle Stadtteile sei gelungen, die man nicht auf den ersten Blick sieht, aber die Lebensqualität verbessert: „Schnelles Internet durch Glasfaser wird in allen Stadtteilen durch Deutsche Glasfaser bzw. Deutsche GigaNetz umgesetzt. Dank zweier neuer Mobilfunkmasten in Dombach und Schwickershausen sind nun auch die dortigen Versorgungslücken gelöst, und es kann per Handy telefoniert werden.“ Das alles kommt zur rechten Zeit, gerade mit Blick auf die verstärkten Möglichkeiten, die das Arbeiten im Homeoffice seit Corona für viele Menschen bietet. Worauf ist er stolz? Dabei fällt dem Verwaltungs-Chef als erstes die Brita-Ansiedlung ein. Ein Global Player mit heimischen Wurzeln - Taunusstein ist nicht weit entfernt. „Das ist eine Neuansiedlung, die sehr gut zu uns passt“, sagt Vogel. Nicht nur, weil die Kurstadt und das Wasser quasi zusammengehören. Auch deshalb, weil das Unternehmen sehr großen Wert auf ökologische Standards lege. Seine Absicht: Die Zusammenarbeit weiter vertiefen. Es gebe bereits Ansätze. Das Wasser führt zum nächsten Thema: die Kur. „Mit Michael Sinn haben wir als Kurdirektor einen Fachmann gefunden, der sich von Anfang an eingesetzt und gute Ideen beigesteuert hat“, sagt Vogel. Das sei nötig, denn auch hier gebe es Baustellen - mit Verweis auf das Kurmittelhaus. „Für einen einzelnen Mieter ist es wahrscheinlich zu groß. Wir machen uns Gedanken, wie es da weitergehen kann. Mehrere Nutzer sind eine Idee, aber das muss auch zusammenpassen.“ Geschäftsleute müssen kämpfen Zusammen - das ist ein Stichwort, das in Bad Camberg wichtig ist. Gemeinsame Arbeit. „Durch die Pandemie war vieles nicht so präsent. Die Geschäftsleute haben sehr kämpfen müssen und man sieht, dass es Veränderungen gegeben hat“, sagt Vogel mit Blick auf die Altstadt. Aber: „Uns gelingt es gerade, Leerstände zu beseitigen.“ Bad Camberg hat gleich zweimal von der Hessischen Innenstadt-Offensive profitiert. Die zweite Welle wurde gerade bewilligt. Bis Ende nächsten Jahres erhält das älteste hessische Kneipp-Heilbad insgesamt 500 000 Euro Landesmittel durch das Förderprogramm „Zukunft Innenstadt“. Ein Teil davon wird als Mietzuschuss genutzt. „Wir hoffen, dass sich diese Läden anschließend etabliert haben. Ein lebendiges Umfeld ist für alle gut, auch die Alteingesessenen. Deshalb engagieren sich hier so viele.“ Engagiert bei den Ferienspielen Engagement: Jens-Peter Vogel weiß, wie stark das in den Vereinen ist. Sein eigenes Hobby - die Arbeit bei den Bad Camberger Ferienspielen - ist durch die Bürgermeister-Termine stärker in den Hintergrund geraten, als es ihm lieb ist. „Zum Glück gibt es an so vielen Stellen Menschen, die das gut machen.“ Damit meint er noch mehr: Die Aktiven der Amthof-Festspiele, die mit ihren Aufführungen gerade über 2000 Zuschauer in die Innenstadt gezogen haben, die Vereine, die im ersten fast normalen Sommer nach Corona wieder dafür gesorgt haben, dass es Kontakte, Gespräche, Austausch gibt, die Initiativen der Stadt - wie zum Beispiel „Sommer im Park“. Die Kulturreihe ist dieses Jahr richtig durchgestartet. „So etwas wirkt weit über unsere Grenzen hinaus. Das schreibe ich nicht mir auf die Fahnen, die Idee gab es ja schon vorher. Nur ist es wichtig, diese Arbeit auch zu würdigen. Und einen Teil davon leisten wir als Stadtverwaltung.“ Die Verwaltung: Schnell werde geschimpft und „Bashing“ in den sozialen Medien betrieben. „Das tut keinem gut“, sagt Jens-Peter Vogel. Er bemühe sich um Sachlichkeit, nehme sich der Themen an. „Auch wenn manches nicht so schnell geht, wie wir das gerne hätten.“ Schnell: Das hat bei der Bahnhofstraßen-Sanierung geklappt. Hessen Mobil hat den selbst gesetzten Zeitplan unterschritten. Nur: „Die Sanierung der Brücke über die Bahnlinie braucht mehr Zeit, das war von Anfang an klar“, sagt Vogel. „Als Stadt ist das nicht unsere Baustelle, aber natürlich kommt die Kritik bei uns an, und wir stehen im Kontakt mit der Landesbehörde.“ Die Umleitung über Erbach sei für viele anstrengend. Er dankt allen, die Verständnis zeigten. Auch wenn viel geschimpft werde. B-8-Umgehung: „Da will ich mich nicht mit fremden Federn schmücken“, sagt der Bad Camberger Bürgermeister. Fast fünf Jahrzehnte hätten so viele dafür gekämpft. „Ich bin froh, dass die Realisierung in meine Amtszeit fällt.“ Freibad-Sanierung: Diese Baustelle ist intensiv. „Wir hatten eine gute Badesaison, weil es so heiß war. Wir haben ja nicht zugeheizt. Der geplante Neubau an der bisherigen Stelle wird Kraft und Geld kosten“, sagt Vogel mit Blick auf die 14 Millionen Euro, die dafür veranschlagt sind. „Klar ist, dass wir als Kurstadt ein Freibad brauchen. Da sind sich alle Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung einig.“ In den Gremien oft Übereinstimmung Stadtpolitik: In den politischen Gremien herrsche bei den großen Themen oft Übereinstimmung. Gerade im Magistrat oder den Ausschüssen werde sachlich und konstruktiv zusammengearbeitet. In der Stadtverordnetenversammlung sei er manchmal erstaunt, wie sich Positionen veränderten, wenn das Ganze vor einer breiteren Öffentlichkeit diskutiert wird. Menschen zusammenbringen: Das sei gerade hervorragend beim Stadt-Spiele-Spektakel (Vorbild: „Spiele ohne Grenzen“) gelungen, eine Ab-in-die-Mitte Aktion, die die Stadtteile in den Mittelpunkt gerückt habe. „So viel Leben in der Innenstadt an einem solchen Tag. Diese Initiativen müssen wir weiter verfolgen.“ Interkommunale Projekte: Sehr wichtig sei hier das Feuerwehr-Dienstleistungszentrum mit Beteiligung von Bad Camberg, Brechen, Hünfelden, Selters und Weilrod. „Wir sind da auf einem guten Weg, denn es soll zur Entlastung des Ehrenamts beitragen.“ Er weiß: „Brandschutz ist eine Pflichtaufgabe der Kommunen. Doch ohne den starken ehrenamtlichen Einsatz, den wir hier haben, und das schon seit Jahrzehnten, ginge das so nicht.“ Personalsituation: Das treffe ebenfalls auf alle Kommunen zu: Gute Leute würden gesucht. „Gerade fällt es in den Bauämtern auf. Das gilt nicht nur für die Führungsspitze, sondern auch für Ingenieure, Architekten. Doch das gilt nicht nur für diesen Arbeitsbereich.“ Die Kommunen bräuchten qualifizierte Mitarbeiter und böten vielfältige Berufschancen. Dafür werben - das wolle die Stadt auch in den Schulen. Und vermitteln, damit die Übergänge vom Schulleben in den Beruf besser gelängen. „Deshalb haben wir den Berufs-Informationstag in Zusammenarbeit mit der Taunusschule und hiesigen Betrieben ins Leben gerufen. Pandemiebedingt hat die Veranstaltung gelitten, aber wir konnten sie in diesem Jahr wieder starten.“ Im Handwerk gebe es zum Beispiel solch eine starke Nachfrage - hier sei wichtig, die richtigen Leute zusammenzubringen. Das gelte sogar noch übergreifender: Mit den Partnerstädten Chambray-lès-Tours und Bad Sulza habe Bad Camberg kompetente Kommunen mit einer engagierten Bevölkerung an der Seite, die gleichfalls Austausch-Möglichkeiten böten. Gerade mit Blick auf den Schüleraustausch gebe es wieder Initiativen und Ideen. „Auch das hatte unter der Pandemie gelitten.“ Weichen stellen: Das wolle er auch bei sensiblen Themen, und die Begleitung auf dem letzten Lebensabschnitt ist ein solches. „Die Hospizhilfe Goldener Grund habe ich mitinitiiert“, sagt Jens-Peter Vogel. Über die Geschäftsstelle in der Bad Camberger Bahnhofstraße und mit sehr viel Einsatz der Beteiligten seien eine ganze Reihe von Fortbildungen und Unterstützungs-Angeboten geschaffen worden, die die Kommunen im Umkreis bereicherten - und den Menschen helfen. Petra Hackert Der Bad Camberger Bürgermeister Jens Peter Vogel kandidiert für die zweite Amtszeit. © Petra Hackert

Am 6. November ist Bürgermeisterwahl in Bad Camberg Am 6. November haben die Bad Camberger die Wahl: Bürgermeister Jens-Peter Vogel kandidiert für die zweite Amtszeit, Herausforderer ist der CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Rühl. Wie vor sechs Jahren tritt Vogel als parteiunabhängiger Bewerber an, ist weiterhin Mitglied der SPD. Sein Motto: „Es geht nur gemeinsam.“

Bad Camberg -Der Termindruck hat zugenommen. Ausschüsse, Stadtverordnetenversammlung, Ortsbeiräte, Vereine, die - pandemiebedingt - eine ganze Menge Veranstaltungen nachholen. Jens-Peter Vogel ist fast jeden Abend unterwegs. Das nicht nur bei den Jubiläen, wenn viele darauf schauen, ob der Bad Camberger Bürgermeister unter den Gästen ist. Sehr viel Zeit kosten die vermeintlich kleinen Dinge - wie die Arbeit in den Stadtteilen mit den Ortsbeiräten. Er wolle wissen, wo der Schuh drücke, sei es in Dombach, Schwickershausen, Oberselters, Würges, Erbach oder Bad Camberg. „Ich gehe da hin“, sagt der Bad Camberger Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD).

Das meiste sei nicht publikumswirksam. Manche Initiative fordere Zeit, und nicht alles sei so gelungen, wie er sich das am Anfang seiner Amtszeit vor gut fünfeinhalb Jahren vorgestellt hatte. Die Verkehrsanbindung der kleineren Stadtteile ist so ein Thema. „Das ist nicht so, wie wir das gerne hätten“, gibt der 54-Jährige zu. Doch die Zusammenarbeit mit den neuen Gremien - bei der Kommunalwahl im letzten Jahr gab es einige Veränderungen - sei ihm wichtig. Das auch nach dem offiziellen Dienstschluss im Rathaus. Und tatsächlich: Eine Neuerung für alle Stadtteile sei gelungen, die man nicht auf den ersten Blick sieht, aber die Lebensqualität verbessert: „Schnelles Internet durch Glasfaser wird in allen Stadtteilen durch Deutsche Glasfaser bzw. Deutsche GigaNetz umgesetzt. Dank zweier neuer Mobilfunkmasten in Dombach und Schwickershausen sind nun auch die dortigen Versorgungslücken gelöst, und es kann per Handy telefoniert werden.“ Das alles kommt zur rechten Zeit, gerade mit Blick auf die verstärkten Möglichkeiten, die das Arbeiten im Homeoffice seit Corona für viele Menschen bietet.

Worauf ist er stolz? Dabei fällt dem Verwaltungs-Chef als erstes die Brita-Ansiedlung ein. Ein Global Player mit heimischen Wurzeln - Taunusstein ist nicht weit entfernt. „Das ist eine Neuansiedlung, die sehr gut zu uns passt“, sagt Vogel. Nicht nur, weil die Kurstadt und das Wasser quasi zusammengehören. Auch deshalb, weil das Unternehmen sehr großen Wert auf ökologische Standards lege. Seine Absicht: Die Zusammenarbeit weiter vertiefen. Es gebe bereits Ansätze.

Das Wasser führt zum nächsten Thema: die Kur. „Mit Michael Sinn haben wir als Kurdirektor einen Fachmann gefunden, der sich von Anfang an eingesetzt und gute Ideen beigesteuert hat“, sagt Vogel. Das sei nötig, denn auch hier gebe es Baustellen - mit Verweis auf das Kurmittelhaus. „Für einen einzelnen Mieter ist es wahrscheinlich zu groß. Wir machen uns Gedanken, wie es da weitergehen kann. Mehrere Nutzer sind eine Idee, aber das muss auch zusammenpassen.“

Geschäftsleute müssen kämpfen

Zusammen - das ist ein Stichwort, das in Bad Camberg wichtig ist. Gemeinsame Arbeit. „Durch die Pandemie war vieles nicht so präsent. Die Geschäftsleute haben sehr kämpfen müssen und man sieht, dass es Veränderungen gegeben hat“, sagt Vogel mit Blick auf die Altstadt. Aber: „Uns gelingt es gerade, Leerstände zu beseitigen.“ Bad Camberg hat gleich zweimal von der Hessischen Innenstadt-Offensive profitiert. Die zweite Welle wurde gerade bewilligt. Bis Ende nächsten Jahres erhält das älteste hessische Kneipp-Heilbad insgesamt 500 000 Euro Landesmittel durch das Förderprogramm „Zukunft Innenstadt“. Ein Teil davon wird als Mietzuschuss genutzt. „Wir hoffen, dass sich diese Läden anschließend etabliert haben. Ein lebendiges Umfeld ist für alle gut, auch die Alteingesessenen. Deshalb engagieren sich hier so viele.“

Engagiert bei den Ferienspielen

Engagement: Jens-Peter Vogel weiß, wie stark das in den Vereinen ist. Sein eigenes Hobby - die Arbeit bei den Bad Camberger Ferienspielen - ist durch die Bürgermeister-Termine stärker in den Hintergrund geraten, als es ihm lieb ist. „Zum Glück gibt es an so vielen Stellen Menschen, die das gut machen.“ Damit meint er noch mehr: Die Aktiven der Amthof-Festspiele, die mit ihren Aufführungen gerade über 2000 Zuschauer in die Innenstadt gezogen haben, die Vereine, die im ersten fast normalen Sommer nach Corona wieder dafür gesorgt haben, dass es Kontakte, Gespräche, Austausch gibt, die Initiativen der Stadt - wie zum Beispiel „Sommer im Park“. Die Kulturreihe ist dieses Jahr richtig durchgestartet. „So etwas wirkt weit über unsere Grenzen hinaus. Das schreibe ich nicht mir auf die Fahnen, die Idee gab es ja schon vorher. Nur ist es wichtig, diese Arbeit auch zu würdigen. Und einen Teil davon leisten wir als Stadtverwaltung.“

Die Verwaltung: Schnell werde geschimpft und „Bashing“ in den sozialen Medien betrieben. „Das tut keinem gut“, sagt Jens-Peter Vogel. Er bemühe sich um Sachlichkeit, nehme sich der Themen an. „Auch wenn manches nicht so schnell geht, wie wir das gerne hätten.“

Schnell: Das hat bei der Bahnhofstraßen-Sanierung geklappt. Hessen Mobil hat den selbst gesetzten Zeitplan unterschritten. Nur: „Die Sanierung der Brücke über die Bahnlinie braucht mehr Zeit, das war von Anfang an klar“, sagt Vogel. „Als Stadt ist das nicht unsere Baustelle, aber natürlich kommt die Kritik bei uns an, und wir stehen im Kontakt mit der Landesbehörde.“ Die Umleitung über Erbach sei für viele anstrengend. Er dankt allen, die Verständnis zeigten. Auch wenn viel geschimpft werde.

B-8-Umgehung: „Da will ich mich nicht mit fremden Federn schmücken“, sagt der Bad Camberger Bürgermeister. Fast fünf Jahrzehnte hätten so viele dafür gekämpft. „Ich bin froh, dass die Realisierung in meine Amtszeit fällt.“

Freibad-Sanierung: Diese Baustelle ist intensiv. „Wir hatten eine gute Badesaison, weil es so heiß war. Wir haben ja nicht zugeheizt. Der geplante Neubau an der bisherigen Stelle wird Kraft und Geld kosten“, sagt Vogel mit Blick auf die 14 Millionen Euro, die dafür veranschlagt sind. „Klar ist, dass wir als Kurstadt ein Freibad brauchen. Da sind sich alle Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung einig.“

In den Gremien oft Übereinstimmung

Stadtpolitik: In den politischen Gremien herrsche bei den großen Themen oft Übereinstimmung. Gerade im Magistrat oder den Ausschüssen werde sachlich und konstruktiv zusammengearbeitet. In der Stadtverordnetenversammlung sei er manchmal erstaunt, wie sich Positionen veränderten, wenn das Ganze vor einer breiteren Öffentlichkeit diskutiert wird.

Menschen zusammenbringen: Das sei gerade hervorragend beim Stadt-Spiele-Spektakel (Vorbild: „Spiele ohne Grenzen“) gelungen, eine Ab-in-die-Mitte Aktion, die die Stadtteile in den Mittelpunkt gerückt habe. „So viel Leben in der Innenstadt an einem solchen Tag. Diese Initiativen müssen wir weiter verfolgen.“

Interkommunale Projekte: Sehr wichtig sei hier das Feuerwehr-Dienstleistungszentrum mit Beteiligung von Bad Camberg, Brechen, Hünfelden, Selters und Weilrod. „Wir sind da auf einem guten Weg, denn es soll zur Entlastung des Ehrenamts beitragen.“ Er weiß: „Brandschutz ist eine Pflichtaufgabe der Kommunen. Doch ohne den starken ehrenamtlichen Einsatz, den wir hier haben, und das schon seit Jahrzehnten, ginge das so nicht.“

Personalsituation: Das treffe ebenfalls auf alle Kommunen zu: Gute Leute würden gesucht. „Gerade fällt es in den Bauämtern auf. Das gilt nicht nur für die Führungsspitze, sondern auch für Ingenieure, Architekten. Doch das gilt nicht nur für diesen Arbeitsbereich.“ Die Kommunen bräuchten qualifizierte Mitarbeiter und böten vielfältige Berufschancen. Dafür werben - das wolle die Stadt auch in den Schulen. Und vermitteln, damit die Übergänge vom Schulleben in den Beruf besser gelängen. „Deshalb haben wir den Berufs-Informationstag in Zusammenarbeit mit der Taunusschule und hiesigen Betrieben ins Leben gerufen. Pandemiebedingt hat die Veranstaltung gelitten, aber wir konnten sie in diesem Jahr wieder starten.“ Im Handwerk gebe es zum Beispiel solch eine starke Nachfrage - hier sei wichtig, die richtigen Leute zusammenzubringen.

Das gelte sogar noch übergreifender: Mit den Partnerstädten Chambray-lès-Tours und Bad Sulza habe Bad Camberg kompetente Kommunen mit einer engagierten Bevölkerung an der Seite, die gleichfalls Austausch-Möglichkeiten böten. Gerade mit Blick auf den Schüleraustausch gebe es wieder Initiativen und Ideen. „Auch das hatte unter der Pandemie gelitten.“

Weichen stellen: Das wolle er auch bei sensiblen Themen, und die Begleitung auf dem letzten Lebensabschnitt ist ein solches. „Die Hospizhilfe Goldener Grund habe ich mitinitiiert“, sagt Jens-Peter Vogel. Über die Geschäftsstelle in der Bad Camberger Bahnhofstraße und mit sehr viel Einsatz der Beteiligten seien eine ganze Reihe von Fortbildungen und Unterstützungs-Angeboten geschaffen worden, die die Kommunen im Umkreis bereicherten - und den Menschen helfen. Petra Hackert

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