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Der lange Donnerstag lockt ab sofort nach Bad Camberg

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Von: Petra Hackert

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Der Kurpark als Ort der Begegnung, wie hier bei einem früheren Kinderkurparkfest, soll auch zu einem besonderen Hör-Erlebnis werden.
Der Kurpark als Ort der Begegnung, wie hier bei einem früheren Kinderkurparkfest, soll auch zu einem besonderen Hör-Erlebnis werden. © Petra Hackert

Das älteste hessische Kneippheilbad startet neue Initiativen, um die Innenstadt zu beleben

Bad Camberg -Wer öffnet wann länger, wer hat an welchen Tagen geschlossen, wie sieht es für Besucher aus, wenn sie in Bad Camberg einkaufen und schlendern wollen? Diese Fragen beschäftigen die Gewerbetreibenden schon sehr lange. Jetzt ist etwas hinzugekommen: Die Coronazeit und weitere Leerstände haben es schwerer gemacht, ein Beisammensein zu fördern, die Kurstadt als Zentrum, Ort der Begegnung und Einkaufsstadt ins Bewusstsein zu rücken. Die, die sich jetzt engagieren, wagen einen neuen Schritt: Die Bad Camberger Geschäftsleute führen den langen Donnerstag ein. Ab Juli jeden ersten Donnerstag im Monat wird es bis 21 Uhr möglich sein, gemütlich einzukaufen, dabei in der Abendsonne die Fachwerkkulisse zu genießen und hoffentlich ein wenig zu entspannen.

"Wir freuen uns riesig darauf", sagt Brigitte Kelm von "Wir für Bad Camberg". Sie gehört zu denen, die sich gerade mächtig ins Zeug legen, um zu zeigen: "Wir wollen!" Ursula Falkenbach ist auch eine von den fleißigen Geschäftsfrauen, die mit vielen guten Ideen und Engagement dabei sind. "Man kann sich wirklich darauf freuen", ist der Vorsitzende von "Wir für Bad Camberg", der frühere Bürgermeister Wolfgang Erk (SPD), überzeugt. Start ist am 7. Juli. Bad Camberg hat bereits viel zu bieten - von der Fachwerkkulisse in den Straßen der Altstadt über den heimeligen Marktplatz mit dem weithin bekannten Haus Sadony (Tiefenbach) über den Amthof, der größte zusammenhängende Fachwerkkomplex Mittelhessens, bis hin zum Kurpark mit seinen Wasserspielen und Kneipp-Anlagen.

Abendliche Stadtführung

Doch zurück zum Donnerstag: Hier gibt es noch etwas mehr als das Übliche. Um 19 Uhr startet am Kurhaus eine abendliche Stadtführung mit Erich Grzesista. Der Eintritt ist frei. Grzesista ist normalerweise für seine Stadtmauer-Rundgänge bekannt. Und er weiß einiges zu erzählen. Diesmal überlegt er sich etwas Neues, denn er will natürlich viel Anregendes mit einbringen, was die Besucher interessiert. "Raritäten, Kuriositäten, Banalitäten aus Bad Camberg", lautet das Motto.

Das passt zum gesamten Programm der geplanten Donnerstage: "Bemerkenswerte, außergewöhnliche, ungewöhnliche, aus dem Rahmen fallende Highlights werden dem Besucher im Zusammenhang mit einem ganz besonderen Einkaufserlebnis geboten", versprechen die Gewerbetreibenden. Dazu gehört auch der Donnerstagsmarkt auf dem Marktplatz, der seine Stände über die normalen Verkaufszeiten hinaus geöffnet hält. Die Einzelhändler wollen "KURiose Besonderheiten" bieten. Für Unterhaltung sorgt ein "Walking-Act", eine bewegliche Musikgruppe, die an unterschiedlichen Stellen in der Altstadt ihr Repertoire zum Besten gibt.

Der Hör-Erlebnis-Park lässt aufhorchen

Ein von Wilfried Weisenberger (SK Standort & Kommune) betreuter Kreativkreis kümmert sich unter dem Motto "Zukunft Innenstadt - KURios Bad Camberg" um eine ganze Reihe von Themen, die die Innenstadt beleben und das Kur-Erlebnis in Hessens ältestem Kneippheilbad befördern sollen. Der lange Donnerstag ist nur eines davon. In diesem Zusammenhang hat die Stadtverordnetenversammlung der Förderung von Ladenlokalen zugestimmt. Doch es gibt noch einiges mehr, denn für die Initiative stehen Landesmittel aus dem Förderprogramm Innenstadt zur Verfügung, die es in die richtigen Bahnen zu lenken gilt. Eine Idee in diesem Zusammenhang ist der Hör-Erlebnis-Park, für den überschlägig ein Budget von 100 000 Euro vorgesehen ist. Folgendes wird zurzeit erörtert, berichtet Weisenberger: Installation akustischer Spielgeräte in einem Hör-Erlebnis-Park; Mehr-Generationen-Schaukel in der Nähe des kleinen Kurparkspielplatzes; Bad Camberger Ohr/die Camberger Ohrmuschel: offene Halbkugel als Hörsessel; eine Wasser-Musik schaltet sich automatisch ein, wenn das Kneipp'sche Wassertretbecken durchwatet wird; ein drehbares Riesen-Stethoskop lässt den Kurpark und seine Geräusche ganz neu entdecken; "Hörwürmer" verbinden ober- und unterirdisch Sprecher und Hörer über Sprech-/Hörtrichter; acht Klangplatten, über einem ebenerdigen Resonanzraum verlegt, animieren Kinder und Erwachsene durch Springen auf den Platten Melodien nachzuspielen oder zu "komponieren"; in einen Summstein steckt man seinen Kopf hinein und erlebt Resonanzen; ein menschengroßer Hohl- und Wölbspiegel vermittelt Spaß durch das verfremdete Erscheinungsbild; Essen mit Sebastian Kneipp im Kurpark: Einwohner treffen sich im Kurpark, bewirten sich gegenseitig, laden Kurgäste zum gemeinsamen Essen ein.

Dies sind nur einige Vorschläge, die auch unter dem Aspekt interessant sind, dass Bad Camberg ein weiteres Zentrum der besonderen Art ist: Seit 202 Jahren gibt es die Freiherr-von-Schütz-Schule. Die frühere Schule für Hörgeschädigte ist heute ein überregionales Beratungs- und Förderzentrum mit dem Schwerpunkt Hören. Mehr als 200 Kinder und Jugendliche werden in Bad Camberg unterrichtet.

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