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Das Kaffee- und Kuchenbüffelt in der ?Alten Schule? ist die erste Anlaufstelle.

Weltkindertag

Der Deutsche Kinderschutzbund will Bildung für alle

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Der Weltkindertag will Denkanstöße geben, das Fest des Deutschen Kinderschutzbunds außerdem ein unbeschwertes Zusammensein ermöglichen. Beides gelingt, weil engagierte Menschen mit anpacken.

„Früher war alles leichter!“, seufzt der Sechsjährige und sagt, was er meint: „Als ich noch vier war.“ Mit vier Jahren, da war er im Kindergarten. Jetzt, in der Schule, wird die Gangart härter. Kaum zu glauben bei einem Erstklässler. Aber er hat schon verstanden: Er muss viel mehr aufpassen und lernen. Das wird sich mit den Jahren noch steigern, weiß seine große Schwester. Beide haben Glück: Ihre Eltern sind Lehrer. Wenn es brenzlig wird, könnten sie fragen. Und dann gibt es ja immer noch die Möglichkeit, sich in der Nachmittagsbetreuung auszutauschen.

Das ist der Punkt: Nicht alle Eltern können sich alles leisten. Die beiden Kinder aus Bad Camberg sind gut dran. Doch wie ist es, wenn das Geld nicht reicht für die Dinge, die für die Schule wichtig sind? Oder das eigene Wissen versagt, wenn die Kinder Hilfe brauchen? „Bildungsgerechtigkeit klingt gut, aber gibt es sie wirklich?“, fragte Karsten Schmidt, Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbunds Limburg-Weilburg. Schon traditionell lädt der Kreisverband für den Sonntag nach dem Weltkindertag zum großen Fest rund um die „Alte Schule“ in Bad Camberg ein.

Das schlechte Wetter sorgte dafür, dass fast alle Außen-Aktivitäten drinnen stattfinden mussten. Gut, dass sie die „Alte Schule“ haben. Und: „100 Euro Unterstützung gibt es für Schulmaterial pro Jahr und pro Kind“, sagte Karsten Schmidt und machte deutlich, dass dies bei den heutigen Erfordernissen nicht reicht, um Bildungsgerechtigkeit umzusetzen. Der Bad Camberger Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD) sieht es so: „Bildung sichert Menschen Wohlstand, macht sie unabhängig von Unterstützung und fördert ein selbstbestimmtes Leben.“ Deshalb zeigten sich falsche Sparmaßnahmen und falsch gestellte Weichen erst viel später, aber umso gravierender. „Barrierefreiheit“ lautete daher seine Forderung – körperlich und geistig. Diesen Denkanstoß will auch der Weltkindertag geben.

Die Kleinsten der Kita St. Marien setzten das schon spielerisch um: Ihr Tanz zum Thema „aufeinander zugehen“ zeigte, wie einfach es sein kann, wenn Kinder unbefangen miteinander umgehen. Das gemeinsame Aufwachsen hilft, Barrieren zu überwinden, seien es sprachliche, kulturelle oder durch körperliche Einschränkungen gegebene. Die Blockflötengruppe der TG Camberg, die Kinder der Rappelkiste, die Erbacher Regenbogenkids, die Würgeser Drachenhöhle, die Kindertanzgruppe des CVS Schwickershausen trugen zum bunten Rahmenprogramm bei. Außerdem wurde sich verkleidet, im Zungenbrecher-Wettbewerb sehr viel gelacht, das Glücksrad gedreht, mit der Kritzelburg Speckstein bearbeitet und mit der Stadtjugendpflege an sehr individuelle Stofftaschen bedruckt.

Für die Kinder ein Erlebnis, für die Erwachsenen Gelegenheit zum Austausch und zur Information. Eine betrifft den Wahlsonntag, 28. Oktober. Dann wird im Kreis Limburg-Weilburg nämlich vieles entschieden: Es geht darum, einen neuen Landtag zu wählen, einen neuen Landrat, und es wird auch abgestimmt über die Rechte von Kindern. Dies ist nur eine von 15 Änderungen der Hessischen Verfassung, um die es an diesem Wahlsonntag geht.

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