Nomaden im Wohnmobil

Ehepaar ist sechs Jahre lang durch die Welt gereist

Das Reisemobil war über viele Jahr ihr Zuhause. Vor allem Marokko hat Patricia Bastian-Geib und Klaus Peter Geib angetan. In einer Multivisionsschau über das nordafrikanische Land zeigen sie faszinierende Bilder – und erzählen auch von Pannen im Alltag ihres Nomadenlebens.

Marokko, das Scharnier zwischen Europa und Afrika, zwischen Orient und Okzident. Ein Land der Extreme, für das man sich etwas mehr Zeit nehmen muss, dachten sich Patricia Bastian-Geib und Klaus Peter Geib. Deshalb planten die beiden Reisenomaden aus dem Taunus mehr als ein Jahr ein, um dieses Land zum ersten Mal zu bereisen.

Ihr Trip mit dem Reisemobil wurde zum „Beginn einer wunderbaren Freundschaft“, wie die beiden erzählen. Unterhaltsam und abwechslungsreich, mit eindrucksvollen Bildern und stimmungsvoller Musik, nimmt das Ehepaar die Zuschauer mit auf ihre Reise. In ihrer Multivisionsschau zeigen sie die Faszination eines geheimnisvollen Landes in all seiner Vielfalt – an Landschaftsformen und Kulturdenkmälern. So erleben die Zuschauer mit ihnen das quirlige Treiben auf den Märkten, den Souks, mit und verweilen mit ihnen in Gärten und Oasen. Den Besucher erwarten Küstenstädte und Traumstrände, aber auch karge Steppen und Wüsten.

Die Geibs haben bereits einiges von der Welt gesehen. Schon von Jugend an hatten die beiden den Traum zu reisen. Und der hat sie ihr ganzes Arbeitsleben hindurch nie losgelassen. Der Traum von einer kleinen eigenen Ferienwohnung auf vier Rädern, der Traum, Ballast abzuwerfen, zu neuen Ufern aufzubrechen, Zeit zu haben, Neues zu entdecken. . . . Und dann haben Patricia Bastian-Geib und ihr Mann Klaus Peter es einfach gewagt.

Ein Wohnmobil hatten sie sich inzwischen schon zugelegt. Und als Klaus Peter in den Ruhestand ging, packten sie die Koffer und tauschten ihren festen Wohnsitz gegen ein Nomadenleben ein. Sechs Jahre lang erkundeten sie Europa und Nordafrika. Die Straße war ihr Zuhause, der Weg in ferne Länder das Ziel. Inzwischen haben sie wieder einen festen Wohnsitz, leben in Idstein im Taunus, sind aber immer noch die meiste Zeit unterwegs.

Patricia Bastian-Geib und Klaus Peter Geib haben fast ganz Europa und Marokko bereist. Überwintert haben sie jeweils auf Sizilien und Sardinien sowie in Marokko. Hündin Kara stieß 2008 in Griechenland zu ihnen, ihre Geschichte ist aus Hunde-Sicht auf der Homepage des Paares (www.zweiaufachse.de) nachzulesen. „Jedes Land hat schöne und weniger schöne Seiten“, sagt Klaus Peter Geib. „Daher können wir die oft gestellte Frage, wo es am schönsten war, nicht beantworten.“

Die Einsamkeit der Wüste, die Lebendigkeit der Souks, die kontemplative Stille in Estland, die bezaubernden Buchten auf Sardinien oder in Kroatien, die weiten Strände und griechischen Tempel auf Sizilien, die idyllischen Seen und interessanten Städte in Polen, die waghalsigen Reiter in Ungarn . . .

„Es gab so viele schöne Momente, und jeder für sich hatte eine ganz eigene Faszination“, sagt Patricia Bastian-Geib. Auf ihren Reisen sei ihnen oft spontane Hilfsbereitschaft begegnet, erzählen sie, insbesondere bei Pannen oder wenn sie sich verfahren hatten. Nun wollen sie ohne Wohnmobil weitere Länder bereisen, darunter Irland, Schottland, Korsika, Namibia und den Nahen Osten.

Die beiden haben sich Abenteuerlust, Neugier und Offenheit bewahrt. Schon immer wollten sie wissen, wie es woanders ist, sagen sie. Ihre Reiseeindrücke verarbeitet Patricia Bastian-Geib in Erzählungen und in Multivisionsschauen, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Klaus Peter gestaltet und präsentiert.

Einige Bücher hat sie schon geschrieben, eines davon über Marokko. Was so alles passieren kann, wenn man monatelang im Reisemobil auf Sizilien lebt, davon erzählt ihr aktuelles Buch „Mille grazie Sicilia. Sizilien al dente“. Mit Feingefühl und wachem Blick spürt sie darin dem Zauber Siziliens nach. Sie erzählt von Naturgewalten und erfolgreicher Mäusejagd, vom Verkehrschaos in Palermo und einer sizilianischen Silvesterfeier. Sie führt dem Leser Tempel und Städte vor Augen, nimmt ihn mit auf den verschneiten Ätna. Sie berichtet von abenteuerlichen Erlebnissen und menschlichen Begegnungen.

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