+
Ähnlich wie dieses Solarfeld in Roßberg könnte die Anlage in Bad Camberg aussehen.

Energie-Projekt

Erbach bekommt einen Solarpark - SPD und Grüne stimmen für Projekt auf der Wiese

  • schließen

Die EnBW darf in Erbach westlich der A 3 sowie an der Schnellbahntrasse einen Solarpark von 7,1 Hektar errichten. Das hat die Stadtverordnetenversammlung mit der Mehrheit von SPD und Grünen beschlossen. Die CDU stimmte dagegen - mit dem Verweis auf wertvolles Ackerland, das dafür zu schade sei. Für das Projekt stimmte der Bauausschuss-Vorsitzende Michael Diehl (CDU).

Bad Camberg -  Für Frederik Angermaier, Vorsitzender der Jungen Union Bad Camberg, ist die Sache klar: Mit der Errichtung eines Solarparks in Erbach wird wertvolles Ackerland geopfert. "Ist das nachhaltige Politik?", fragte der CDU-Stadtverordnete. Man solle das Thema ideologiefrei betrachten. Sein Fazit: "Solaranlagen gehören auf die Dächer von Fabriken und Scheunen, nicht auf die Flächen."

Der Energieversorger EnBW sieht das anders - ähnlich wie die Mehrheit von SPD und Grünen in der Stadtverordnetenversammlung. "Das passt sehr gut in die Stadt", meinte Grünen-Fraktionssprecher Dieter Oelke und widersprach in einem weiteren Punkt: "Der Landwirt, der die Fläche genutzt hat, möchte sie nicht weiter bewirtschaften." Insofern würde niemandem etwas weggenommen. "Es wäre schade, wenn diese Chance nicht genutzt würde, denn die EnBW spricht von einer hervorragenden Lage." Die Firma rechnet bei einer maximalen Belegung von 7,1 Hektar mit rund 4,3 Megawatt Spitzenleistung.

"Es fällt auf, dass die CDU immer mit dem Begriff Ideologie daherkommt, wenn sie vermutet, dass SPD und Grüne gewisse umweltschutzartige Projekte verfolgen", sagte Julia Schlösser (SPD). "Sie sollten sich selbst hinterfragen." Die SPD sei klar für den Ausbau der Erneuerbaren Energien, die Flächen seien dafür geeignet und ein Rückbau möglich, wenn man es nicht mehr so nutzen wolle.

Michael Diehl, langjähriger Bauausschuss-Vorsitzender der CDU, erklärte sein Votum dafür: An anderer Stelle, nicht weit davon entfernt, wäre die Errichtung des Solarfelds gestattet. So steht es im Flächennutzungsplan. Der Wunsch des Energieversorgers auf einen Flächentausch sei nachvollziehbar. Und: "An der Autobahn ist der sinnvollere Platz als mitten auf einem Feld. Wir tragen damit in Bad Camberg unseren Teil dazu bei, die Erneuerbaren Energien zu nutzen", erklärte der Elektromeister.

Kein Label StadtGrün

Abgelehnt hat das Stadtparlament bei 15 Gegenstimmen der CDU, vier Enthaltungen der SPD sowie zwölf Ja-Stimmen von SPD und Grünen einen Antrag der Grünen, sich für das Label "StadtGrün naturnah" zu bewerben. Das Bundesumweltministerium fördert dieses Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt. "Die Teilnahme ist für die Stadt kostenfrei", sagte Weyrich und erklärte den Hintergrund: "Das Label unterstützt Kommunen bei der Umsetzung eines ökologischen Grünflächenmanagements und zeichnet vorbildliches Engagement auf kommunaler Ebene aus." Es biete Expertisen und Möglichkeiten, Dinge zu verbessern.

"Das bindet Ressourcen im Bauamt, deshalb lehnen wir eine Teilnahme zum jetzigen Zeitpunkt ab", sagte Frederik Angermaier (CDU) und spitzte zu: "Sie wollen Betonschotterflächen wie am Bahnhof, wir Blumenrabatten."

Falsches Material

Die geplante Blühwiese am Bahnhof ist tatsächlich nicht wie vorgesehen verwirklicht worden, weil der falsche Schotter aufgebracht wurde (diese Zeitung berichtete). "Genau deshalb wäre die Expertise wichtig", sagte Weyrich und ergänzte: "Weil einige Leute im Bauamt nicht wissen, was sie tun." Letzteres wiesen Bürgermeister Vogel, CDU und SPD zurück. Weyrich ergänzte: "Eigentlich wollte ich für die Stadt etwas erreichen und nicht die Mitarbeiter angreifen." Fakt sei aber auch, dass die Expertin, die die Stadt bei der Umsetzung dieser Blühwiese beraten habe, ein anderes Material vorgeschlagen habe.

Lesen Sie auch:

Mega-Stau auf A3: Sprinter kracht ungebremst auf Lkw - weitere Details der Polizei

Auf der A3 bei Limburg ist ein Sprinter auf einen Lkw gekracht. Drei Personen wurde bei dem Unfall verletzt, eine davon schwer.

Schlechtes Image des Limburger Bahnhofsplatzes - was hat sich getan?

Die Kriminalitätslage am Bahnhofsplatz in Limburg hat sich deutlich entspannt. Trotzdem will die Polizei die regelmäßigen Kontrollen fortsetzen und den Polizeiposten länger besetzen. Nun hoffen die Verantwortlichen in der Stadt, dass das Image des Platzes besser wird.

Motorradfahrer will sich vor Unfall retten und ergreift folgenschwere Maßnahme

In Bad Camberg wollte sich ein Motorradfahrer vor Unfall retten und ergreift eine folgenschwere Maßnahme. Er wird schwer verletzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare