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Würgeser Streuobstwiese

Ernten für den großen Apfeltag

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Alle städtischen Kitas, die Grundschulen und eine Hauptschulklasse machen mit: Die Kinder ernten zurzeit auf der Würgeser Streuobstwiese, was das Zeug hält. Die Äpfel werden am Donnerstag, 27. September, beim großen Kinder-Apfeltag im Amthof-Innenhof gekeltert und verkostet.

„Schütteln, schütteln, schütteln“, animieren die Kinder, und Bernd Pflüger greift mit der Stange in den Apfelbaum. Gleich rieseln die Äpfel zu Boden, direkt auf die Plane. Mit Eimern, Gummistiefeln, Jacken und Hosen, die auch einmal schmutzig werden dürfen, stürmen die Kinder nach vorn. Über 80 Jungen und Mädchen sind es an diesem Tag. Rund 400 Kinder werden drei Tage lang auf der Würgeser Streuobstwiese ernten, was das Zeug hält. Sie brauchen alles, was sie kriegen können, für den großen Apfeltag am Donnerstag, 27. September, im Bad Camberger Amthof-Innenhof.

16 freiwillige Helfer des Kinder-Apfeltag-Teams unterstützen die Kindergärten, Grundschulen sowie die Stadtjugendpflege und teilnehmenden Vereine bei dieser Aktion. Am Donnerstag wird gekeltert, es gibt viele Leckereien rund um den Apfel. Der Aktionstag auf dem Marktplatz führte die Menschen seit Jahren in die Mitte der Kurstadt, jetzt zum zweiten Mal in den nahe gelegenen Amthof-Innenhof. „Das ist auch im Freien, aber etwas geschützter“, beschreibt Bernd Pflüger. Und: Damit bleibt der Marktplatz frei für den Wochenmarkt, den es jetzt immer donnerstags gibt und der sehr gut angenommen wird.

Lorena interessiert das im Moment noch nicht. Die Siebenjährige hat ihren Eimer voller Äpfel. Gleich wird sie sie zu Jan Dix bringen, der schon mehrere weiße Säcke gefüllt und weggetragen hat. Der Inhalt soll zu Apfelsaft werden. Lorena zeigt ihre Ausrüstung: „Das hier ist meine Wanderjacke. Wenn ich die anhabe, dann tun mir die Füße nicht weh.“ Okay, das ist verständlich.

Ihre Freundin Emilia (6) reibt gerade einen kleinen Apfel ab. Er sieht schön aus und kommt in den Eimer. Der gleichaltrige Noah macht das genauso. Einen faulen wirft er gleich weg. Die Kinder haben gelernt: Nur gute Äpfel werden gekeltert. Faules oder angefaultes Obst darf nicht mit hinein in die Säcke.

Damit die Kinder es etwas leichter haben, hatten sich die freiwilligen Helfer schon am Wochenende getroffen und das schlechte Fallobst beiseite geräumt. Ein kleiner Berg, der entstanden ist, weil die Bäume prallvoll waren und schon viel dabei ist zu verderben. Jetzt liegen die Planen auf dem Boden, die Kinder ernten die frischen Äpfel, kicken oder werfen die schlechten beiseite.

„Daheim haben wir auch Äpfel“, erzählt Noah. Und: „Wir machen auch Apfelsaft.“ Die Pressen in Bad Camberg werden am Donnerstag angeworfen. Das ist traditionell eine Gelegenheit, den frischen Apfelsaft sofort zu kosten. Doch bis dahin wird erst einmal gesammelt. Rund 400 Kinder machen mit, mehr als 500 werden am Donnerstag beim Keltern dabei sein und im wahrsten Sinne des Wortes die Früchte ihrer Hände Arbeit genießen.

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