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Sehr enge Verhältnisse herrschen im Innern des Kirchturms. Verletzte auf Tragen müssen über die Geschosse hinuntergereicht werden.

Gemeinschaftsübung am Kirchturm

Feuerwehr in Bad Camberg probt den Ernstfall

Mehr als 50 Einsatzkräfte von Feuerwehr und dem Deutschen Roten Kreuz übten den Ernstfall. Und es klappte alles prima.

Eine Gemeinschaftsübung der Feuerwehren Bad Camberg und Erbach mit dem DRK Bad Camberg forderte von allen Beteiligten hohen Einsatz bei großer körperlicher Belastung. Die angenommene Lage, realitätsnah und authentisch unter der Übungsleitung von Michael Pabst, Sven Held und Marius Meister inszeniert, hatte zum Inhalt, dass während der Bauarbeiten am Dachstuhl des derzeit eingerüsteten Kirchturms bei Umgang mit offenem Feuer eine Verpuffung entstand, die einen Brand nach sich zog. Im Innern des Turmes machte während dessen eine Gruppe Messdiener eine Begehung.

Das Szenario: Zwei Bauarbeiter lagen verletzt auf dem Gerüst, einer war von der Verpuffung erschreckt und auf die schwer zugängliche Grünfläche unterhalb des Turms gestürzt. Nicht alle Messdiener konnten sich retten, zwei wurden vermisst, ebenso einer der Bauarbeiter. Weitere Jungen kamen nicht bis zum Ausgang und lagen hilflos im Kirchenschiff. Bedingt durch die Bauarbeiten am Turm sowie an der benachbarten Schule stehen Teile der Flächen des alten Schulhofs und der Nordseite wegen Absperrungen und abgestellten Baufahrzeugen nicht zur Verfügung. Das war viel zu tun.

Mit Atemschutz

Einsatzleiter Alexander Rembser standen 46 Einsatzkräfte der Feuerwehr und 12 vom DRK zur Verfügung. Die Verletzten wurden durch Angehörige der Jugendfeuerwehr und spezielle Übungspuppen dargestellt.

Nach Erkundung der Lage teilte der Einsatzleiter die Kräfte ein.

Mit Atemschutz

wurden die Vermissten innerhalb des Turmes mit Wärmebildkameras aufgespürt und gerettet. Die engen Verhältnisse innerhalb des Turmes führten aber zu einem hohen Personaleinsatz an dieser Stelle. Doch damit nicht genug: Im Einsatzverlauf geriet auch ein Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr in einen Notfall, was die Situation noch verschärfte.

Der abgestürzte Bauarbeiter wurde vom DRK versorgt und anschließend in einer sogenannten Schleifkorbtrage fixiert und mit einem an der Drehleiter befestigten Flaschenzug zum Kirchplatz gebracht. Auf der Nordseite galt es, verletzte, gehfähige Arbeiter zu betreuen und über das Baugerüst hinabzuführen. Parallel zu den Rettungsmaßnahmen erfolgte die Brandbekämpfung, die aber – aus nachvollziehbaren Gründen – bei der Übung lediglich trocken erfolgte.

Keine Aufstellflächen

Das Hauptproblem in der dicht bebauten Altstadt sind die nicht vorhandenen Aufstellflächen für die Einsatzfahrzeuge. Auch wenn keine Baumaßnahmen durchgeführt werden, ist der Schulplatz meist vollgeparkt. Das gilt auch für die umliegenden Straßen. Im Realfall werden weitere Kräfte nachgefordert, auch überörtliche. Die Übungs-und Einsatzleitung konnte nach dem Lösen aller gestellten Aufgaben den Einsatzkräften ihr Lob aussprechen.

(red)

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