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Franz Martin Wenz: Der Mann mit dem schelmischen Lächeln wird heute 90

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Von: Petra Hackert

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Bad Camberg - So kennen ihn die Bad Camberger: Ein schelmisches Lächeln auf den Lippen, vielleicht ein wenig nachdenklich, wenn er bei den Festen wie Herbstmarkt, Kerb oder im Kurhaus dabei ist. Seine lockeren Sprüche als Conférencier des Kurorchesters schätzen alle. Auch wenn er in der letzten Zeit krankheitsbedingt oft gefehlt hat. Jetzt ist Franz Martin Wenz wieder gut dabei und hat natürlich das passende Motto parat: „Den Kopf hoch und immer weiter.“ Denn: „Das Leben ist kein Wunschkonzert.“
Franz Martin Wenz wird 90. © hvo

Seine charmanten, kleinen Anekdoten und Witze heben die Laune. Nicht nur als Conférencier des Kurorchesters hat Franz Martin Wenz dafür gesorgt, dass sich Menschen wohlfühlen. Seine Liebe zur Musik hat er trotz fünf Jahrzehnten in der Backstube nie aufgegeben und vielfältig das Leben in Bad Camberg und darüber hinaus geprägt.

Bad Camberg -So kennen ihn die Bad Camberger: Ein schelmisches Lächeln auf den Lippen, vielleicht ein wenig nachdenklich, wenn er bei den Festen wie Herbstmarkt, Kerb oder im Kurhaus dabei ist. Seine lockeren Sprüche als Conférencier des Kurorchesters schätzen alle. Auch wenn er in der letzten Zeit krankheitsbedingt oft gefehlt hat. Jetzt ist Franz Martin Wenz wieder gut dabei und hat natürlich das passende Motto parat: „Den Kopf hoch und immer weiter.“ Denn: „Das Leben ist kein Wunschkonzert.“

Und dennoch: Er hat es geprägt, sein Leben und das vieler anderer - durch sein Handwerk und viel mehr noch durch die Musik. So hat er sich und andere beflügelt. Die gute Laune treibt an. Heute wird Franz Martin Wenz 90. Diese Zahl: Man mag es kaum glauben, welche Lebensleistung dahinter steckt.

Ein halbes Jahrhundert Berufsleben. Viele hatten es bedauert, als sich der Bäckermeister zur Ruhe setzte, denn seine hervorragenden Backerzeugnisse, für die er mit an die 50 Goldmedaillen ausgezeichnet wurde, waren legendär. Aber eben nicht nur das. Die harte Arbeit in der Backstube, das frühe Aufstehen hinderten ihn nicht daran, sein Hobby zu pflegen. Das mit vollem Einsatz und ganzem Herzen: die Musik.

Es gibt immer einen Weg

Die meisten kennen ihn als Posaunist des Kurorchesters. Doch früher spielte Franz Martin Wenz Geige, begeisterte die Menschen mit seiner Tanzmusik, teils mit seiner eigenen „Kapelle Wenz“, später dann als Leiter und Mitbegründer der Camberger Hessen-Musikanten. Besonders stolz ist er auf das Mitwirken bei einem Nato-Ball in Paris in den 60er Jahren. Doch der Hauptberuf hinterließ Spuren. „Die Arbeit am Ofen, das ging alles auf die Hände“, sagt er. „Die Beweglichkeit der Finger lässt dann nach.“ Für die Geige war das ein Problem. So wechselte er zwar das Instrument, aber nicht sein Hobby. Denn: Es gibt immer einen Weg.

Seiner führte ihn in der Musik zum Camberger Kurorchester. Dort hat er nun 67 Jahre gespielt und 64 Jahre moderiert. Seinen 90. Geburtstag nimmt er zum Anlass, sich von dieser aktiven Tätigkeit zu verabschieden. Aber als Zuhörer wird er sicher nicht von „seinem“ Orchester lassen können. Wie viele Witze hat er in diesen Jahren erzählt und das Publikum zum Schmunzeln gebracht? Man kann sie gar nicht zählen. Es sind Tausende. Ein- bis zweimal die Woche Konzerte mit dem Orchester - da kommen schnell große Zahlen zusammen.

Überhaupt: Franz Martin Wenz ist ein kommunikativer Mensch. Ein Besuch beim Stammtisch, kleine Treffen - die sind ihm wichtig. Dabei natürlich das Gespräch. Vieles kann er aus der Vergangenheit beisteuern, was heute auch junge Menschen sehr interessiert. Ein Beispiel ist die Camberger Kerb. Vor zehn Jahren erzählte er bereits darüber in dieser Zeitung. Und natürlich fällt ihm immer noch etwas Neues ein. Jetzt ist wieder Kerbe-Zeit, und er weiß noch, wie er früher mit dem eigenen Orchester auch bei anderen Kirmes- und Kerbeveranstaltungen aktiv war. Sehr oft in Villmar. „Dort zogen wir bei der Kirmes mit der Musik von Haus zu Haus.“

Vor 70 Jahren Kerbebursche

Seine eigene Kerb in Camberg liegt nun 70 Jahre zurück. 1952: Damals waren die 20-Jährigen an der Reihe, und der Kerbejahrgang wechselte jedes Jahr. „Es war eine schöne Zeit, aber der Krieg noch nicht lange vorbei. Wir hatten wenig Geld“, sagt Franz Martin Wenz. Er erinnert sich gerne an den Kerbeumzug mit Musik durch Camberg, an den Kirchgang. „Damals führte der Umzug durch die ganze Stadt“, sagt der Bäckermeister. Mit 20 - damals stand er am Anfang eines Lebens, in dem er sich viele Träume erfüllen durfte. Allen ging es so: 35 bis 40 junge Leute, die damalige Schulklasse. „Wir sind damals nicht mit unseren Freundinnen zur Kerb gegangen. Das gab es nicht. Das waren die Schulkameradinnen.“

Die Kerbeburschen hatten Hüte, bunt und mit Federn. Gemeinsame Trikots - so wie heute - gab es natürlich nicht. Dafür kamen die jungen Männer im Sonntagsanzug oder mit Hose und Sakko - so gut angezogen wie irgend möglich. Was ist Zeit? Er denkt zurück. Vieles hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Dabei gab es Entscheidungen, die vielleicht nicht immer richtig waren. Aber in einem ist er sich sicher: „Mit dem heutigen Wissen würde ich vielleicht etwas anders machen. Aber wenn man genau zurückdenkt, an die damalige Situation, das damalige Leben, die eigenen Wertvorstellungen, die man hat, dann würde es wahrscheinlich wieder so sein.“

Höhen und Tiefen: Sehr traf die Familie der Tod seiner Frau Maria vor sieben Jahren. Und dennoch: Franz Martin Wenz ist gut aufgehoben in einer liebevollen Familie und hat einen sehr großen Freundeskreis. Zu den ersten Gratulanten werden sicher seine beiden Töchter Christiane und Alexandra mit ihren Familien gehören, ebenso die Enkelinnen Lara und Hanna, auf die er sehr stolz ist. Der Musiker und Bäckermeister im Ruhestand ist zufrieden. „Im Alter, da hat man doch schon alles“, sagt er. Das Wichtigste ist: eine gute Zeit. Deshalb sind heute alle, die ihm gratulieren möchten, beim Weißwurst-Frühstück im Kurhaus von 10.30 bis 12.30 Uhr willkommen. Er freut sich auf das Gespräch miteinander und untereinander.

Von Geschenken bittet das Geburtstagskind allerdings abzusehen. Stattdessen wird er wie zu seinen bisherigen runden Geburtstagen ein Sparschwein für einen wohltätigen Zweck aufstellen. Dieses Mal sammelt er für die Bad Camberger Jugendarbeit. Petra Hackert

Bad Camberg - So kennen ihn die Bad Camberger: Ein schelmisches Lächeln auf den Lippen, vielleicht ein wenig nachdenklich, wenn er bei den Festen wie Herbstmarkt, Kerb oder im Kurhaus dabei ist. Seine lockeren Sprüche als Conférencier des Kurorchesters schätzen alle. Auch wenn er in der letzten Zeit krankheitsbedingt oft gefehlt hat. Jetzt ist Franz Martin Wenz wieder gut dabei und hat natürlich das passende Motto parat: „Den Kopf hoch und immer weiter.“ Denn: „Das Leben ist kein Wunschkonzert.“
Bad Camberg - So kennen ihn die Bad Camberger: Ein schelmisches Lächeln auf den Lippen, vielleicht ein wenig nachdenklich, wenn er bei den Festen wie Herbstmarkt, Kerb oder im Kurhaus dabei ist. Seine lockeren Sprüche als Conférencier des Kurorchesters schätzen alle. Auch wenn er in der letzten Zeit krankheitsbedingt oft gefehlt hat. Jetzt ist Franz Martin Wenz wieder gut dabei und hat natürlich das passende Motto parat: „Den Kopf hoch und immer weiter.“ Denn: „Das Leben ist kein Wunschkonzert.“ Und dennoch: Er hat es geprägt, sein Leben und das vieler anderer - durch sein Handwerk und viel mehr noch durch die Musik. So hat er sich und andere beflügelt. Die gute Laune treibt an. Heute wird Franz Martin Wenz 90. Diese Zahl: Man mag es kaum glauben, welche Lebensleistung dahinter steckt. Ein halbes Jahrhundert Berufsleben. Viele hatten es bedauert, als sich der Bäckermeister zur Ruhe setzte, denn seine hervorragenden Backerzeugnisse, für die er mit an die 50 Goldmedaillen ausgezeichnet wurde, waren legendär. Aber eben nicht nur das. Die harte Arbeit in der Backstube, das frühe Aufstehen hinderten ihn nicht daran, sein Hobby zu pflegen. Das mit vollem Einsatz und ganzem Herzen: die Musik. Es gibt immer einen Weg Die meisten kennen ihn als Posaunist des Kurorchesters. Doch früher spielte Franz Martin Wenz Geige, begeisterte die Menschen mit seiner Tanzmusik, teils mit seiner eigenen „Kapelle Wenz“, später dann als Leiter und Mitbegründer der Camberger Hessen-Musikanten. Besonders stolz ist er auf das Mitwirken bei einem Nato-Ball in Paris in den 60er Jahren. Doch der Hauptberuf hinterließ Spuren. „Die Arbeit am Ofen, das ging alles auf die Hände“, sagt er. „Die Beweglichkeit der Finger lässt dann nach.“ Für die Geige war das ein Problem. So wechselte er zwar das Instrument, aber nicht sein Hobby. Denn: Es gibt immer einen Weg. Seiner führte ihn in der Musik zum Camberger Kurorchester. Dort hat er nun 67 Jahre gespielt und 64 Jahre moderiert. Seinen 90. Geburtstag nimmt er zum Anlass, sich von dieser aktiven Tätigkeit zu verabschieden. Aber als Zuhörer wird er sicher nicht von „seinem“ Orchester lassen können. Wie viele Witze hat er in diesen Jahren erzählt und das Publikum zum Schmunzeln gebracht? Man kann sie gar nicht zählen. Es sind Tausende. Ein- bis zweimal die Woche Konzerte mit dem Orchester - da kommen schnell große Zahlen zusammen. Überhaupt: Franz Martin Wenz ist ein kommunikativer Mensch. Ein Besuch beim Stammtisch, kleine Treffen - die sind ihm wichtig. Dabei natürlich das Gespräch. Vieles kann er aus der Vergangenheit beisteuern, was heute auch junge Menschen sehr interessiert. Ein Beispiel ist die Camberger Kerb. Vor zehn Jahren erzählte er bereits darüber in dieser Zeitung. Und natürlich fällt ihm immer noch etwas Neues ein. Jetzt ist wieder Kerbe-Zeit, und er weiß noch, wie er früher mit dem eigenen Orchester auch bei anderen Kirmes- und Kerbeveranstaltungen aktiv war. Sehr oft in Villmar. „Dort zogen wir bei der Kirmes mit der Musik von Haus zu Haus.“ Vor 70 Jahren Kerbebursche Seine eigene Kerb in Camberg liegt nun 70 Jahre zurück. 1952: Damals waren die 20-Jährigen an der Reihe, und der Kerbejahrgang wechselte jedes Jahr. „Es war eine schöne Zeit, aber der Krieg noch nicht lange vorbei. Wir hatten wenig Geld“, sagt Franz Martin Wenz. Er erinnert sich gerne an den Kerbeumzug mit Musik durch Camberg, an den Kirchgang. „Damals führte der Umzug durch die ganze Stadt“, sagt der Bäckermeister. Mit 20 - damals stand er am Anfang eines Lebens, in dem er sich viele Träume erfüllen durfte. Allen ging es so: 35 bis 40 junge Leute, die damalige Schulklasse. „Wir sind damals nicht mit unseren Freundinnen zur Kerb gegangen. Das gab es nicht. Das waren die Schulkameradinnen.“ Die Kerbeburschen hatten Hüte, bunt und mit Federn. Gemeinsame Trikots - so wie heute - gab es natürlich nicht. Dafür kamen die jungen Männer im Sonntagsanzug oder mit Hose und Sakko - so gut angezogen wie irgend möglich. Was ist Zeit? Er denkt zurück. Vieles hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Dabei gab es Entscheidungen, die vielleicht nicht immer richtig waren. Aber in einem ist er sich sicher: „Mit dem heutigen Wissen würde ich vielleicht etwas anders machen. Aber wenn man genau zurückdenkt, an die damalige Situation, das damalige Leben, die eigenen Wertvorstellungen, die man hat, dann würde es wahrscheinlich wieder so sein.“ Höhen und Tiefen: Sehr traf die Familie der Tod seiner Frau Maria vor sieben Jahren. Und dennoch: Franz Martin Wenz ist gut aufgehoben in einer liebevollen Familie und hat einen sehr großen Freundeskreis. Zu den ersten Gratulanten werden sicher seine beiden Töchter Christiane und Alexandra mit ihren Familien gehören, ebenso die Enkelinnen Lara und Hanna, auf die er sehr stolz ist. Der Musiker und Bäckermeister im Ruhestand ist zufrieden. „Im Alter, da hat man doch schon alles“, sagt er. Das Wichtigste ist: eine gute Zeit. Deshalb sind heute alle, die ihm gratulieren möchten, beim Weißwurst-Frühstück im Kurhaus von 10.30 bis 12.30 Uhr willkommen. Er freut sich auf das Gespräch miteinander und untereinander. Von Geschenken bittet das Geburtstagskind allerdings abzusehen. Stattdessen wird er wie zu seinen bisherigen runden Geburtstagen ein Sparschwein für einen wohltätigen Zweck aufstellen. Dieses Mal sammelt er für die Bad Camberger Jugendarbeit. Petra Hackert Franz Martin Wenz wird 90. © hvo

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