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Beschlossene Sache: Die Stahl-Variante der Kurhausbrücke.

Eilantrag der Grünen

Freibadsanierung in Bad Camberg: Stahlbrücke ist beschlossene Sache

Die Bad Camberger Kurparkbrücke kommt in der vorgestellten Stahlbauweise. Einem entsprechenden Eilantrag der Grünen stimmten alle anwesenden Stadtverordneten in der Sitzung im Würgeser Gemeindezentrum zu.

Die Grünen hatten im Vorfeld der Stadtverordnetensitzung deutliche Kritik geübt, dass die Fraktionen von der Stadt ihrer Meinung nach nicht ausreichend an der Entwicklung des Kurparkbrücken-Konzeptes beteiligt wurden. Trotzdem wollten sie die Brücke nicht verhindern und beantragten, die Brücke wie durch das Architekturbüro Hamm + Partner im Bauausschuss vorgestellt in Stahlbauweise zu realisieren.

Der Antrag beinhaltet auch, den Ausschuss für Planung und Bau regelmäßig über den Planungs- und Baufortschritt zu informieren sowie den Haupt- und Finanzausschuss über die Kostenentwicklung. Grünen-Fraktionsvorsitzender Dieter Oelke sagte, nach neuestem Stand komme die Brücke schon auf Kosten von 500 000 Euro, möglicherweise am Ende noch teurer. Da wollten die Stadtverordneten natürlich informiert sein.

CDU-Fraktionsvorsitzender Daniel Rühl betonte, seine Fraktion trage den Antrag mit, da er die Kurparkbrücke für ein Leuchtturmprojekt halte, das zum Markenkern Bad Cambergs als Kur- und Gesundheitsstadt passe. Rühl hatte auch kein Problem damit, dass Bürger im hohen Maße die Gestaltung der Brücke mitbestimmten. In Richtung der Verwaltungsspitze sagte Rühl aber, dass man den Prozess deutlich besser hätte steuern und moderieren können.

Jürgen Eufinger (SPD) vertrat hingegen die Auffassung, dass das Parlament genügend eingebunden gewesen sei. Das Parlament habe ja durch die Bereitstellung der Haushaltsmittel ein Signal für den Bau gesetzt. Ihm sei es auch von Anfang an klar gewesen, dass zusätzliche Kosten für das Projekt entstehen würden, so Eufinger.

Ein weiteres Großprojekt in Bad Camberg wird das Schwimmbad werden, wo noch offen ist, ob das alte saniert oder wegen der ständig hohen Reparaturkosten nicht doch gleich ein neues gebaut wird. Andrea Reusch-Demel (CDU) berichtete, dass das Land Hessen ein neues Schwimmbadprogramm aufgelegt habe, das erstmalig auch die Förderung von Freibadsanierungen enthalte. Maßnahmen könnten in Höhe von 30 Prozent bis zu einer Million Euro pro Projekt gefördert werden, erläuterte die CDU-Stadtverordnete.

Zunächst müsse die Stadt mit dem Bad aber auf die Prioritätenliste des Kreises kommen. Reusch-Demel meinte, dass es klar sei, dass die Stadt in Sachen Freibad handeln müsse. Der nächste Schritt müsse es sein, dass die Stadt dem Parlament erläutere, was konkret alles am Bad zu erneuern sei.

Die SPD hatte ebenso wie die CDU einen Antrag in Sachen Schwimmbad auf die Tagesordnung der Stadtverordnetensitzung setzen lassen. Der Unterschied des SPD-Antrages sei, wie Simon Steioff anmerkte, dass die Sozialdemokraten neben Infos zum Sanierungsbedarf zusätzlich eine Prüfung wollten, ob nicht vielleicht ein Neubau sinnvoller sei. Denn die Stadt müsse jedes Jahr nicht unerhebliche Mittel für die Sanierung des alten Bades in die Hand nehmen.

Grünen-Fraktionschef Dieter Oelke meinte, die Frage sei, ob das alte Bad überhaupt noch sanierungsfähig sei. Das müsse der Magistrat sagen. Oelke sagte, bei einem Neubau sei die Stadt schnell mit vier bis sechs Millionen Euro dabei. Da das Landesprogramm nur jährlich mit Mitteln in Höhe von zehn Millionen Euro ausgestattet sei, glaubt Oelke bei der sicherlich hohen Zahl landesweiter Anträge nicht daran, dass Bad Camberg die Höchstförderung von einer Million Euro wirklich bekommen kann. Jürgen Eufinger (SPD) findet es auch wichtig, jetzt ein Konzept zu erarbeiten, damit die Stadt nicht ab 2019 ohne Bad dastehe, weil sie für das alte Bad keine Betriebserlaubnis mehr erhalte. Rühl sprach von einem klaren Bekenntnis zum Bad, aber von noch keiner Festlegung für Sanierung oder Neubau.

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