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Beim Flohmarkt auf den Pfortenwiesen wird gehandelt.

Bei bestem Wetter

So war der Frühjahrsmarkt in Bad Camberg

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Herrliches Wetter trug mit dazu bei, dass Frühjahrsmarkt, Autoschau, der Flohmarkt auf den „Pfortenwiesen“ bis hin zur Bahnhofstraße und der verkaufsoffene Sonntag Besuchermagnete waren. Wo sonst findet man so viel zum Sehen, Schmecken, Fühlen, Riechen auf einmal?

Was für die Ohren gab’s auch: „Ben’tagon“ sorgte auf dem rappelvollen Marktplatz dafür, dass mancher gar nicht mehr aufstehen wollte. Höchstens zum Tanzen, denn die Musik geht in die Beine. Die Wurst ist eine Delikatesse. Und: Sie hat eine besondere Anreise hinter sich. Die Bad Camberger Feuerwehrleute waren eigens in die Partnerstadt Bad Sulza gereist, um von dort die Thüringer Bratwurst mitzubringen. „Sie lässt sich ganz weichdrücken und kommt beim Braten in die richtige Form“, schwärmt ein Floriansjünger aus Würges.

Er hat sie gerade gekostet. Diethard Hofmann auch. Der Dauborner Feuerwehrmann ist mit seiner Frau Sabine über den Frühjahrsmarkt spaziert – natürlich nicht, ohne seinen Bad Camberger Kollegen einen Besuch abzustatten. Daher wusste er von der „partnerschaftlichen Wurstreise“ und hat natürlich gerne probiert.

„Das ist für uns richtig viel Arbeit“, sagt der Sprecher der Bad Camberger Autohändler Karl-Heinz Reichert mit Blick gen Himmel. Am frühen Sonntagmorgen hatte es noch einmal geregnet. Deshalb hat er die Rückwände des Präsentationszelts ausgetauscht. Die Optik muss stimmen. Alle sieben Bad Camberger Autohäuser legen Wert auf einen guten Auftritt. Den haben sie im Bereich des Kurhauses, vor dem Amthof und im Amthof-Innenhof. Die Fachwerkkulisse tut ein Übriges.

Schlendern und sich informieren – genau das macht Jens Heuser gerade mit seiner Familie. Mit Frau Andrea und den beiden Kindern wird ein Auto nach dem anderen in Augenschein genommen. Die Familie will demnächst einen neuen Wagen kaufen. Klar: Die Diesel-Affäre ist überall Gesprächsstoff. Abgaswerte spielen eine Rolle, Verbrauch, Sicherheit. Doch darüber könnte man sich auch im Internet informieren. Jetzt geht es einen Schritt weiter. Andrea Heuser will das Auto sehen. „Ich muss es anfassen können, mich reinsetzen“, sagt sie und erklärt: „Online, das reicht nicht.“ Und: „So wie hier, ein solch breites und unterschiedliches Angebot auf engem Raum, das findet man nicht so oft.“ Deshalb hatte sich die Familie aus Weilrod die Autoschau bewusst als Ziel ausgesucht. Mehr als ein kleines Wörtchen mitreden werden ihre Kinder. „Schön groß muss es sein“, sagt Linus (11), der immer hinten sitzt und Beinfreiheit will. Für Elisa (14) ist die Musik wichtig. „AUX muss dabei sein“, sagt sie. Was das ist? Etwas, worauf Erwachsene vielleicht nicht immer achten: Man kann sein Handy ans Autoradio anschließen und die Playlist abspielen. Für eine lange Urlaubsreise sehr, sehr wichtig. Und was meint der Vater? „Ich mache das, was alle wollen“, schmunzelt Jens Heuser.

Die Geschäftsleute haben ihre Türen geöffnet und beraten, was das Zeug hält. Auf den Pfortenwiesen wird gehandelt. Emsig. Bis hinauf zur Bahnhofstraße reiht sich ein Flohmarktstand an den nächsten. Die Geschäfte laufen gut, ist zu hören. Mit dabei Georg und Waltraud Rühl. Die beiden sind gerade von Bad Camberg nach Neesbach gezogen. Deshalb ist ihr Stand reich bestückt, denn vieles soll weg. Kleidung ist auch dabei. Allerdings: Die warmen Sachen bleiben liegen. Die Besucher sind in Frühlingslaune. „Und die kleinen Sachen, der Nippes, wird sehr nachgefragt“, bemerkt Waltraud Rühl. Mit kurzen Hosen, ohne Strümpfe, dafür mit offenen Sandalen – so sind einige unterwegs. „Die Leute freuen sich über den Frühling“, sagt auch Karin Schäfer, die mit ihrem Sohn Marius über den Platz bummelt. Gerade haben sich die beiden Würgeser ein Eis gekauft. Genau das Richtige für diesen Tag. Noch ein Bad Camberger genießt die Sonne: Thomas Bogner ist unterwegs in Richtung Flohmarkt. Schlendern, schauen und genießen, das ist heute angesagt.

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