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Dirk Leichthammer (mit ausgebreiteten Armen) schildert einige Probleme, die die Geschäftsleute umtreiben. Bürgermeister Jens-Peter Vogel (Zweiter von rechts) sucht mit nach Lösungen.

Einzelhandel in Bad Camberg

In der Altstadt fehlt es an Parkplätzen - besorgte Ladeninhaber suchen Gespräch mit der Stadt

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Die Geschäftsleute in der Bad Camberger Altstadt machen sich Sorgen um die Zukunft – auch weil sie meinen, das Parkplatz-Angebot könnte besser sein. Eine ihrer Fragen: Wäre es möglich, im Winter auf den autofreien Marktplatz zu verzichten? Sie wollen einen Diskussionsprozess starten.

Bad Camberg - Als Dirk Leichthammer die drei Elektroautos auf dem Parkplatz vor dem alten Feuerwehrgerätehaus sah, blieb ihm die Spucke weg. „Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte“, sagt der Bad Camberger Geschäftsmann. Zuerst fielen die Parkplätze auf der linken Seite vor dem Gebäude weg, weil „Am Amthof 7“ verkauft, belegt und die Plätze dafür nun für Firmenfahrzeuge genutzt werden. Noch mal drei weniger stimmte ihn missmutig. Obwohl: In einem hat er sich geirrt: Ein Elektrofahrzeug parkte nur zufällig da. Die beiden anderen stehen jetzt auf zwei markierten Plätzen, weil an dieser Stelle eine Lademöglichkeit besteht. Noch. Denn eine Säule am Bahnhof ist in Vorbereitung. Sobald sie installiert ist, wird eines der beiden E-Fahrzeuge am Bahnhof, das andere weiterhin am Amthof zu finden sein. So plant es die Stadt.

Der Marktplatz im Winter. Frage der Geschäftsleute: Wären Kurzzeit-Parkplätze in dieser Jahreszeit auch am Wochenende möglich?

Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD) und die Leiterin des Ordnungsamts Heike Niehörster waren zu den Geschäftsleuten auf den Marktplatz gekommen, weil die Gewerbetreibenden auf einen Missstand aufmerksam machen wollen: „Die Zahl der Kurzzeit-Parkplätze in der Altstadt hat sich ständig reduziert“, berichtet Metzger Leichthammer. Seine Frau Sybille, Markus Heun („Buch und Schreiben Irina Heun“), Stefanie Trautmann („Die Blume am Marktplatz“),

Anwohner auch betroffen

Constanze und Uwe Grimm („Friseursalon Grimm“), und Anwohner Hartmut Biegel unterstützen dies: Seit die Stadt das ehemalige Bauhof-Gelände verkauft und die städtischen Bediensteten sich ebenfalls Parkplätze suchen müssten, seien es immer weniger geworden. Und schließlich nutzten auch die Anwohner die Parkplätze, hauptsächlich die auf dem Parkplatz Bächelsgasse.

Auf dem Chambray-lès-Tours-Platz zwischen Amthof und Kurhaus ist fast immer noch etwas frei.

„Schätzen Sie einmal, wie viele Parkplätze es in der Altstadt gibt“, warf Ordnungsamtsleiterin Heike Niehörster in die Runde. Es sind 93 – den „Grünen Platz“ nicht mitgerechnet. Und auf dem Chambray-lès-Tours-Platz sei häufig ein Platz zu finden. Allerdings: „Wenn die Gastronomie im ehemaligen Josefshaus richtig läuft, was wir alle wünschen, dann wird es noch knapper“, fürchtet Leichthammer. 80 Gäste einer Feier, die teilweise mit dem Auto kämen – schon könnte es noch enger werden.

Marktplatz nutzen

Die Altstadt-Geschäftsleute wollen das Thema auch deshalb noch einmal zur Sprache bringen, weil sie meinen, dass sich der autofreie Marktplatz an den Wochenenden (samstags und sonntags) gerade im Winter nicht für Außengastronomie anbiete. „Ihn damit zu beleben ist jetzt doch nicht sinnvoll“, sagt Sybille Leichthammer. Ihr Vorschlag: Vielleicht im Winter an den Wochenenden die Regelung ändern und Kurzzeit-Parkplätze zulassen.

Die Parkplätze an der Obertorstraße werden eifrig genutzt. Hier ist es möglich, maximal zwei Stunden zu parken ? kostenfrei.

Während des Gesprächs gut zu sehen: Einige nutzen den Marktplatz, um schnell zu parken und sich etwas zu besorgen. Ein Auto steht über eine Stunde da. Die städtischen Ordnungshüter kontrollieren regelmäßig. „Aber meine Kunden sind sauer, wenn sie für fünf Euro Fleischwurst 15 Euro Strafe zahlen müssen“, sagt Leichthammer.

Vor dem alten Feuerwehrgerätehaus: Seit das Gebäude links verkauft ist, sind die davorliegenden Parkplätze zu Firmen-Plätzen geworden.

„Die Regelung, die jetzt gilt, geht aber auch auf eine Erhebung und Absprachen mit den Geschäftsleuten zurück“, erinnerte Bürgermeister Vogel. Den autofreien Marktplatz am Wochenende gibt es seit zehn Jahren. Den Wochenmarkt donnerstags noch nicht so lange, doch er werde sehr geschätzt. Die Ideen und Vorschläge der Gewerbetreibenden sollten ernst genommen werden – doch sei die Verwaltung bei einer politischen Entscheidung der falsche Ansprechpartner. Wichtig sei das Gespräch mit den Fraktionen. Hier wollen die Gewerbetreibenden nun anknüpfen, zu einer größeren Runde einladen, ihre Vorstellungen und Wünsche äußern und klären, welche Möglichkeiten es gibt.

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