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Sie sind fit! Die Jungen und Mädchen der ?Kinderoase? eröffnen die Gesundheitstage mit viel Elan.

Bad Camberger Kurhaus

Die Gesundheitstage bieten Tipps und Gelegenheit zum Mitmachen

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Die Mitmach-Angebote prägen die Gesundheitstage in Bad Camberg – ein Selbstläufer im Kurhaus. Bei freiem Eintritt nutzen die Besucher immer wieder gerne die Gelegenheit, sich zu informieren und auszuprobieren, was ihnen gut tut.

Daria Vent schüttelt den Kopf. Es folgt ein leichtes Nicken, dann wieder Kopfschütteln. Nein, es geht hier nicht um Ablehnung oder Einverständnis. Die Physiotherapeutin bringt ihre Gruppe, die sich im Clubraum des Kurhauses eingefunden hat, zum Entspannen. Der Nacken lockert sich, wenn der Kopf mal nach rechts und links gelegt und der Hals gedehnt wird. Das Nicken und Kopfschütteln mobilisiert und löst. Die schwerste Übung dieser Reihe: Die rechte Hand geht „in Handystellung“ ans Ohr, die Finger entsprechend, die linke zeigt „wie James Bond“ schussbereit nach vorne – mit ganz anderer Fingerstellung. Jetzt der Wechsel, möglichst schnell. Manche schaffen es, den meisten gelingt es nicht auf Anhieb. Dennoch hat Daria Vent ihr Ziel erreicht: „Die Übung soll gar nicht funktionieren“, erklärt sie. Das eine ist die Bewegung, die Koordination, das andere das herzhafte Lachen, das alle im Saal erfasst. Darum ging’s: Alle sind völlig entspannt, und die gute Laune ist da.

Die „kleinen Übungen für den Alltag“, so der Titel des Mitmach-Angebots im Clubraum des Kurhauses, waren nur eine von vielen Gelegenheiten, sich selbst zu betätigen. Das kennzeichnet die Bad Camberger Gesundheitstage im Kurhaus. Rund 40 Aussteller decken ein breites Spektrum ab, angefangen von „Kurstadt Bad Camberg barrierefrei“ bis hin zum Auqua-Jogging mit Linda Voss im Kurhhaus-Hallenbad.

Margret Nemeczek hat Schmerzen im Oberarm – wahrscheinlich von der Gartenarbeit der letzten Tage. Hier hilft das Dehnen und Strecken, aber auch die Selbstmassage mit der Faszienrolle oder dem kleinen Ball. „Man kann zur Not auch einen Tennisball nehmen“, rät Daria Vent denjenigen, die es zu Hause einfach einmal ausprobieren wollen. Die Teilnehmer stehen an die Wand gelehnt, bewegen die Bälle und Rollen an den schmerzenden Stellen entlang. „Was besser durchblutet ist, kann besser heilen“, sagt die Fachfrau und rät, das Ganze noch mit der Atmung zu kombinieren, um einen tieferen Effekt zu erzielen. „Das muss keine wilde Übung sein. Manchmal ist es etwas ganz Kleines, das hilft.“ – „Das kann man länger machen“, sagt Claudia Schmitt mit einem befreiten Ausatmen. Die Bad Cambergerin hat dazugelernt. Ebenso Margrit Arnold und Heinrich Zelosko. Sie kommt aus Höchst im Odenwald, er aus Wiesbaden. Beide sind in Bad Camberg zur Kur und holen sich bei den Gesundheitstagen die richtigen Anregungen.

Die sind wahrlich vielfältig. So setzt sich der VdK für soziale Gerechtigkeit ein, Selbsthilfegruppen wie die Rheuma-Liga erklären, warum man gemeinsam stärker ist. Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD), der die Tage gemeinsam mit Kurdirektor Bodo Schäfer sowie den Jungen und Mädchen der „Kinderoase“ eröffnet hatte, riet, sich ein wenig Zeit zu nehmen, um sich gezielt zu informieren. Außerem warb er für eine Vereinsgründung, die demnächst ansteht. Die Ärztin Margarete Ruppert informierte darüber an ihrem Stand: Die Gründung eines Hospizvereins für den Goldenen Grund steht kurz bevor. Hier war die erste Gelegenheit, das Ganze mit seiner Unterschrift zu unterstützen.

Eine weitere Neuheit: Dieses Mal starteten die Tage mit einem ökumenischen

Gottesdienst

im Kurhaus, denn die beiden Pfarrer Bastian Michailoff und Joachim Wichmann gestalteten. „Das war wirklich sehr schön“, sagte eine Bad Cambergerin, die eigens deshalb etwas früher gekommen war.

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