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Über eine solche Brücke können Fußgänger wohl bald vom Kurviertel in die Bad Camberger Innenstadt gehen.

Bad Camberg

Wer hätte wann über die Brücke im Kurpark informiert sein müssen?

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Sind die Stadtverordneten rechtzeitig informiert worden, dass eine Stahlbrücke den Kurpark barrierefrei machen soll? Diese und andere Fragen waren Thema in einer Bürgerversammlung.

Spätestens nach einer Presseveröffentlichung im Dezember vergangenen Jahres hätten die Bad Camberger Grünen eigentlich hellhörig werden können, dass es auf eine Kurparkbrücke in Stahlbauweise hinausläuft, sagte Bauamtsleiterin Bärbel Stillger. Die Kritiker der Brückenpläne hätten auch in insgesamt 41 Magistrats-, Stadtverordneten-, Ausschuss- und Ortsbeiratssitzungen zum Thema nachfragen können. Aber spätestens nach der Bewilligungsbescheid-Übergabe im Dezember 2017 hätten auch die Bad Camberger Grünen gewusst, dass das Stadtbauamt und der Verein Kurstadt Bad Camberg barrierefrei eine Kurparkbrücke in Stahlbauweise bevorzugen. Denn genau das steht in einem Presseartikel, den Bärbel Stillger in der Bürgerversammlung zeigte.

Außerdem sei Oelke bei einer Veranstaltung des Vereins Kurstadt Bad Camberg barrierefrei gewesen, in der es um dasselbe Thema ging., sagte der frühere Bürgermeister Wolfgang Erk (SPD).

Oelke bestreitet dies. Er blieb auch in der Bürgerversammlung bei seiner Meinung, dass die Stadt die Mandatsträger nicht frühzeitig richtig informiert habe. Die Stadtverordneten hätten ein Recht darauf gehabt, an der Festlegung der Brückengestaltung beteiligt zu werden, sagte der Grünen-Fraktionschef. Das geht jetzt aber nicht mehr, weil eine grundlegende Änderung der Planungen wahrscheinlich den Verlust des Zuschusses der Europäischen Union und somit das komplette Aus der Kurparkbrückenwünsche zur Folge hätte.

Bauamtschefin Bärbel Stillger sagte in der Bürgerversammlung, dass die konkreten Planungen des Bad Camberger Architekturbüros Hamm + Partner erst seit kurzem vorlägen und den Stadtverordneten wegen der Sommerpause nicht früher hätten vorgestellt werden können. Bei der Erlangung des Baurechtes habe die Brückengestaltung an sich nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Und sie erwarte von mündigen politischen Köpfen, dass die von sich aus nachfragten, wenn ihnen ein Aspekt besonders wichtig sei, sagte Bärbel Stillger. In 41 Sitzungen der städtischen Gremien sei Gelegenheit dazu gewesen.

Dieter Oelke stellte klar, dass der Verein Kurstadt Bad Camberg barrierefrei eine tolle Arbeit mache. Es sei aber nicht in Ordnung, dass auf politischer Ebene die Art der Brückenausführung nie ein Thema gewesen sei. Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD) sieht das anders. Solche Einwände seien kurz vor Umsetzung des Projektes nicht zielführend. Wer sich nicht richtig informiert fühle, der hätte die Stadt viel früher darauf ansprechen müssen.

Die Initiative, das Thema Kurhausbrücke wieder aufzunehmen, sei von der Bürgerschaft ausgegangen, erinnerte sich Ex- Bürgermeister Wolfgang Erk. Die Verwaltung habe eng mit der Initiative zusammengearbeitet. Der Verein Kurstadt Bad Camberg barrierefrei habe zu seinen Veranstaltungen alle Fraktionen eingeladen. Er sei sich sicher, dass auch die Grünen in den Sitzungen vertreten gewesen seien. Man müsse schon froh sein, dass mittlerweile alle Verantwortlichen in Bad Camberg für eine Kurparkbrücke seien, sagte Erk. Das sei früher ja nicht der Fall gewesen.

Die anwesenden Bürger hatten auch Fragen: Ein Radfahrer wünschte sich, dass die Kurparkbrücke auch für Radfahrer freigegeben wird. Bärbel Stillger erinnerte daran, dass bisher im kompletten Kurpark Radfahrverbot gelte. Man müsse darüber reden, ob man das Verbot teilweise aufheben könne. Bürgermeister Vogel sagte, dass man im Interesse der Kurparkgäste sein Rad auch mal 30 Meter schieben könne. Gefragt wurde auch, ob ein Rollstuhlfahrer die Rampen zur Brücke aus eigener Kraft hinauffahren könne. Architekt Oliver Hamm bestätigte dies. Die Steigung betrage nur zwei Prozent; die Rampe am Kurhaus habe eine Steigung von acht Prozent und gelte trotzdem als behindertengerecht.

Hamm verteidigte seine Pläne und sagte, die Brücke werde sich gut einfügen. Solch eine filigrane Brücke werde in der Region einmalig und ein echter Zugewinn für Bad Camberg sein. Wenn jetzt nichts mehr dazwischen komme, sei eine Eröffnung der Brücke Ende Oktober 2019 realistisch.

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