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Isabel Thieme ist die neue Umweltbeauftragte der Stadt Bad Camberg.

Bad Camberg hat eine Umweltbeauftragte

Isabel Thieme hat sich viel vorgenommen

  • vonPetra Hackert
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Derzeit arbeitet sie an der Kohlendioxid-Bilanz

Gestern Abend sollte sie sich im Umweltausschuss vorstellen - die Sitzung ist abgesagt worden wegen Corona. So geht es Isabel Thieme zurzeit öfters. Sie ist die neue Umweltbeauftragte der Stadt Bad Camberg. Zu ihren Aufgaben gehört es, den Klima-Aktionsplan der Stadt Bad Camberg fertigzustellen und umzusetzen.

Gerade beschäftigt sie sich deshalb mit dem Thema CO2. Die Kohlenstoffdioxidbilanzierung ist ein wichtiger Baustein dieser Planung, der noch fehlt. Eine von vielen Baustellen, mit denen sich die 41-Jährige gerade befasst. Sie hat sich sofort in die Arbeit gestürzt. Mancher Präsenztermin stockt gerade wegen der Pandemie. Anderes ist leichter handhabbar. Oft geht es um Prozesse, Entwicklungen, Ideen. Da kann und will sie einiges anstoßen - in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, der örtlichen Politik, Kindergärten, Schulen, Vereinen, Organisationen und Privatleuten.

Ansprechpartnerin für alle

So versteht sie ihre Aufgabe: "Ich bin Ansprechpartnerin für alle." Deshalb freut sie sich über Anregungen, hat aber natürlich auch schon eigene Ansätze, bedingt durch ihre bisherige Erfahrung.

Die Diplom-Geografin ist gelernte Gärtnerin (Schlossgarten Weilburg) kommt aus Beselich, hat als Umweltplanerin in einem Planungsbüro in Linden bei Gießen gearbeitet, war die letzten sieben Jahre bei der Kreisverwaltung Limburg-Weilburg angestellt (Amt für den Ländlichen Raum und bei der Wasserbehörde). Zu ihren Aufgaben gehörte die ökologische Aufwertung von Oberflächengewässern. In Zusammenarbeit mit der Umweltbeauftragten des Landkreises, Hella Birker, hat sie bei der Kinder- und Jugendarbeit im Bereich Umweltbildung mitgewirkt. Die Dorf- und Regionalentwicklung waren weitere Schwerpunkte.

Bildungsprogramme und Mobilität

Hier sieht sie auch Ansatzpunkte für die Arbeit in der Kurstadt. Nur als Beispiel: Bei den Programmen des Landkreises in Sachen Umweltbildung von Kindern und Jugendlichen sei Bad Camberg bisher nicht so stark vertreten gewesen. Hier könne mehr geschehen. Auch das Mobilitätsmanagement ist ein Umweltthema, das sie zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Taunusschule angehen will. Das Problem: Zu viele Elterntaxis, insgesamt zu viel Verkehr. Hier sind Initiativen angedacht - wenn auch der nächste Präsenztermin wegen Corona erst einmal verschoben werden muss.

Sie will zusammenarbeiten, knüpft Kontakte zu den örtlichen Umweltschützern, Vereinen und Gruppierungen. "In Zusammenarbeit mit Bürgermeister Jens-Peter Vogel und dem Magistrat haben wir schon über ein erstes Programm gesprochen", sagt Isabel Thieme. Eine Ideensammlung für ihre künftige Arbeit. Dazu gehören dann die Verankerung des Klimaschutzes in der Verwaltung auf möglichst vielen unterschiedlichen Ebenen (Stichwort Klima-Kommune) und die Aufwertung von innerstädtischen Flächen im Sinne des Umwelt-/Klimaschutzes. Außerdem das Fertigstellen/Umsetzen des Klima-Aktionsplanes der Stadt Bad Camberg, die Ermittlung des kommunalen Energiebedarfs und möglicher Einsparpotentiale.

Essbare Stadt

Bad Camberg

"Essbare Stadt": Andernach hat es vorgemacht. Bad Camberg hat Potenzial, das sie nutzen will, umzusetzen mit alten heimischen Obst- und Gemüsesorten ("urban gardening"). Hinzu kommt die Schaffung von Trittstein-Biotopen ("tiny woods"), Entsiegelungen, insektenfreundliche Gestaltung von innerstädtischen Grünflächen, Erlebbarmachen kleiner Fließgewässer durch Renaturierung/Wegnahme von Verrohrungen, Schaffung von Naturerlebnisbereichen, auch und gerade für Kinder und Kurgäste, Umweltbildung/Öffentlichkeitsarbeit im Kinder- und Erwachsenenbereich, Einbeziehen der Kneipp-Lehre, beispielsweise bei der Umsetzung von Anpflanzungen. Dies als erste Bestandsaufnahme, zu der auch die Errichtung von Laufbrunnen im Stadtgebiet gehören könnte.

Isabel Thieme hat sich Gedanken gemacht, stellt sich den Gruppierungen vor und möchte Ansprechpartnerin für verschiedene Interessensgruppen, Vereine, Fachverbände und Bürger sein. Kontakt: E-Mail isabel.thieme@bad-camberg.de, (0 64 34) 20 27 10. petra hackert

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