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Marina Russmann, Alex Winn (vor der Bühne) singen mit dem ?Liederkranz? Oberselters das schwungvolle ?Jaj Mamam? aus der Czardasfürstin.

Wundervolles Konzert des „Liederkranz“ Oberselters

Ein Melodienstrauß zum Träumen

„So ein Tag so wunderschön wie heute“ – das Motto des „Liederkranz“ Oberselters beim Konzert war Programm. Ein bunter Melodienstrauß erwartete die Gäste im Bad Camberger Kurhaus.

In wunderbare, musikalische Gefühlswelten eintauchen, herzlich lachen bei „Veronika, der Lenz ist da“, unendlich berührt sein vom „Wolgalied“, sich über professionelle Solisten freuen und einen bestens aufgelegten „Laien“-Chor genießen. Auf all das konnten sich die vielen Besucher beim Muttertagskonzert einlassen und ein Stück Alltag hinter sich lassen. Dr. Georg Hilfrich und die Sängerinnen und Sänger vom „Liederkranz“ Oberselters machten es möglich, mit dabei waren „Opera et Cetera“, eine Truppe von jungen, ausgebildeten Sängern rund um den Star-Tenor Keith Ikaia-Purdy. Ein Zusammenwirken, auf das der Dirigent und Musikdirektor Hilfrich in den letzten Jahren schön öfters gesetzt hat und das sich immer wieder aufs Neue bewährt.

Die schöne Mischung an Titeln aus der Welt des Pops, der Oper, Operette und des Musicals als „für jeden etwas“ zu bezeichnen, trifft es dabei nicht ganz, eigentlich ist alles für alle. Immer wieder hört man aus dem Publikum ein erfreutes: „Oh ja, das ist schön...!“ wenn Moderator Michael Blevins Titel wie „Weißt Du noch“ aus der Czardasfürstin, „Falling in love is wonderful“ aus Annie Get your Gun oder „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ ankündigt. Die verkündete Vorfreude geht in absolute Stille im Publikum über, wenn die Mitwirkenden auf der Bühne agieren. Und das nicht nur, weil Kylee Slee und Pascal Mehl gemeinsam mit dem Chor und zum Dahinschmelzen schön von den „schweigenden Lippen“ singen . . ... Das Publikum hängt auch bei all den anderen Stücken gebannt an den Lippen der Sänger, und obwohl die über 200 Gäste an locker gruppierten Tischen sitzen, breitet sich während der Vorträge eine wohltuende Konzert-Atmosphäre aus.

Bis auf die Beiträge natürlich, bei denen das Publikum zum Mitsingen aufgefordert wird. Inspiriert von dem bisher gehörten lassen es sich die wenigsten entgehen, die „Capri Fischer“ oder den „Griechischen Wein“ mit anzustimmen. Überhaupt ist es der Wechsel, der das Konzert so kurzweilig macht. Der Wechsel aus den verschiedenen Genres, aus Zuhören und Mitmachen, und besonders der unterschiedlichen Besetzungen. Ikaia-Purdy, Marina Russmann, Kylee Slee, Alex Winn, Pascal Mehl glänzen als Solisten oder ergänzen einander zum Duett oder Ensemble. Begleitet werden die Sänger von Alexander Scherer und Dr. Georg Hilfrich am Klavier, und bei einigen Stücken von Alex Winn mit der Gitarre.

Eingebunden in den bunten musikalischen Strauß war natürlich auch der „Liederkranz“ Oberselters. Schon zu Beginn stimmten die Sänger mit „Adiemus“ oder „Conquest of paradise“ auf ein anregendes Konzert ein. Und beim letzten Konzert-Block war der Chor auch wieder dabei, gemeinsam mit den Solisten erklang wunderbar sanft die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen, schön schwungvoll gerieten „Jay Mammam“ und „Ganz ohne Weiber“ aus der Czardasfürstin.

Waren hier schon viel Applaus und Bravo-Rufe garantiert, war man vom großen Finale erst recht begeistert: „Va pensiero“ aus Nabucco und dann „Time to say goodbye“ – noch ein letztes Mal wurde man hineingezogen in ein wundervolles Klangbad.

Aber zu Ende war der „wunderschöne Tag“ noch nicht – erst gab’s noch zwei Zugaben, ganz viel Applaus, Bravo-Rufe – und all die wunderschönen Melodien ließen einen auf dem Heimweg noch lange nicht los.

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