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Wie sichert man seine Daten? Politiker aus dem Landkreis Limburg-Weilburg haben dabei ihre Strategien. Dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt, wissen sie aber auch.

Sicherheit im Internet

Nach riesigem Datenklau: So sichern Politiker aus Limburg-Weilburg ihre persönlichen Daten

Nachdem ein Hacker persönliche Daten von Politikern und Prominenten gestohlen hat, ist die Sicherheit im Internet wieder ein Thema geworden. Doch was tun unsere heimischen Politiker? Die NNP hat nachgefragt.

Er nutze die sozialen Netzwerke hauptsächlich zur Kommunikation mit den Bürgern seines Wahlkreises und zu Berichten über seine Arbeit als Abgeordneter, berichtet der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rabanus im Nachgang des Diebstahls der Daten von Hunderten Prominenten und Politikern, der kürzlich öffentlich wurde gegenüber der NNP. „Gerade bei Facebook ist die direkte Kommunikation mit den Usern besonders gut möglich, Anfragen können schnell und unkompliziert beantwortet werden“, sagt Rabanus. Er sich sei sich aber auch der Nachteile des Mediums bewusst. 

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„Zur Pflege des Social-Media-Profile gehört daher auch die regelmäßige Änderung der Passwörter. Aber auch Kontoeinstellungen über Zugriffe auf das Benutzerkonto oder die sogenannten Zwei-Faktor-Anmeldung sind hilfreich, Missbrauch vorzubeugen. Ein umsichtiger Umgang mit persönlichen Daten im Internet und sozialen Medien allgemein, Kreativität bei der Passwortwahl sowie die Nutzung empfohlener Sicherheitsvorkehrungen sollten allen am Herzen liegen, die online sind und kommunizieren. Persönlichen Daten sollten bestmöglich geschützt sein. Vor allem mit Blick auf meine Verantwortung als Betreiber einer Homepage und Facebookseite nehme ich diese Aufgabe besonders ernst.“

CDU-Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Willsch nutzt Facebook und seine Internet-Seite

Er gehe entspannt mit der Situation um, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch . „Ich versuche immer, bei meinen öffentlichen Äußerungen das zu sagen, was ich denke. Das bewahrt mich vor peinlichen Rückrufaktionen wie beim Grünen-Chef Habeck.“ Welche sozialen Netzwerke nutzt Willsch? „Twitter ist mir zu hektisch und wird von mir daher nicht aktiv bespielt, wohl aber mitgelesen. Mit Snapchat kann ich nichts anfangen. Meine Facebook-Fanseite und meine Internet-Homepage nutze ich, um meine Ansicht zu aktuellen Debatten und Ereignissen mitzuteilen. LinkedIn, Xing und Messenger-Dienste nutze ich nicht politisch, WhatsApp ebenfalls nicht.“ In puncto Sicherheit folge er „den einschlägigen Empfehlungen meiner Mitarbeiter, der Fachleute in unserer Bundestagsverwaltung und öffentlichem Expertenratschlag.“

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„Ich nutze die sozialen Netzwerke nicht so häufig“, sagt der Bad Camberger Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD). „Und ich gebe dort auch keine sensiblen Daten preis.“

Der Limburger Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) „wechselt ab und zu seine Passwörter für E-Mail-Zugänge oder auch bei Internet-Anbietern“, teilt der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach, mit. Die Social-Media-Kanäle nutze der Bürgermeister aktuell nicht.

Im Landratsamt werden hausintern Passwortsicherungen durchgeführt

Der neue Landrat Michael Köberle (CDU) fühlt sich beim privaten Umgang mit E-Mails und soziale Medien, „zurzeit sicher genug“, wie der Sprecher des Landkreises, Jan Kieserg, mitteilt, „er prüft aber immer wieder den aktuellen technischen Stand“. Bei den dienstlichen E-Mail-Zugängen in der Kreisverwaltung „werden seitens der hausinternen IT turnusmäßig Passwortsicherungen durchgeführt“.

Die neue Landtagsabgeordnete Marion Schardt-Sauer (FDP) aus Limburg-Ahlbach nutzt neben ihrer eigenen Homepage Facebook, Instagram „und für die direkte Kommunikation mit meiner Community auch Whats-App“. Ein Rückzug von Facebook & Co halte sie nicht für empfehlenswert, „das wäre aus meiner Sicht das völlig falsche Signal.“ Social-Media-Kanäle seien ein sehr wichtiger Baustein der Kommunikation mit den Bürgern. Sie habe den Zugang zu ihren privaten Accounts ohnehin „auf hohem Standard geschützt. Andererseits bin ich natürlich auch nicht naiv: Einen absoluten Schutz gibt es leider nicht.“

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Das bestätigt auch Waldbrunns Bürgermeister Peter Blum (parteilos). Er sei nicht ängstlich, aber vorsichtig. Schließlich sei in der Vergangenheit immer wieder zu erleben gewesen: „Hackbar ist alles.“ Aber man könne sich wappnen und den Empfehlungen von Providern und Sicherheitsexperten folgen. Für die dienstliche Kommunikation nutzt Peter Blum lediglich die gesicherten E-Mails-Accounts. Facebook oder andere Social-Media-Kanäle nutzt Blum nur privat; lediglich Terminbestätigungen tippt er Nachrichten per WhatsApp in sein Smartphone. Die Homepage der Gemeinde Waldbrunn ist seinen Angaben zufolge ebenfalls geschützt. Manipulationen hat es hier bislang nicht gegeben. Die gab es allerdings in Blums privaten Bereich, berichtet der 42-Jährige. Tatsächlich sei hier sein E-Mail-Account im vergangenen Jahr geknackt worden. Darauf habe ihn sein Provider umgehend hingewiesen und Sicherheitsmaßnahmen empfohlen. Blum änderte sämtliche Passwörter – und fühlt sich weiterhin sicher im Internet.

Villmars Bürgermeister: Soziale Medien heutzutage nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken

Villmars Bürgermeister Matthias Rubröder (31, CDU) nutzt Facebook und WhatsApp sowohl dienstlich als auch privat „sehr intensiv. Die sozialen Medien sind heutzutage ja nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken und unbestreitbar eines der wichtigsten Kommunikationsinstrumente geworden.“ Dabei achte er darauf, was er im Netz veröffentlicht. „Sehr private Momentaufnahmen mit meiner Freundin würde ich zum Beispiel nicht veröffentlichen.“ Als Person der Öffentlichkeit sei es nicht immer einfach, über alles den Überblick zu haben, privat achte er aber sehr darauf. Um eventuellen Datenmissbrauch sorge er sich nicht. Dennoch habe er ein Auge darauf. „Wenn wir ehrlich sind, dann können wir gerade im Internet keine hundertprozentige Kontrolle erwarten und auch nicht erlangen. Es gehört mittlerweile einfach zum Leben dazu“, so Rubröder. 

(pp/dick/goe/abv)

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