Bürgermeister Jens-Peter Vogel, Stadtbauamtsleiter Jan-Pieter Subat, Kita-Leiterin Annette Zinndorf und Architekt Helmut Kotyrba (von links) beim Besuch auf der Baustelle.
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Bürgermeister Jens-Peter Vogel, Stadtbauamtsleiter Jan-Pieter Subat, Kita-Leiterin Annette Zinndorf und Architekt Helmut Kotyrba (von links) beim Besuch auf der Baustelle.

Ein Besuch auf der Baustelle

Die neue Kita in Erbach kommt gut voran

  • vonPetra Hackert
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Zum September wird umgezogen - planmäßig. Bis jetzt liegen die Arbeiten an der Kita Erbach sehr gut in der Zeit. Die veranschlagte Bausumme von 5,5 Millionen Euro wird voraussichtlich nicht überschritten, so das Bad Camberger Stadtbauamt.

Sie hat schon ein Dach, Wände und ist ewig lang. "Riesengroß", staunten die Erbacher Kita-Kinder. Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Kita-Leiterin Annette Zinndorf hatten sie sich auf den Weg gemacht, um sich die künftige Kindertagesstätte anzuschauen. Das nächste Kindergartenjahr beginnt im August noch in den alten Räumen, dann wird umgezogen. Planmäßig zum September soll alles fertig werden. "Die bauausführende Firma leistet beste Arbeit", lobten Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD) und Bauamtsleiter Jan-Pieter Subat auf der Baustelle. Für die Kinder war das ein Abenteuer. Die Erwachsenen, darunter Stadtverordnetenvorsteher Heinz Schaus (SPD), nutzten die Gelegenheit, sich die räumliche Konzeption anzuschauen.

Im großen Turnraum hatten die meisten Platz. Die Selbstversorgerküche wird hinzukommen - das war den Eltern wichtig gewesen. Stadtrat Helmut Kotyrba (SPD) wies auf die energetischen und funktionalen Besonderheiten der neuen Kindertagesstätte hin. Kotyrba war offiziell vom Magistrat beauftragt worden, die Planungen als Architekt vorzunehmen, nachdem die Verwaltungsvereinbarung zwischen der Kirche und der Stadt gescheitert war. Diese Leistungen erbrachte er ehrenamtlich. "Wir haben nicht nur ökonomisch gedacht, sondern auch ökologisch - etwa durch die solare und passive Energiegewinnung", so Kotyrba. Diese Kombination schaffe von Grund auf die Voraussetzungen, mit denen ein Gebäude auch langfristig rentabel bleiben könne. Als Beispiel nannte er die Anlagentechnik. "Wenn sie gemäß den Vorgaben errichtet wird, wird der Betrieb des Gebäudes praktisch unabhängig von steigenden Strompreisen und würde aktiv einen Beitrag zur Energiewende leisten", erläuterte der Architekt. Die Stadt Bad Camberg werde dadurch eine Vorbildfunktion für andere Bauherren einnehmen und dazu beitragen, die wachsenden Klimaschäden durch einen zu hohen Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern.

Das Gebäude sei in enger Abstimmung mit der Kita-Leitung und den Elternvertretern entwickelt worden. Als Küchenkonzepts wurden das so genannte Cook-&-Chill-Verfahren und die Selbstversorgerküche geprüft. "Aus Kostengründen wurde sich für die Selbstversorgerküche entschieden, so dass eine Zulieferung durch einen Caterer zukünftig entfällt", sagte Kotyrba.

Wichtig sei auch, die Kosten kritisch zu hinterfragen. Hier von einer Kostenexplosion zu sprechen, wie in der Vergangenheit geschehen, sei irreführend. "Der Kostenvergleich des Angebotes für die derzeit in Planung befindliche Kita Würges hat ergeben, dass sich das Submissionsergebnis der Kita Erbach genau im selben Kostenrahmen befindet." Im Gegenteil würden durch die Eigenplanung etwa acht bis zehn Prozent Honorare für die Architektenleistungen eingespart. "Ein nachhaltig und wirtschaftliches konzipiertes Gebäude bekommt man natürlich nicht zum Spottpreis." Nicht das Submissionsergebnis der Ausschreibung sei überhöht gewesen, sondern die Haushaltsmittel seien mit drei Millionen Euro nicht aktualisiert, also zu niedrig veranschlagt worden. "Inzwischen sind alle wichtigen Gewerke vergeben, damit die Fertigstellung des Gebäudes zum September gewährleistet ist. Die seinerzeit veranschlagte Bausumme für das Gebäude inklusive Außenanlage und Möblierung von rund 5,5 Millionen Euro wird dabei voraussichtlich nicht überschritten", erklärte Bauamtsleiter Jan-Pieter Subat. Das Gebäude werde bei einer Grundfläche von etwa 1200 Quadratmetern einen umbauten Raum von etwa 5900 Kubikmetern umfassen.

Starkregen im Februar/März hatte dazu geführt, dass sich der Baubeginn um etwa zwei Wochen verzögert habe. " Dies hatte zur Folge, dass der Boden an Tragfähigkeiten verlor und zusätzlich ertüchtigt werden musste. Zudem hatten die Deponien noch nicht geöffnet, so dass der Erdaushub nicht abgefahren werden konnte", sagte Subat. Dadurch konnte erst Mitte März mit dem Bau begonnen werden. Das Bauamt und der beauftragte Generalunternehmer setzten alles daran, die Verzögerung wieder aufzuholen. Dies sei innerhalb des kurz gesteckten Zeitfensters möglich gewesen, da der Baukörper im Werk des Generalunternehmers in Telgte bereits vormontiert wurde. "Dadurch konnte die Verspätung kompensiert werden", so Subat.

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