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Drei Türme vereint dieses Bild: hinten links der Bad Camberger Obertorturm, auf der rechten Seite hinten der Untertorturm, fotografiert ist es vom Kirchturm aus.

Fertigstellung im Frühjahr

Neues Turmdach für St. Peter und Paul in Bad Camberg

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Jetzt steht er weithin sichtbar gut eingerüstet: Die Bauarbeiten am Bad Camberger Kirchturm haben begonnen. „St. Peter und Paul“ braucht ein neues Turmdach, und da gibt es einiges zu tun. Die Kosten übernimmt größtenteils das Bistum, zehn Prozent die örtliche Kirchengemeinde.

Die ersten Kostenschätzungen lagen zwischen einer halben und einer Million Euro. Etliche Privatleute und Organisationen haben schon gespendet, um die Sanierung des Turmdachs zu unterstützen. „18 200 Euro an außerordentlichen Spenden sind bis jetzt eingegangen“, berichtet Dominik Martin, Vorsitzender des Ortsausschusses Bad Camberg. Der Kirchturm ist nicht einsturzgefährdet, wohl aber sanierungsbedürftig. Das zeigt der Weg in die Höhe: Zuerst auf Treppen, dann über Leitern geht es auf dem Gerüst hoch zum Turmdach. „Die Gesamthöhe des Kirchturmes beträgt etwa 50 Meter. Hiervon fallen 22 Meter auf den gemauerten, unteren Teil des Turmes und 28 Meter auf das Turmdach“, berichtet Reinhard Spiekermann vom Architekturbüro Dreier in Niederbrechen.

Die Fachleute haben sich den Turm angeschaut, auch für Laien ist erkennbar: Einiges ist verwittert, Holzteile zerbröseln zum Teil unter den Händen. Das Schieferdach muss komplett eingedeckt, vorher aber noch der Dachstuhl saniert werden. Die Zimmerarbeiten im Dachstuhl sollen im September beginnen, erläutert Dominik Martin. Die Arbeiten seien gut im Zeitplan. Bis zum Frühjahr soll alles fertig werden – was natürlich auch abhängig von der Witterung, also dem nächsten Winter, ist.

Dass es einmal kalt wird, mag man sich bei 30 Grad Celsius Außentemperatur nicht vorstellen auf dem Weg nach oben zum Turm. Stiege für Stiege geht es in die Höhe. Der Blick über Bad Camberg ist phantastisch. Die Taunusschule mit den Photovoltaikanlagen ist sehr gut zu sehen. Die Pfortenwiesen, die Altstadt mit den beiden Türmen – Unter- und Obertorturm. Im Untertorturm ist ein Teil des Stadt- und Turmmuseums untergebracht. Man erreicht es über den Zugang zur Hohenfeldkapelle. Wer in die Türmerwohnung möchte, muss ganz schön steigen: 133 Stufen führen zum vierten und höchsten Geschoss in der Türmerwohnung. Der Untertorturm kann nicht erklettert werden – höchstens privat über die angrenzende Wohnung. Am Denkmaltag im September stand dort einmal ein Außengerüst. So erhielt jeder Interessierte die Möglichkeit, das Bad Camberger Wahrzeichen zu erklettern und in die Weite zu schauen – auch zu St. Peter und Paul.

Der Kirchturm ist normalerweise nicht besteigbar, auch jetzt ist es verboten – nur den Handwerkern gestattet und gerade einmal in Begleitung für den Pressetermin. Dennoch könnte es auch andere interessieren. Deshalb überlegen die Organisatoren, ob nicht eine Möglichkeit geschaffen werden kann, das Gerüst am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, für alle zugänglich zu machen. Der Wunsch besteht – noch als Idee. Bis jetzt ist das Besteigen nicht erlaubt!

Immer höher geht es. Wir erreichen das Schieferdach, dann die ersten Dachgauben. Hier sieht man sehr deutlich die Verwitterungen am Holz. Im Inneren des Turms sind sie an den Dachbalken auch erkennbar. Einiges ist noch zu tun. Viel Arbeit für die Zimmerleute, aber auch später für die Dachdecker. „Die Dachfläche des Turmdachs beträgt etwa 380 Quadratmeter“, sagt Reinhard Spiekermann. Nicht 486 wie 1940 vermessen. Die müssen erneuert werden.

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