Dr. Peter G. Theile soll Cura Sana als Insolvenzverwalter retten.
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Dr. Peter G. Theile soll Cura Sana als Insolvenzverwalter retten.

Betreiber von neun Altenpflegeheimen

Pflegedienstleister Cura Sana ist insolvent

  • vonTobias Ketter
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Limburger Fachanwalt sucht nach Investoren für Firma mit Sitz in Bad Camberg. Mitarbeiter müssen nicht auf Gehalt verzichten.

Bad Camberg -Elf Gesellschaften des Pflegedienstleisters Cura Sana mit Sitz in Bad Camberg haben Insolvenz angemeldet. Darunter befindet sich auch die Cura Sana Limburg-Weilburg gGmbH, die mehrere Einrichtungen im Landkreis betreibt. Der Fachanwalt für Insolvenz- und Steuerrecht Dr. Peter G. Theile aus Limburg wurde als Insolvenzverwalter bestellt.

Die Gründe für das vorläufige Insolvenzverfahren sind vielfältig. "Nachdem die Cura Sana Gruppe vor rund zwei Jahren ein positives Jahresergebnis erwirtschaftete, wirkt sich neben dem Fachkräftemangel vor allem die Pandemie auf das Ergebnis 2020 aus", sagt Theile. Das Unternehmen habe während der Corona-Krise Tagespflegeeinrichtungen schließen müssen. Außerdem gab es in Pflegeheimen Aufnahmestopps aufgrund von Corona-Fällen. "Bei gleichzeitig stark erhöhten Kosten für regelmäßige Corona-Testungen hat Cura Sana deutliche Umsatzeinbußen verzeichnet", sagt der Insolvenzverwalter.

Betreuung und Pflege

läuft normal weiter

Das Amtsgericht Limburg hat am 27. Januar dem Antrag auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren zugestimmt. Seitdem hat sich bereits einiges getan. Theile hat einen sogenannten M&A-Prozess (Prozess des Kaufs von Unternehmen oder Unternehmensteilen) angestoßen. "Mein Ziel ist es, bis Ende März einen oder mehrere Investoren zu finden, um die Betreuung und Pflege der alten Menschen in der Region für die Zukunft neu aufzustellen", erläutert der Fachanwalt. "Wir haben ein positives Echo aus dem Markt vernommen und schon erste Interessensbekundungen sowohl für die gesamte Gruppe als auch für einzelne Gesellschaften erhalten", so Theile weiter. Bei der Suche nach möglichen Investoren will der Fachanwalt keine Zeit verstreichen lassen. "Es ist wichtig, dass Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter schnell Klarheit darüber haben, wie es weitergeht", sagt er.

Die Betreuung und die Pflege der Senioren in den Einrichtungen von Cura Sana läuft normal weiter. Um die Auszahlung der Gehälter der 414 Angestellten sicherzustellen, hat Theile Insolvenzgeld für die Monate Januar bis März bei der Agentur für Arbeit beantragt. Eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes wurde bereits in die Wege geleitet, so dass die Beschäftigten nicht auf ihren Lohn warten müssen.

"In Gesprächen mit einigen Schlüssellieferanten haben diese ihre Unterstützung signalisiert, so dass ich sehr zuversichtlich bin, dass sie weiterhin zum Unternehmen stehen", sagt der Insolvenzverwalter. Dazu gehören laut seinen Angaben auch Zeitarbeitsfirmen, auf die Cura Sana aufgrund von Quarantänebestimmungen angewiesen ist. "Bewohner und ihre Angehörigen können daher beruhigt sein."

Eine Mitarbeiterin des Unternehmens ließ dieser Zeitung kürzlich mitteilen, dass die Cura-Sana-Gruppe ihre Gehälter und Prämien nicht ausgezahlt habe. Diese Aussage kann Theile nicht bestätigen. "Mir ist nicht bekannt, dass der Betrieb in den vergangenen Monaten den Lohn seiner Angestellten einbehalten hat oder nicht auszahlen konnte."

Die bisherige Geschäftsführung des Unternehmens, das insgesamt neun Altenpflegeheime sowie vier Tagespflegeeinrichtungen in Hessen und Baden-Württemberg, darunter in Bad Camberg und Weilmünster, betreibt, hat bislang keine Statement zu dem vorläufigen Insolvenzverfahren abgegeben.

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