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Prof. Dr. Corinna Baum in der Fresenius-Bibliothek in Idstein.

Ehrung

Die Professorin des Jahres: Prof. Dr. Corinna Baum vermittelt berufspraktische Kompetenzen

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Die UNICUM-Stiftung hat die Würgeserin Prof. Dr. Corinna Baum zur „Professorin des Jahres 2018“ in der Kategorie Medizin und Naturwissenschaften gekürt. In vier Fachrichten gab es 1600 Bewerber.

Pilot, Raumfahrer, Erfinder – wenn man Kinder fragt, was sie einmal werden wollen, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. „Professor“ steht im ersten Moment nicht vorne auf der Wunschliste. Obwohl der Beruf sehr viel mit Entdeckungen zu tun hat. Dass Corinna Baum einmal Professorin werden würde, stand auch nicht von vornherein fest. Jetzt ist die 45-Jährige dies nicht nur „mit Kompetenz und Leidenschaft“, wie es ihr ihre Studierenden bescheinigen. Sie ist die Professorin des Jahres 2018.

Die 45-Jährige lehrt an der Frankfurter Hochschule Fresenius im Bacherlor- und Masterstudiengang Psychologie. Ihre Schwerpunkte liegen in den Themenbereichen Methoden, Evaluation und Neuropsychologie. Sie ist die erste Professorin der privaten Hochschule Fresenius, die diese Auszeichnung erhalten hat – dies in der Kategorie Medizin und Naturwissenschaften. Insgesamt waren bei diesem Wettbewerb unter Schirmherrschaft der Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie Wirtschaft und Energie in vier Kategorien 1600 Professoren nominiert.

Praxisnah und spannend

Prof. Dr. Corinna Baum verstehe es in besonderer Weise „das wichtige Grundlagenfach Statistik für die Ausbildung von Psychologen zu einer attraktiven Lernmöglichkeit zu machen, in der die Grundlagen für die späteren ganz unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche gelegt werden“, urteilten die Juroren. Mit anderen Worten: Ein Grundlagenfach, das – so ergänzen es ihre Studierenden – wohl niemand gern macht, aber in Zusammenarbeit mit Corinna Baum zu einer spannenden Erfahrung mit viel Praxisbezug wird. Oder, wie es Student Marius Birner formuliert hat: „Obwohl die genannten Fächer allgemein unbeliebt sind, schafft es die Dozentin, diese praxisnah und spannend zu vermitteln.“

Offen und hilfsbereit

Fragt man die Studierenden, kommen weitere positive Eigenschaften hinzu: Die Professorin sei offen, aufmerksam, gebe Hilfestellungen, sei in ihrer Kritik sehr konstruktiv und könne sich die Namen der Studenten merken. In Lehr- und Lerneinheiten von rund 25 Teilnehmern gelinge es so, Wissen zu vermitteln und selbstständiges Arbeiten zu fördern. Doch wie sieht ihre wissenschaftliche Arbeit aus? „Im Rahmen meiner Promotion zur Neuro-Psychologin hatte ich über vier Jahre hinweg die Verarbeitung von Schmerz bei gesunden Menschen untersucht“, erklärt die 45-Jährige. Dazu gehören folgende Fragen: Welche Faktoren verändern das Leidensgefühl von Personen nach einer Operation? Welche Bewältigungsstrategien werden angewandt? Erkennbar sei auch: Je mehr Schmerzerlebnisse der Betreffende habe, desto sensibler werde er.

Die Details dieser Untersuchungen, der ausführliche Statistik-Teil, der methodische Aufbau – dies alles war von Anfang an symptomatisch für ihr Arbeiten, auch später in der Lehre mit den Studenten. „Ich nutze die Gelegenheit, eigene Ergebnisse mit einfließen zu lassen“, berichtet Prof. Corinna Baum. Kollegen und Studenten schätzen dies. Ihr an der Praxis orientiertes Vorgehen und das Teilen ihrer Erkenntnisse in der Arbeit mit Studenten, die darauf aufbauen, war Teil der sehr positiven Bewertungen bei der Auswahl zur „Professorin des Jahres“.

Der Einfluss des Handys

In der Vorgehensweise daran aufbauend, topaktuell und sehr anschaulich ist eine weitere Untersuchung, deren Daten sie gerade erhoben hat: Der Einfluss der Handy-Nutzung auf das Lernverhalten. Ein Blick in die Uni-Bibliothek oder den Hörsaal beim Besuch der Professorin zeigt es schon: Oft wird mit Handy oder Laptop gearbeitet; sicher auch nützlich, wenn es um die Recherche der Themenfelder geht. Doch wie ist es mit der Aufmerksamkeit, die dem Lehrenden gezollt wird? Wie viel „bleibt hängen“? Wie viel Wertschätzung und Nutzung wird der Möglichkeit beigemessen, Fragen stellen und diskutieren zu können, weil der Professor und die Mit-Lernenden präsent sind? „Diese Daten sind noch nicht ausgewertet. Doch schon jetzt ist erkennbar, dass die Aufmerksamkeit sogar dann sinkt, wenn der Nachbar sein Smartphone benutzt“, sagt die Professorin.

Für und Wider – wie bringt man die Ansprüche ins Gleichgewicht? Corinna Baum formuliert es so: „Die Aufmerksamkeit der Studierenden ist das größte Kapital, das sie mitbringen.“ Die gilt es zu erhalten und zu nutzen.

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