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Werke der Limburgerin Barbara Tisjé und des Niedernhauseners Jusuf Naoum sind in der Amthof-Galerie zu sehen.

Amthof-Galerie

Reise-Collagen und Kaleidoskop

Die Amthof-Galerie zeigt bis Ende Juli zwei Ausstellungen. Unter dem Titel „Kaleidoskop“ sind Werke der Limburger Künstlerin Barbara Tisjé zu sehen. „Poetische Reise-Collagen“ heißt die Ausstellung von Jusuf Naoum aus Niedernhausen.

Eröffnet wurden die beiden Ausstellungen von Klausjürgen Herrmann von der Amthof-Galerie im Beisein von Bürgermeister Jens-Peter Vogel und dem Ersten Stadtverordnetenvorsteher Heinz Schaus.

Das Schöne zu erkennen, sich an Formen und Farben zu freuen, Neues zu entdecken, sich immer wieder zu begeistern am Augenblick, zu experimentieren und ertragen, dass Schönes vergeht und was anderes kommt. Das ist das Prinzip des Kaleidoskops und es steht sinnbildlich auch dafür, wie Barbara Tisjé die Dinge sieht und Kunst schafft.

„Kaleidoskop“ ist eine Ausstellung von Bildern die eine immer wieder andere Perspektive offenbaren, von erstaunlicher Kreativität und meisterhaftem Handwerk zeugen, eingebettet in eine Vielzahl von Techniken. So erwartet den Betrachter Geknittertes, Übermaltes, Geströmtes, Collagiertes, Eingetrocknetes, Übernetztes, Gerakeltes, Gezeichnetes, Aquarelliertes . . . Im Rahmen der Vernissage gab die Limburger Künstlerin Einblicke in ihr Werk, ihr künstlerisches Schaffen und ihren Lebensweg. Ihre ersten zehn Lebensjahre verbrachte sie in der Karl-May-Stadt Radebeul in Sachsen, wo sie im elterlichen Garten eine unbeschwerte Zeit verbrachte, Blumen und Tiere malte – Momente, aus denen heraus sie bis heute Inspiration schöpft. Als sie zehn Jahre alt war, beschlossen ihre Eltern aus beruflichen Gründen nach Frankfurt zu gehen. Nach dem Abitur studierte sie Kunst und Deutsch auf Lehramt, wurde Lehrerin, bis sie eines Tages krankheitsbedingt aus dem Schuldienst ausschied. Die Kunst blieb ihre große Leidenschaft. „Ich entdecke gern Neues, schöpfe aus mir heraus, experimentiere, entwickle neue Techniken“, sagt sie. Seit 1999 ist sie Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Wiesbaden. In der Region und darüber hinaus ist sie als Künstlerin bekannt, hat zahlreiche Ausstellungen ausgerichtet, darunter in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Halle an der Saale, Andernach, Mainz, Neuwied… – und in Slowenien.

In ihrer aktuellen Ausstellung zu sehen sind sowohl ganz neue Arbeiten als auch noch nie Gezeigtes aus einer über 30-jährigen Schaffensperiode.

Unter dem Titel „Poetische Reise-Collagen“ präsentiert die Amthof-Galerie eine Sammlung mit Aquarellen von Jusuf Naoum, Maler und Schriftsteller. Zu sehen sind Impressionen von verschiedenen Reisen: Kreta, den Kanaren, Island und Grönland. Auch er berichtete im Rahmen der Ausstellungseröffnung von seinem Lebensweg: 1941 im Libanon geboren, immigrierte er nach dem Abitur 1963 nach West-Berlin, wurde Physiotherapeut, begann zu schreiben, veröffentlichte 1974 sein erstes Buch in deutscher Sprache: „Erzählungen des Fischers Sidauoi“ erschien bei Luchterhand. Inzwischen sind zwölf Bücher von ihm erschienen – Erzählungen, Gedichte, Romane. 1997 erhielt er den ersten Rheingau-Taunus-Literaturpreis.

Seit 1983 lebt er mit seiner Frau Ingrid im Taunus und arbeitet als freier Schriftsteller und

Kaffeehaus-Geschichten

erzähler im deutschsprachigen Raum, tritt auf auf kleinen Bühnen, in Bibliotheken und Schulen. 1999 erhielt er eine Einladung, als Erzähler auf einem russischen Künstlerschiff auf der Wolga zu arbeiten und lernte dort Schriftsteller, Musiker und Maler aus Baden-Württemberg kennen. Seitdem steht er mit dem Trio „LimesX“ auf der Bühne. Die Musiker untermalen seine Erzählungen mit Jazzimprovisationen. „Während meiner Reise auf dem Wolga-Flussdampfer faszinierten mich die Maler, so dass ich gleich nach meiner Rückkehr in den Taunus begann, mit Aquarellfarben zu experimentieren und darin eine neue Passion entdeckte, die mich fast täglich zu meditativer Entspannung führt“, so Naoum.

Eine Auswahl seiner Gedichte, gelesen von Barbara Tisjé, präsentiert Jusuf Naoum im Rahmen einer Finissage am Sonntag, 29. Juli, ab 15 Uhr in der Amthof-Galerie.

Geöffnet

ist die Ausstellung bis zum 29. Juli sonntags von 11 bis 13 und 15 bis 17 Uhr sowie nach Absprache.

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