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„Schauspielstudio“ bringt „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ auf Kurhausbühne

Es geht um Lügen, Diffamierungen und verdrehte Sachverhalte: Das Bühnenstück erzählt die Geschichte einer Frau, die unfreiwillig in den Fokus der sensationsgetriebenen Medien gerät.

Am kommenden Wochenende hebt sich Vorhang der Kurhausbühne für das Bühnenstück „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ nach der Erzählung von Nobelpreisträger Heinrich Böll aus dem Jahr 1974. Am Freitag um 19.30 Uhr ist Premiere. Das „Schauspielstudio“ im Bad Camberger Festspielverein, diesmal unter der Regie von Christine Neumann, zeigt die Bühnenfassung mit einem Ensemble von zwölf Personen. Der Stoff hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil: Heute ist es nicht mehr nur die Presse – durch Internet, Facebook und Co. können Diffamierungen und verdrehte Sachverhalte sehr viel schneller weitere Kreise ziehen.

Der Text ist eine schonungslose Anklage gegen sensationslüsternen Journalismus, dem Schlagzeilen wichtiger sind als Wahrheiten, Verkaufszahlen wichtiger als das Schicksal des einzelnen Menschen. Die

Macht der Medien

ist ungebrochen, und menschenverachtende journalistische Praktiken und Meinungsmache zerstören auch heute noch häufig Leben.

Das „Schauspielstudio“ bringt die Erzählung als klassisches Kammerspiel auf die Bühne. Zum Inhalt: Skandalös! Katharina Blum (Nadine Kairies), die couragierte und unbescholtene Hausangestellte von Rechtsanwalt Blorna (Frank Weller) und seiner Frau (Ulrike Karberg) lernt bei einer Karnevalsparty ihrer Tante Else (Irmgard Abend) den polizeilich gesuchten Ludwig Götten kennen und verliebt sich in ihn. Nach einer gemeinsamen Nacht hilft sie ihm aus Unwissenheit heraus, der Polizei zu entkommen, und wird in der Folge das Opfer einer skrupellosen Schmutzkampagne, unter anderem von Werner Tötges (Gero Teufert), Journalist einer auflagenstarken Boulevardzeitung.

Sie gerät unter einen enormen, schnell wachsenden psychischen Druck und sieht sich schließlich nur noch mit einem Akt der Gegengewalt in der Lage, ihre verlorene Ehre wieder herzustellen.

In den weiteren Rollen sind zu sehen: Stephan Krause (Kommissar Beizmenne), Christina Schaaf (seine Assistentin), Eckehard Hindrischedt (Oberstaatsanwalt Hach), Ivo Heinen (Stellvertreter), Florian Hofmann (Wilhelm Brettloh, Exmann von Katharina Blum), Jörn Kühnel (Alois Sträubleder, ein Politiker) und Matthias Potthoff (Polizist).

Weitere Aufführungen sind geplant für: Samstag, 17. März, und Sonntag, 18. März, jeweils um 19.30 Uhr, im großen Saal des Kurhauses.

Karten gibt es im Vorverkauf zum Preis von 10 Euro bei Zigarren-Schreibwaren Brück (Limburger Straße 3, Bad Camberg, Tel. 0 64 34 / 73 71).

An der Abendkasse kosten die Karten zwölf Euro. Inhaber des Bad Camberg-Passes oder der Ehrenamts-Card erhalten auf alle Preise zwei Euro Ermäßigung.

(red)

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