Der ?Bayrische Hof? steht an attraktiver Stelle an der Strackgasse im Eingang zur Altstadt. Unmittelbar angrenzend der Untertorturm.
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Der ?Bayrische Hof? steht an attraktiver Stelle an der Strackgasse im Eingang zur Altstadt. Unmittelbar angrenzend der Untertorturm.

70 000 Euro Kosten

Stadt Bad Camberg kauft den Bayrischen Hof

  • vonPetra Hackert
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Der Kompromiss zeichnet sich ab: Die Stadt Bad Camberg wird von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen und den „Bayrischen Hof“ für 70 000 Euro erwerben. Dies deshalb, weil der stadtbildprägende Komplex am Eingang zur Altstadt attraktiv gestaltet werden soll. Die Stadt schließt mit dem jetzigen Eigentümer einen Vergleich. Das heißt, für bereits geleistete Aufräum-/Abbrucharbeiten wird er ebenfalls entschädigt.

Das Thema ist nicht einfach. Bereits vor über zwei Jahrzehnten gab es Planungen, an dieser Stelle ein Wohn- und Geschäftshaus zu verwirklichen. Es folgten jahrelange Auseinandersetzungen mit der Frankfurter Eigentümergemeinschaft Turbiner-Hohl. Die damals vom Eigentümer geplanten Altstadt-Arkaden wurden nicht verwirklicht, für die Bebauung des Schulgartens war ein Bürgerentscheid durchgeführt, das Ergebnis dann aber ignoriert worden, das einst geplante Parkhaus auf den Pfortenwiesen kam ebenfalls nicht zustande.

„Lichtspiele Bayrischer Hof“ steht nach wie vor auf dem verwitterten Schild am Eingang des Gebäudes. Ganz früher war dort einmal das Kino. Das Gebäude steht am Eingang zur Strackgasse, quasi dem Tor zur Altstadt. Gleich angrenzend ist die Stadtmauer, der Untertorturm und das ehemalige Schuhhaus, in dem der jetzige Eigentümer ebenfalls ein Ladengeschäft betreibt. Dies soll weiterhin im Besitz des Geschäftsmanns bleiben, wobei bauliche Veränderungen anstehen. „Von der B 8 kommend hoch zur Strackgasse ist der linke Bereich offen, der zum Schaufenster führt. Hier ist beabsichtigt, das Bauwerk zu schließen“, erläuterte Bürgermeister Jens-Peter Vogel gestern auf Nachfrage der NNP.

Das ist jetzt aber noch Zukunftsmusik. Die Stadt hat erste Gespräche mit potenziellen Planern geführt. Zunächst muss der Erwerb vorgenommen worden. Eine besenreine Übergabe ist für den 30. Juni geplant. Die Stadt selbst will an dieser Stelle nicht bauen.

„Wir sind auf der Suche nach einem Investor, der Vorstellungen hat, die sich mit den unseren decken“, so Bürgermeister Vogel. Eine künftige Nutzung als Wohn- und Geschäftshaus ist demnach denkbar. „Wohnraum ist immer ein Thema“, bestätigte Vogel. „Und im Hinblick auf die Entlastung, die wir durch die B-8-Umgehung an dieser Stelle bekommen werden, sicher auch nicht falsch.“ Sozialer Wohnungsbau sei an dieser Stelle wohl eher nicht zu verwirklichen. „Wenn ich so hohe gestaltungspolitische Vorstellungen habe was an dieser zentralen Stelle passieren soll, sieht es nicht danach aus.“ Die künftige Entwicklung hänge natürlich von den Vorstellungen eines künftigen Investors ab.

Zukunftsmusik ist auch die künftige Nutzung des Untertorturms. Immer wieder im Gespräch war, diesen Turm für Stadtrundgänge zugänglich zu machen. Der südwestliche Hauptturm des mittelalterlichen Stadtberinges von 1350/80 „reitet“ auf der Stadtmauer. Dadurch ist der Turmschaft bis zur Höhe des ehemaligen Wehrganges nicht begehbar. In den zurückliegenden Jahren wurde hin und wieder zum „Tag des offenen Denkmals“ ein temporärer Treppenzugang in der Strackgasse aufgebaut. Außerdem besteht die Möglichkeit, über eine Tür aus dem Wohnbereich sowie über die straßenseitige Tür in etwa acht Meter Höhe Zugang zu bekommen. Bei den Sanierungsarbeiten im Jahre 2000 wurden Überlegungen angestellt, eventuell einen dauerhaften Zugang zu installieren. Nicht zuletzt wegen des Stadtbildes wurde diese Idee aber verworfen.

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