Die Bürgermeister Frank Groos, Bernd Hartmann, Silvia Scheu-Menzer und Jens-Peter Vogel (von links) freuten sich über einen 100 000-Euro-Landeszuschuss für die Umsetzung der Digitalisierung der Rathäuser. FOTO:
+
Die Bürgermeister Frank Groos, Bernd Hartmann, Silvia Scheu-Menzer und Jens-Peter Vogel (von links) freuten sich über einen 100 000-Euro-Landeszuschuss für die Umsetzung der Digitalisierung der Rathäuser. FOTO:

Projekt im Goldenen Grund

Vier Kommunen gemeinsam als Vorreiter

  • VonRobin Klöppel
    schließen

538 Verwaltungsaufgaben bequem vom heimischen Sofa aus erledigen

Bis Ende 2022 sind alle hessischen Kommunen verpflichtet, die Vorgaben des Onlinezugangsgesetzes umzusetzen. Das heißt, Bürger sollen bis dahin 538 Verwaltungsaufgaben digital erledigen können. Wer also künftig etwas von seiner Gemeinde möchte, kann dies bequem daheim vom Sofa aus erledigen und muss nicht mehr zum Rathaus fahren. Die Kommunen des Goldenen Grundes spielen, wie Brechens Bürgermeister Frank Groos (parteilos) bei einem Pressetermin vor dem Oberselterser Rathaus berichtete, im Landkreis Limburg-Weilburg eine Vorreiterrolle und setzten als erste die Vorgaben um.

Keine eigene

IT-Abteilung

Alleine könne eine kleine Verwaltung eine solche Aufgabe nicht stemmen, weiß Groos. Nicht nur finanziell, sondern auch was das Aufgabengebiet angehe. "Wir haben ja in Brechen nicht wie größere Städte eine eigene IT-Abteilung im Rathaus", sagte Groos. Darum machten hier wie bei mittlerweile vielen Themen Bad Camberg, Selters, Hünfelden und Brechen gemeinsame Sache. Für das Projekt haben die Kommunen beim Land Hessen einen Zuschuss beantragt und auch 100 000 Euro bewilligt bekommen. Die vier Bürgermeister danken hierfür dem Landkreis und dem Regierungspräsidium Gießen für die Unterstützung. Es soll sogar ein Digitalisierungsbeauftragter in Vollzeit für die Umsetzung der Vorgaben eingestellt werden, der seinen Sitz im Brecher Rathaus haben wird. Die Ausschreibung der Stelle läuft bereits. Die Hünfeldener Verwaltungschefin Silvia Scheu-Menzer (parteilos) sagte, dass sich die vier Kommunen die Kosten für die Stelle teilen würden.

Starke

Kooperation

Bad Cambergs Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD) meinte dazu, dass im Grunde aber in jedem Rathaus extra noch eine Person zusätzlich sei, die sich mit dem Thema befassen müsse, die Verwaltungen zu reinen E-Verwaltungen ohne Blätterausdruck zu machen. Er geht davon aus, dass die anderen Kommunen der Region schauen würden, wie es hier laufe, und dann ihre Schlussfolgerungen daraus ziehen und nachziehen würden. Auch die Goldener-Grund-Kommunen haben das Rad nicht neu erfunden, sondern sich auch laut Groos bei anderen Kommunen außerhalb des Landkreises informiert, die sich bereits auf einem fortgeschrittenen Weg der Digitalisierung befinden.

Vogel erläuterte, dass es nicht nur um die Digitalisierung im Verhältnis zwischen Rathaus und Bürgern gehe, sondern auch um die hausinterne Digitalisierung in den Rathäusern. Der Selterser Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos) betonte, dass die starke Kooperation der vier Kommunen in mittlerweile vielen Bereichen jedem der Partner zugutekomme. Bei dieser Sache habe eben Brechen den Hut auf, bei anderen dann eine andere Kommune. Die Zusammenarbeit der vier Kommunen mache, so Hartmann, alleine schon aufgrund der räumlichen Nähe zueinander viel Sinn.

robin klöppel

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare