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Forest-Adventures-Geschäftsführer Dirk Schröder vor dem Rohbau des Empfangsgebäudes. Oben wird sich der Restaurantbereich anschließen.

Kletterwald

Wandern in den Wipfeln der Bäume

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Rund 1,5 bis zwei Millionen Euro investiert Forest Adventures in den Bad Camberger Kletterwald. Zunächst entsteht der Baumwipfelpfad, der im Frühjahr 2020 in Betrieb gehen soll. Im Wald wächst zurzeit der Rohbau des Empfangsgebäudes in die Höhe.

Wer an der Landstraße Richtung Usingen am „Waldschloss“ vorbeifährt, sieht es gleich: Auf dem nahe gelegenen Wandererparkplatz wird gearbeitet. Die Rodungsarbeiten liegen schon lange zurück, zurzeit wird der Boden befestigt, um den Parkplatz für den Baumwipfelpfad herzurichten. Was man nicht von außen sieht: Im Wald kommen die Arbeiten ebenfalls voran. Hier entsteht gerade das Empfangsgebäude. Der Rohbau schreitet voran.

Im unteren Bereich des Gebäudes wird nicht nur jetzt handwerklich gearbeitet, sondern auch später. An dieser Stelle entsteht die Werkstatt, um die nötigen Teile für den Baumwipfelpfad, den späteren Kletterwald, der anschließend gebaut werden soll, sowie für Reparaturen selbst herzustellen. Das gilt nicht nur für Bad Camberg. „Wir betreiben vier Kletterwälder. Der nächstgelegene ist in Friedrichsdorf, außerdem in Gießen, Wetter an der Ruhr und Viernheim“, erläutert Dirk Schröder, einer der beiden Geschäftsführer. Für alle vier werde die Bad Camberger Werkstatt im Empfangsgebäude wertvolle Dienste leisten.

Mit dem Bad Camberger Baumwipfelpfad, der dem geplanten Kletterwald vorangeht, betritt Forest Adventures Neuland. Zwar ist es für dieses Unternehmen der erste Baumwipfelpfad, aber genügend Beispiele gibt es schon, nur nicht im näheren Umfeld. Die beiden Geschäftsführer Dirk Schröder und Tobias Spindler verweisen auf Österreich: In Kopfing gibt es einen Baumkronenweg, der dem in Bad Camberg geplanten ähnelt. Unter anderem deshalb, weil Forest Adventures ebenfalls fast ausschließlich mit Holz arbeiten will. Allerdings bestehen die Tragwerke, die in Bad Camberg geplant sind, meistens nur aus einem Stamm, um besonders schlank zwischen den Bäumen gehen und so mitten in den Kronen sein zu können.

„Wir wollen alles so naturnah wie möglich gestalten“, sagt Dirk Schröder. Das gilt auch für das Empfangsgebäude, das gerade in Stahlbetonbauweise errichtet und anschließend mit Holz verkleidet wird. Eine reine Holzkonstruktion ließ sich aus statischen Gründen nicht verwirklichen. Das Gebäude entsteht auf einer vorhandenen Lichtung. „Wir haben es sogar etwas verschoben, um den Wald zu schonen“, erläutert Schröder. „Wir mussten hier nur einen einzigen Baum fällen.“

Douglasien, Eichen, mächtige Buchen, sehr hoch und sehr vital, sind im Umfeld zu finden. Der vielfältige Baumbestand macht den Wald für die Besucher attraktiv. Und natürlich die Aussicht, die hinzukommen wird. Der Baumwipfelpfad ist als Rundweg über eine Strecke von 700 Metern geplant. Er beginnt in fünf Metern Höhe und reicht hinauf bis zu einer Höhe von 30 Metern. Vier Türme bereichern den Weg. Die Aussichtspunkte haben sich Dirk Schröder und Tobias Spindler mit dem Hubwagen angeschaut. „Es gibt eine sehr schöne Aussicht bis ins Rhein-Main-Gebiet hinein.“

Das Empfangsgebäude wird unten die Werkstatt mit Technik und Arbeitsbereich, ganz oben ein Restaurant beherbergen. Knapp 100 Meter entfernt schräg gegenüber wird ein weiteres Gebäude in ähnlicher Bauweise folgen. Es wird das geplante Museum beherbergen. „Unser Ziel ist, den Menschen den Wald nahezubringen“, sagt Dirk Schröder. Dazu gehört das Erlebnis, in Höhe der Wipfel zu laufen, aber auch viel Wissen über den Wald und die Geschichte, das hier vermittelt werden soll.

Wenn alles klappt und der Baumwipfelpfad im Frühjahr 2020 begangen werden kann, folgt gleich anschließend die Errichtung des Kletterwalds. Vielleicht noch so viel: Das Gelände werde nicht eingezäunt. Die Wege, die die Nordic-Walker und Läufer schon jetzt im Bad Camberger Stadtwald so gerne nutzen, sollen unberührt bleiben. Der Baumwipfelpfad, der auf fünf Metern Höhe beginnt, wird kostenpflichtig und bewacht sein. Nachts muss er unzugänglich sein – auch aus Sicherheitsgründen. Das soll über eine Art Zugbrücke im Eingangsbereich erreicht werden. Der Zugang zum Wald bleibt für Wanderer und Spaziergänger weiter frei.

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