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"Wir haben nur diese eine Welt"

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Von: Petra Hackert

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"People not profit", lautet das Motto der Fridays-for-future-Demonstration in Bad Camberg.
"People not profit", lautet das Motto der Fridays-for-future-Demonstration in Bad Camberg. © Petra Hackert

Etwa 100 Leute in Limburg und rund 30 in Bad Camberg haben bei "Fridays for future" für eine bessere Zukunft, den Klimaschutz und eine andere Handlungsweise demonstriert.

Bad Camberg -"People not profit", "Zeit ist Welt" - zwei Schilder bei der Fridays-for-future-Demonstration in Bad Camberg tragen diese Aufschrift, und es ist das Motto. "Es geht um die Menschen", sagt Moritz Frings, der mit dem Megafon voranschreitet und ruft: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut." Die Gruppe stimmt ein, doch ganz so laut ist es nicht, denn nur auf kurzen Wegstrecken rufen sie, fordern auf zum Klimaschutz. Der größte Teil des Wegs vom Bahnhof bis zum Alten Rathaus am Kurpark wird mit Musik begleitet - und von Passanten, die aufmerksam hinschauen und zuhören.

"Klimaschutz ist wichtig, jetzt und für die Zukunft. Wir haben Krieg in Europa, und auch dagegen wollen wir ein Zeichen setzen", sagt Antonia (19). Deshalb läuft die Bad Cambergerin jetzt mit. Die beiden Freundinnen Charlotte und Marlene (beide 15), ebenfalls aus der Kurstadt, fügen hinzu: "Es wird schon so lange nur geredet. Es ist Zeit zum Handeln. Wir haben nur diese eine Welt", sagt Charlotte. Leon Pätzold (19) aus Eisenbach ergänzt: "Dies ist der wärmste März, seit es die Aufzeichnungen gibt. Das Problem betrifft doch nicht nur die Menschen in Afrika, sondern es ist global Zeit, zu reagieren." Das hat auch den Bad Camberger Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD) zur Demo geführt: "Ich unterstütze jede Demonstration gegen den Krieg und für das Klima."

"Für unsere Zukunft und die unserer Kinder", sagt Mit-Organisator Moritz Frings. Er gehört ebenfalls zu den jungen Leuten bei der Demo. Mit 73 Jahren ist Dieter Oelke der älteste Teilnehmer. Der frühere Fraktionsvorsitzende der Bad Camberger Grünen ist dabei, um ein Zeichen zu setzen, sagt er. "Ich unterstütze das, weil ich es für wichtig halte. Und es ist schlimm, dass aufgrund der aktuellen Situation, des furchtbaren Kriegs in der Ukraine, der Klimaschutz schon wieder zurückgestellt wird." Oelke zeigt sich überzeugt: "Es ist klar, dass der Klimawandel viel schneller vonstatten geht als vorhergesagt und als viele dachten." - " Zeit zu reagieren", sagt auch Leon Pätzold. Catharina Schmidt und Benno Cline von der Bad Camberger Fridays-for-future-Gruppe fassen es so zusammen: "Die derzeitige Politik der Bundesrepublik gibt nicht die notwendigen Schritte wieder, die es braucht,um das Ziel für 2030 zu erreichen. Des Weiteren sehen wir gerade in dieser Zeit wie abhängig wir noch von umweltschädlichen Energiequellen wie Gas und Öl sind; der Krieg in der Ukraine macht das sehr deutlich. Wir brauchen eine Energiewende; nicht zuletzt um den Frieden in Europa zu wahren." Die Organisatoren hatten mit mehr Teilnehmern gerechnet - 80 waren angemeldet, erläutert die Bad Camberger Ordnungsamtsleiterin Heike Niehörster, die die von der Polizei eskortierte Demonstration in die Altstadt begleitet. Rund 30 sind gekommen, vorwiegend junge Leute.

Ohne alternative Energien geht es nicht

Am Kurpark fasst Moritz Frings zusammen: "Es ist richtig, und wichtig, dass alle gegen den Krieg in der Ukraine aufstehen und sich damit beschäftigen. Doch es ist falsch, zu sagen, hier haben wir die Sicherheitspolitik, dort den Klimaschutz. Die Erderwärmung, die Wasserknappheit, birgt die Gefahr weiterer Auseinandersetzungen und Kriege in der Zukunft." Dass diese Zukunft schon begonnen hat, davon zeigt er sich überzeugt. Und er kritisiert: "Es darf nicht die Maxime sein, dass wir, wenn wir aus Russland kein Gas mehr bekommen, es uns von anderen Despoten am Golf holen." Dies alles zeige, wie wichtig alternative Energien seien, wie notwendig es sei, in Windkraft und Solaranlagen zu investieren. Sonst sei das 1,5-Grad-Ziel nicht zu schaffen. Sein Resümee: "Wir gehen heute für die Zukunft auf die Straße." Petra Hackert

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