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"Wir werden diese Reise nie vergessen"

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Von: Tobias Ketter

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Julian Baier (von links), Miriam Honemann, Joshua Oster und Alexandra Zsizsnyovski in ihren Gewänder auf dem Petersplatz im Vatikan. Den Sternsingern der Pfarrei St. Peter und Paul wurde die Ehre zuteil, am Neujahrsgottesdienst mit dem Papst teilzunehmen.
Julian Baier (von links), Miriam Honemann, Joshua Oster und Alexandra Zsizsnyovski in ihren Gewänder auf dem Petersplatz im Vatikan. Den Sternsingern der Pfarrei St. Peter und Paul wurde die Ehre zuteil, am Neujahrsgottesdienst mit dem Papst teilzunehmen. © Privat

Sternsinger besuchen Neujahrsgottesdienst mit Papst Franziskus im Vatikan

Bad Camberg -Am 6. Januar wird der Dreikönigstag gefeiert. In vielen Dörfern und Städten ziehen Sternsinger durch die Straßen, um die traditionelle Segensbitte C + M + S mit geweihter Kreide an die Haustüren zu schreiben. Bereits kurz vor dem Dreikönigstag erlebten vier Sternsinger der Bad Camberger Pfarrei St. Peter und Paul ein ganz besonders Ereignis. Alexandra Zsizsnyovski, Joshua Oster, Miriam Honemann und Julian Baier flogen nämlich am 29. Dezember nach Rom, um am Neujahrsgottesdienst im Petersdom teilzunehmen. Begleitet wurden sie von Vertretern des Bistums Limburg, des Kindermissionswerks und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend. Ulrike Mudrich und Peter Wagener von der Pfarrei aus der Kurstadt waren ebenfalls mit dabei. Die Delegation erlebte einige aufregende Tage in der italienischen Hauptstadt und im Vatikan. "Wir werden diese Reise nie vergessen",sagen die Sternsinger.

In Rom besichtigte die Delegation zunächst die Spanische Treppe, das Kolosseum, die Engelsbrücke und den Trevi-Brunnen. "Der Brunnen hat mir besonders gut gefallen. Wir haben dort jeweils eine Münze hineingeworfen und uns etwas gewünscht", sagt Joshua Oster. Darüber hinaus waren die Sternsinger aus Bad Camberg bei der Schweizer Garde zu Gast. "Für mich war es sehr spannend, die Beschützer des Papstes kennenzulernen", so Julian Baier. Den Heranwachsenden wurde die Waffenkammer gezeigt und ein Gottesdienst in der Kapelle der Garde wurde gefeiert. "Wir haben während der Messe gemeinsam mit den Sternsinger-Delegationen aus der Schweiz und aus Südtirol, die ebenfalls am Neujahrsgottesdienst teilnahmen, ein Lied gesungen", berichten die vier Kinder. Der Kontakt zu den anderen Sternsingern sei trotz einiger Sprachbarrieren sehr harmonisch gewesen, so dass man auch am Silvesterabend gemeinsam feierte.

Interview beim

Radio Vatikan

Einen Tag vor dem Neujahrsgottesdienst mit dem Papst hatten die Mädchen und Jungen aus Bad Camberg, die 12 und 13 Jahre alt sind, einen Auftritt bei Radio Vatikan. "Dort haben wir einige Fragen beantwortet, ein Lied gesungen und ein Gedicht vorgetragen", sagt Miriam Honemann. Trotz des vollen Terminkalenders während der Reise blieb zwischendurch auch noch etwas Zeit für spontane Aktionen. So fuhr das Quartett kurzerhand in ihren Gewändern mit E-Scootern über den Petersplatz. "Das hat viel Spaß gemacht und wir wurden von etlichen Menschen dabei fotografiert", schwärmt Alexandra Zsizsnyovski.

Bevor am Vormittag des 1. Januars mit dem Neujahrsgottesdienst der Höhepunkt der Reise auf dem Programm stand, besuchten die vier Heranwachsenden der Pfarrei St. Peter und Paul die Deutsche Botschaft im Vatikan. Und auch eine Besichtigung der Kuppel im Petersdom durfte natürlich nicht fehlen. "Von dort konnten wir über ganz Rom schauen. Die Aussicht war einfach fantastisch", sagt Miriam Honemann. Joshua Oster ergänzt: "Der Blick von der Kuppel nach unten in den Kirchensaal hat mich sehr beeindruckt. Es war ein richtiger Wow-Effekt."

Den Neujahrgottesdienst verfolgten die Sternsinger in der ersten Reihe im Petersdom. "Vor der Messe war ich auch wegen den vielen Kameras im Dom sehr aufgeregt", sagt Julian Baier. Für ihn sei es etwas ganz besonders gewesen, Papst Franziskus so nah sein zu dürfen. Der Neujahrsgottesdienst wurde übrigens weltweit von rund 600 Millionen Menschen an den Fernsehgeräten verfolgt. "Viele Verwandte und Freunde haben mich angesprochen, nachdem sie mich im TV entdeckt haben", so Alexandra Zsizsnyovski.

Für Miriam Honemann war die Teilnahme am Neujahrsgottesdienst ein "tolles Erlebnis", auch wenn sie während der Messe kaum ein Wort verstanden habe. Der Gottesdienst wurde nämlich in lateinischer Sprache gefeiert. Nach der Messe ging es für die Delegation auf den Petersplatz. Von dort aus beobachtete die Gruppe den Papst, als er von seinem Fenster aus den Segen für das neue Jahr spendete.

Die Reise habe sich absolut gelohnt, resümiert Miriam Honemann. Man habe wegen der Corona-Pandemie an nahezu allen Orten in der Stadt eine Maske tragen müssen und die Impfpässe seien oft kontrolliert worden. "Dadurch fühlten wir uns trotz der Ausnahmesituation sehr sicher", sagt Julian Baier. Die Flugkosten wurden übrigens von Bischof Georg Bätzing übernommen. Zuvor haben die Kinder ihm einen Brief geschickt, in dem sie dem Bischof mitteilten, dass sie den Neujahrsgottesdienst im Vatikan miterleben dürfen. "Georg Bätzing hat sich sehr für die Heranwachsenden gefreut und sofort angeboten, die Reisekosten zu übernehmen", berichtet Mudrich.

Pfarrei engagiert

sich ehrenamtlich

Doch warum wurde den vier Sternsingern aus Bad Camberg eigentlich die Ehre zuteil, den Neujahrsgottesdienst in der ersten Reihe zu verfolgen? "In jedem Jahr werden aus dem Bistum, in dem die nächste Sternsingeraktion des Kindermissionswerkes und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend eröffnet wird, vier Heranwachsende ausgewählt, die zum Heiligen Vater nach Rom reisen dürfen", erklärt Mudrich. Da das Bistum Limburg die kommende Eröffnung der Sternsingeraktion in 2022 organisiert, durften also nun Kinder aus einer Pfarrei innerhalb des Bistums zum Neujahrsgottesdienst. Die Wahl fiel dann auf die Pfarrei St. Peter und Paul, da dort in den vergangenen Monaten und Jahren besonders viel ehrenamtliches Engagement gezeigt wurde.

Die Sternsingeraktion des Kindermissionwerkes und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend gibt es bereits seit 1959. Es handelt sich um die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Rund 1,23 Milliarden Euro wurden bislang gesammelt. Mit den Mitteln werden weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration gefördert. Weitere Infos zur Sternsingeraktion sowie die Bankverbindung des Spendenkontos sind im Internet unter www.sternsinger.de zu finden.

tobias ketter

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