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Das Freizeit- und Erholungsbad muss saniert werden. Oder ist ein Neubau die Lösung?

Sanierung oder Neubau?

Wohin mit dem Schwimmbad?

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Ob eine Sanierung des Schwimmbades in Bad Camberg möglich ist oder ein Neubau vom Landkreis am alten Standort genehmigt wird, ist noch offen. Das Stadtparlament hat aber trotzdem schon einmal beschlossen, eine Studie für 45 000 Euro in Auftrag zu geben, um auszuloten, was verschiedene Varianten kosten würden.

Ein Änderungsantrag der SPD, sich bei der Untersuchung in Sachen Schwimmbad ausschließlich auf den bisherigen Standort zu beschränken, wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt, weil zwei SPD-Stadtverordnete zusammen mit der CDU dagegen stimmten und ein weiterer Sozialdemokrat sich enthielt. Im Gegenzug fand dann der Beschlussvorschlag des Bauausschusses eine leichte Mehrheit, in die Untersuchung auch einen Alternativstandort oberhalb der Reha-Klinik mit einzubeziehen.

SPD: Bisher guter Standort

Die 20 000 Euro, die das zusätzlich kostet, hätten sich die Mehrheit der SPD und die Grünen gerne gespart. Julia Schlösser meinte, über dieses Gelände laufe eine Hochspannungsleitung. Von daher halte sie diesen Bereich für die Schaffung eines Freibades für völlig ungeeignet. Eine Liegewiese unter einer Hochspannungsleitung gehe einfach nicht, denkt Schlösser. Schlösser sagte, der bisherige Standort sei gut erreichbar für die Bürger. Es sei beim Kreisbauamt zu klären, unter welchen Bedingungen ein Neubau am alten Standort genehmigt werden könne. Möglicherweise könne die Liegefläche für die Besucher am vorhandenen Standort sogar noch erweitert werden, wenn es gelinge, benachbarte Flächen dazuzukaufen.

Die SPD-Stadtverordnete sagte, dass die Stadt sich allerdings nach einer Alternative umschauen müsse, falls ein Neubau am bewährten Standort nicht genehmigungsfähig sei. Bisher gebe es aber noch keinen geeigneten Alternativstandort.

Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD) sieht das anders. Für das Bad werde lediglich eine 5000 Quadratmeter große Fläche benötigt. Das gesamte Areal sei aber 12 000 Quadratmeter groß. Folglich sei möglicherweise das Problem mit der Hochspannungsleitung nicht so groß, wie einige befürchteten.

Grüne: Möglichst bleiben

Grünen-Fraktionsvorsitzender Dieter Oelke sagte, dass er es unverständlich finde, dass der Ausschuss sich den Aufwand der Untersuchung der alternativen Fläche machen wolle. Das Schwimmbad solle nach Möglichkeit dort bleiben, wo es sei. Es gehe ja nicht nur darum, auf welchem Grundstück die Baukosten am niedrigsten seien. Es gehe auch um die Interessen der Bevölkerung. Und ein attraktiver Standort wie der bisherige bringe am Ende auch mehr Eintrittseinnahmen. Bei einer Verlegung hätten viele Bad Camberger lange Wege zum Bad und würden das Bad dadurch möglicherweise nicht mehr nutzen. Oelke befürchtet bei einem Umzug ins Kurgebiet möglicherweise auch Konflikte mit einem im Gespräch befindlichen Hotelneubau.

Bauausschussvorsitzender Michael Diehl (CDU) berichtete, dass das Bad in die Jahre gekommen sei und vieles am Becken, an der Schwimmbadtechnik und auch an den sanitären Anlagen zu erneuern sei. Folglich müsse überlegt werden, was mit dem Bad gemacht werde. Die Schaffung eines neuen Naturbades für Bad Camberg hält er für eine gute Idee. Doch die Stadt müsse auch gewappnet für die Möglichkeit sein, dass einem Neubau am neuen Standort keine Genehmigung erteilt werde.

Um Alternativen zu haben, haben Fachleute sich zusammen mit Vertretern in der Stadt umgesehen und nach alternativen Grundstücken für die Errichtung eines Freibades Ausschau gehalten. Nach Aussagen Diehls bliebe dann ein Grundstück oberhalb der Reha-Klinik als einzige Alternative übrig. Dieses Grundstück befinde sich bereits im Besitz der Stadt. Diehl bezeichnete den Bereich als „guten Standort, wenn das Projekt am vorhandenen Standort nicht realisiert werden könnte“. Der Ausschussvorsitzende empfahl, für 45 000 Euro alles, also auch diese Option zu untersuchen, auch wenn bisher dafür nur 25 000 Euro im Haushalt bereit stünden. Denn bald solle zum Thema Freibad eine Bürgerversammlung stattfinden. Da wolle man den Bürgern ja auch konkrete Fakten nennen können, was die Kosten für die Alternativen betreffe. Diehl ist dafür, dass die Untersuchung ergebnisoffen sein müsse. Denn die Entscheidung über die Zukunft des Schwimmbades sei eine für die kommenden 40 bis 50 Jahre.

CDU: Ergebnisoffen

CDU-Fraktionsvorsitzender Daniel Rühl erklärte, die CDU wolle ein Freibad in Bad Camberg erhalten, aber eine Untersuchung aller Optionen ohne Vorfestlegung. Rühl sagte, jeder in eine Untersuchung gesteckte Euro sei gut angelegt. Denn beim Bau werde es am Ende um ganz andere Summen gehen. Nur eine Option zu prüfen halte er für falsch, weil man sonst keine Vergleichszahlen habe, was ein Bau an einem neuen Standort kosten würde. Rühl ist aber auf jeden Fall auch dafür, dass eine Bürgerversammlung stattfinden soll und dort die Bad Camberger ihre Meinung sagen könnten. Jedoch müsse man auch etwas haben, was man den Bürgern zum Vergleich vorlegen könne. Der CDU-Sprecher geht davon aus, dass die Fachleute die Hochspannungsleitungen kennen würden und sie nicht nur der SPD aufgefallen seien.

Holger Reich (Grüne) glaubt, dass ein Sanierung am alten Standort die günstigste Alternative wäre. Er denkt nicht, dass ein Neubau eines attraktiven Neubaus für einen einstelligen Millionenbetrag möglich sein würde.

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