Steedener Motorsportler

Bedauern bei Crazy Horses

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Das Fernseh-Aus von TV-Star Stefan Raab hat die „Crazy Horses“ aus Steeden besonders getroffen. Seit elf Jahren sind sie Partner des Moderators.

Der Steedener Uwe Scheu hat dem Fernsehmoderator Stefan Raab und dessen Kölner Produktionsfirma Raab TV sehr viel zu verdanken. Umso überraschter war der langjährige Rennleiter des ProSieben-Fernsehformats „TV Total Stockcar Challenge“, als er erfuhr, dass Raab seine Fernsehkarriere Ende des Jahres beenden möchte. Scheu weiß nur sicher, dass am 10. Oktober zum nunmehr elften Male die nächste Stockcar Challenge in der Veltins-Arena auf Schalke über die Bühne gehen wird. „Was danach kommt, darüber will ich gar nicht spekulieren“, sagt Scheu: „Gesprochen hat mit uns noch keiner, und wahrscheinlich weiß in Köln auch noch niemand, ob oder wie es weitergehen wird.“

Voraussichtlich nach der Sommerpause der Produktionsfirma würden die „Crazy Horses“ mehr erfahren. Der Verein habe ein großes Interesse daran, dass es auch mit einem anderen Moderator weitergeht, „aber wenn nicht, muss man das eben akzeptieren“, meint Uwe Scheu. Vielleicht täten sich dann im nächsten Jahr neue Optionen für andere Fernsehformate auf.

Die Planungen für das Karambolagerennen im Oktober laufen bereits – so wie in jedem Jahr, seitdem ein überraschender

Anruf aus Köln

das Leben Uwe Scheus und seines Teams radikal veränderte. Manchmal muss man einfach Glück haben. Ein Redakteur in Köln suchte damals im Internet verrückte Ideen für die Show „TV Total“ und gab das Wort „Crazy“ in die Suchmaschine ein. So landete er zufällig auf die Homepage des Steedener Vereins „Crazy Horses“. Dessen Aktive waren beim Dreh gerne dabei, präparierten einen Acker in Biebrich bei Katzenelnbogen, wo Raab sich in einen Stockcar setzte. Eine schöne Sache, aber auch eine einmalige, dachten sich die Hobby-Motorsportler damals. Doch zwei Jahre später kam ein weiterer

Anruf aus Köln

mit der Einladung zu einer geheimen Sitzung. Dort wurde über die Idee diskutiert, ein Stockcar-Rennen fürs Fernsehen auf die Beine zu stellen. Der Steedener Verein wurde um Rat gefragt, ob dies in die Praxis umsetzbar sei. Die Profis hielten ein solches Rennen in einem Fußballstadion für möglich und gaben wertvolle Tipps.

2005 ging die „Stockcar Challenge“ erstmalig auf Sendung. „Es schlug ein wie eine Bombe“, kann sich Uwe Scheu noch genau an den Abend erinnern: „Wir hatten einen sensationellen Marktanteil von 25 Prozent“. Fast drei Millionen Menschen fieberten am Bildschirm mit, mehr als 60 000 im Gelsenkirchener Stadion, darunter viele aus der Region, „die uns Steedener Buben mal im Fernsehen sehen wollten“.

Das Stadion auf Schalke war immer restlos ausverkauft. Scheu fungierte dort als Rennleiter, seine Kollegen als Wertungsrichter; Streckenposten und neun weitere befreundete Teams halfen, die Wagen für die Promis im Vorfeld herzurichten und bei Schäden schnell wieder flott zu kriegen. Dadurch entwickelten sich gute Freundschaften der „Crazy Horses“ zu einigen Prominenten. Charlotte Roche, Joey Kelly und die Ludolf-Brüder waren mehrfach in Steeden, ebenso Harry Wijnvoord, Alex Jolig und Lina van de Mars. Uwe Scheu erhielt weitere TV-Aufträge, unter anderem zur Organisation der „Autofußball-WM“ und auch für die populäre Samstagabend-Show „Schlag den Raab“. Scheu ging mit Raab zu Fernseh-Pressekonferenzen, für den 50-jährigen gelernten Kraftfahrer eine völlig andere Welt. „Viele in der Produktionsfirma in Köln sind zu Freunden geworden“, sagt der Steedener. Alle im Verein hätten sich jedes Jahr riesig auf das Stockcar-Wochenende gefreut.

Wie sehr Raab Scheu wertschätzt, zeigt sich daran, dass er trotz nachlassender Quoten keinen Zweifel daran ließ: „Uwe, nächstes Jahr sehen wir uns wieder.“ Die Zusammenarbeit hat laut Scheu auch der Bekanntheit und dem Ansehen des Stockcar-Sports in Deutschland sehr geholfen. „Wenn du im Fernsehen bist und dann noch mit all den Prominenten, dann wird man von anderen Leuten ganz anders wahrgenommen“, so der Chef der „Crazy Horses“. Plötzlich war es möglich, ein eigenes Rennen in Biebrich zu organisieren, später sogar vor der eigenen Haustür, auf einem Feld zwischen Hofen und Steeden. Am 22. und 23. August wird es das nächste Heim-Rennen geben. „Das werden wir auf jeden Fall weitermachen, egal was das Fernsehen macht“, versichert Scheu. Stefan Raab und dessen Team kann er nur danken für zehn Jahre glänzende Zusammenarbeit mit vielen unvergesslichen Erlebnissen.

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