Bedürftige haben es schwer

„Im Westerwaldkreis haben es Bedürftige schwerer als in jedem anderen Kreis in Rheinland-Pfalz, die ihnen zustehende Leistungen auch zu bekommen“, stellt Uli Schmidt vom Forum Soziale Gerechtigkeit, in seiner Jahresbilanz fest. Deshalb werde man weiterhin für die Rechte benachteiligter Menschen in der Region streiten.

„Trotz bester wirtschaftlicher Entwicklung im Westerwald dürfen erkennbare soziale Probleme nicht länger einer möglichst optimalen Haushaltssituation geopfert werden“, mahnte Schmidt.

Besorgniserregend sei beispielsweise die Zunahme älterer Menschen, die verschuldet sind und ihre laufenden Kosten nicht mehr zahlen können. Seine Analyse: „Wenn nicht immer mehr „Wällern“ Altersarmut drohen soll, müssen prekäre Arbeitsverhältnisse zum Auslaufmodell werden.“ An Bedürftige aller Altersgruppen richtet sich bereits jetzt das in der Kreisstadt etablierte Sozialkaufhaus, bei dem mehr als 700 Kunden funktionsfähige Möbel und Kleidung erwerben. „Diese wichtige Einrichtung muss dauerhaft gesichert werden“, forderte er. „Ein zweiter Standort im oberen Kreisteil wäre wünschenswert.“ Verbessert habe sich indes das Angebot von neuen Wohnformen für ältere Menschen. “

Im ganzen Kreis gibt es nach Aussage von Uli Schmidt derzeit etwa 6 500 alkoholabhängige Personen und 7 000 Kinder, die in einer Suchtfamilie leben. Es müsse verstärkt dafür gesorgt werden, dass den betroffenen Kindern nicht wegen ihrer familiären Herkunft „dauerhaft Lebenschancen verbaut werden“. In diesem Zusammenhang stellte Schmidt einen Mangel bei der Betreuung seelisch schwer kranker Menschen fest. „Sie sind oft nicht mehr in der Lage, ihren Alltag zu meistern.“

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist für den Vertreter des Forums, dem sich verschärfenden Fachkräftemangel in der Pflege entgegenzuwirken. Zwar sei dies „eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“. Dennoch: Die Zahl der Pflegebedürftigen steige stetig und hierauf müsse ebenso reagiert werden wie auf die Mängel in der Notfallversorgung und beim Angebot an Fachärzten. Eine positive Tendenz lasse sich beim Thema Inklusion auf dem Arbeitsmarkt ablesen. „Arbeitgeber berichten über die hohe Loyalität und die Einsatzbereitschaft ihrer behinderten Mitarbeiter. “

Darüber hinaus müsse man sich mit der intensiv Frage beschäftigen, „schaffen wir es, die vielen Flüchtlinge zu integrieren“. Es sei eine der wichtigsten sozialen Aufgaben, „den bei uns Schutz suchenden Flüchtlingen zeitnah eine angemessene Beschäftigung anbieten zu können. Wenn das nicht gelingt, wird die Integration mit allen damit verbundenen Problemen scheitern“.

Das Forum Soziale Gerechtigkeit wird ab Februar wieder monatlich zu einer Veranstaltung einladen. Weitere Informationen zum Programm gibt es bei Uli Schmidt; uli@kleinkunst-mons-tabor.de.

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