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Beselich: Auf den Bauernhof anstatt in den Kindergarten

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Interessiert beobachteten die Obertiefenbacher Kita-Kinder die Rhönschafe.
Interessiert beobachteten die Obertiefenbacher Kita-Kinder die Rhönschafe. © Kreis Limburg-Weilburg

Jungen und Mädchen der Kita "St. Aegidius" besuchen die Schafzucht der Zöllers

Obertiefenbach -Kindern und Jugendlichen die heimische Landwirtschaft nähergebracht wird in der heimischen Region über das Programm "Bauernhof als Klassenzimmer". Auch der Landkreis Limburg-Weilburg beteiligt sich an dem Landesprogramm. Derzeit sind innerhalb der Kreisgrenzen 14 Betriebe aktiv, bei denen sich interessierte Kindergarten- und Schulgruppen für Hofbesuche anmelden können.

Das geht, weil der Landkreis Limburg-Weilburg auf freiwilliger Basis die Betriebsführungen mit 100 Euro bezuschusst. "Wir wollen damit das Engagement der Betriebe belohnen und einen Ausgleich für den betriebenen Aufwand schaffen", sagt Anna Bernhardt vom Fachdienst Landwirtschaft im Amt für den Ländlichen Raum, Umwelt, Veterinärwesen und Verbraucherschutz der Kreisverwaltung. Die 100 Euro können ausgezahlt werden, solange es das Jahresbudget des Kreises hergibt. Bislang hat es immer ausgereicht, um sämtliche gemeldeten Betriebsführungen zu bezuschussen.

Einer der beteiligten Betriebe ist die Obertiefenbacher Rhönschafzucht von Wilma Zöller. Diese bekam innerhalb der letzten Woche gleich mehrfach Besuch von Gruppen der Obertiefenbacher Kindertagesstätte "St. Aegidius". Seit 30 Jahren hält die Familie Zöller Rhönschafe. Aktuell stehen für die Zucht 70 Herdbuch-Tiere auf dem Hof. Daneben gibt es auf dem Hof noch die bedrohte Art Emdener Gänse und Fleischputen. Denn Wilma Zöllers Mann Alfred ist Vorsitzender des Obertiefenbacher Kleintierzuchtvereins und züchtet im Hobby noch Geflügel.

"Zuerst haben wir es in Sachen Schafzucht mit Heidschnucken probiert. Doch diese in der Lüneburger Heide stark verbreitete Schafrasse war unseren Erfahrungen nach alles andere als einfach zu halten", sagt Alfred Zöller. Er berichtet, dass diese mit den Hörnern häufig am Zaun hängengeblieben seien. Zudem seien sie karges Futter gewohnt, hätten unser zu gutes und eiweißreiches Gras nicht so gut vertragen.

In der Haltung sehr unkompliziert

Gut, dass Alfred Zöller, damals auf einer Ausstellung zufällig Rhönschafe als Alternative entdeckte. "Diese fand ich als seltene Rasse für die Zucht sofort sehr interessant", erzählt der Obertiefenbacher. Wie Alfred Zöller, der aus gesundheitlichen Gründen die Betriebsleitung mittlerweile an seine Frau abgeben musste, berichtet, seien die Rhönschafe in der Haltung sehr unkompliziert. Sie bräuchten bei der Geburt der Lämmer keine menschliche Unterstützung. Und sie benötigten auch nicht so häufig wie andere Schafrassen Klauenpflege.

Alfred Zöller verrät, "dass die Schafe der Zucht Zöller auch dazu dienen, schlecht zu mähende Flächen der Gemeinden Beselich und Waldbrunn abzugrasen, wie den Fussinger Solarpark". Die Schafe pflegten auch die Obstplantage der Gemeinde Beselich, die für die Kinder bei ihren Besuchen sehr interessant sei. Alfred Zöller: "Dort können die jungen Gäste nämlich auch Äpfel ernten und daraus Saft pressen." Was Wilma Zöller mit den Kindern auf Anfrage ebenfalls macht, ist, Kartoffeln aus den Äckern zu lesen.

Alfred Zöller erzählt: "Wir beteiligen uns mit der Rhönschafzucht seit vier Jahren an dem Programm ,Bauernhof als Klassenzimmer', weil es wichtig ist, den Kindern Landwirtschaft und den Umgang mit Tieren näherzubringen." Alfred Zöller betont, dass das Programm "Bauernhof als Klassenzimmer" seiner Frau und ihm sehr viel Spaß mache. "Die Kinder haben stets viel Freude, sich die Schafe und das Geflügel anschauen zu dürfen", berichtet Zöller.

Schulklassen oder Kindergartengruppen aus dem Landkreis, die gerne einmal die Rhönschafzucht Zöller oder einen der anderen angemeldeten Betriebe der Region besuchen wollen, finden über www.bak.hessen.de unter Partnerbetriebe die Betriebsbeschreibungen und Kontaktdaten. "Bauernhof als Klassenzimmer" bietet die Möglichkeit, Bauernhöfe als außerschulische Lernorte zu entdecken. Ziel ist es, ein realistisches Bild der täglichen Arbeiten auf dem Hof, im Stall und auf dem Feld zu vermitteln. Schülerinnen und Schüler, aber auch Kindergartenkinder erfahren auf dem Bauernhof aus erster Hand, wie Tiere gehalten werden und wie Getreide, Kartoffeln oder Zuckerrüben angebaut werden. Selbstverständlich können sich für das Programm auch gerne weitere Betriebe aus der Region anmelden, die ihre Arbeit künftig der Öffentlichkeit präsentieren möchten.

Interessierte heimische Betriebsinhaber können sich gerne beim Amt für den Ländlichen Raum, Umwelt, Veterinärwesen und Verbraucherschutz der Kreisverwaltung, Anna Bernhardt, (0 64 31) 2 96 58 17 beziehungsweise per E-Mail a.bernhardt@limburg-weilburg.de, oder Sander Hoogendam, (0 64 31) 2 96 58 08 beziehungsweise per E-Mail an: s.hoogendam@limburg- weilburg.de wenden.

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