Das Waldsofa an den Siedlungshöfen ist die vorletzte Rast auf dem Rundwanderweg. Die letzte Etappe führt von dort aus über den Harteweg in die Dorfmitte zurück.
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Das Waldsofa an den Siedlungshöfen ist die vorletzte Rast auf dem Rundwanderweg. Die letzte Etappe führt von dort aus über den Harteweg in die Dorfmitte zurück.

Rund um Niedertiefenbach

Beselich: Auf den Waldsofas rasten und die Aussicht genießen

Rundwanderweg verbindet die vier neu aufgestellten Sitzgelegenheiten miteinander

Niedertiefenbach -Für den neuen, knapp neun Kilometer langen Rundwanderweg um Niedertiefenbach sollte man sich Zeit lassen. Er besticht mit abwechslungsreicher Natur, herrlichen Fernsichten, historischen Sehenswürdigkeiten und vier einladenden Ruhebänken, den sogenannten Waldsofas.

Der Heimat- und Verschönerungsverein Niedertiefenbach hat in den vergangenen Wochen rund um das Dorf vier drehbare Waldsofas an Stellen mit besonders schönem Ausblick aufgestellt und den Rundwanderweg als Verbindung dieser gemütlichen Aussichtspunkte ausgearbeitet. Eine Beschilderung ist in Arbeit. Derzeit empfiehlt es sich, den Weg als GPX-Track runter zu laden. Man findet ihn unter dem Namen "WSW Niedertiefenbacher Waldsofaweg" über die kostenlose App "Outdooractive"

Der Rundweg startet am Sportplatz Niedertiefenbach, wo genug Parkplätze vorhanden sind. Von dort folgt der Wanderer dem asphaltierten Kreuzweg, der auch als Wanderweg des Westerwaldvereins mit zwei weißen Strichen auf dunklem Grund gekennzeichnet ist. Bald geht der Weg in einen festen Waldweg über und steigt zum Beselicher Kopf an. Hier kommt man zum ersten Mal ins Schwitzen, doch die Mühe wird belohnt. Denn auf der Höhe gibt es die Ruine der Beselicher Klosterbasilika zu entdecken. Im zwölften Jahrhundert vermachte der Priester Gottfried von Beselich dem Kloster Arnstein eine Kapelle und stattete diese mit einem zehntfreien Hof aus. Dies bildete die Grundlage für ein Prämonstratenserinnen-Kloster, das dem Abt von Arnstein unterstellt war. Es entwickelte sich zu einem reichen Adelskloster und wurde mehrfach überfallen. Nach einem solchen Überfall konnte es sich nicht mehr zu alter Blüte erholen und die Reformation führte schließlich zur Auflösung der Nonnen-Gemeinschaft. Mitte des 17. Jahrhunderts übernahmen die Hadamarer Jesuiten die Gebäude und nutzten sie als Steinbruch. Heute sind von der einst 37 Meter langen und 18 Meter breiten Basilika lediglich noch Reste des Westbaus vorhanden.

Der Wanderweg wendet sich nun nach rechts. Bevor man sich auf dem Waldsofa mit herrlichem Blick über Wiesen und Felder ausruht, sollte man nicht versäumen, die links vom Weg gelegene Wallfahrtskapelle "Maria Hilf" zu besuchen. Sie besteht seit 1767 und wird ergänzt durch einen Betweg mit sieben kleinen Kapellchen.

Von Eichen beschattet

Nach der Verschnaufpause geht es auf einem asphaltierten Weg bergab. Vor der Rechtskurve hält man sich weiter geradeaus auf einem geschotterten Weg. An dessen Ende biegt der Wanderer rechts in einen eichenbeschatteten Feldweg mit vielen wilden Rosenbüschen ein. Hier ist der Untergrund recht uneben, so dass festes Schuhwerk angeraten ist. Auf der rechten Seite öffnet sich der Blick über das Limburger Becken. Auch das Dehrner Schloss fällt ins Auge.

Der Feldweg endet an der L 3322. Dieser folgt man wenige Meter westwärts Richtung Obertiefenbach und biegt hinter einem Waldstück nach rechts ab. Nun umrundet der Weg eine ehemalige Tongrube. Ein Hinweisschild erklärt, dass dieses von der Natur zurückeroberte Gelände zur Förderung von Licht und Wärme liebenden Arten wie Wildbienen, Schmetterlingen, Libellen und Pflanzen, die im geschlossenen Wald nicht überleben können, aufgelichtet wurde. Die abgesägten Bäume überließ man den Totholz bewohnenden Organismen.

Über den alten Lichtleitungsweg erreicht der Wanderer das nächste Waldsofa mit Blick bis nach Balduinstein. Alsbald führt der Weg über kleine Waldpfade und über Feldwege an den Niedertiefenbacher Dorfrand. Am Wirtshaus "Zur Tanne" muss man links abbiegen.

Blick zum Mensfelder Kopf

Vorbei an wiegenden Kornfeldern führt der Weg zum Tiefenbach-Stausee, dessen Uferbereich allerdings nicht betreten werden darf. Dreiviertel des Weges sind geschafft. Nun geht es auf einer festen Straße durch offenes Gelände zu den Siedlungshöfen und einem weiteren Waldsofa. Die letzte Etappe führt über den Harteweg in die Dorfmitte zurück. Doch bevor der Ausgangspunkt wieder erreicht ist, muss der Wanderer noch eine steile Treppe zur Kirche hinauf bewältigen und hat sich damit eine weitere Erholungspause verdient. Am Sportplatz erwartet ihn das vierte Waldsofa mit Blick über den Mensfelder Kopf hinweg bis zu den Höhenzügen des Taunus.

Bei unserer Probewanderung haben wir für die Gesamtstrecke von knapp neun Kilometern etwas mehr als drei Stunden benötigt. Dabei sind wir etwa 140 Höhenmeter hinauf und wieder abgestiegen. Unser Resümee: Es hat Spaß gemacht und wir sind diesen Weg sicher nicht zum letzten Mal gegangen. k

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