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Noch ist das Dorfgemeinschaftshaus Heckholzhausen eingerüstet, doch im Frühjahr soll die Sanierung beendet sein. Darauf freuen sich (von links) Architekt Matthias Losacker, Bürgermeister Michael Franz, Bauamtsleiter Andreas Ott und Losackers Mitarbeiter Ralf Gilz.

Renovierung teurer als geplant

Beselich: Blickfang erstrahlt bald in neuem Glanz

Fassadensanierung des Dorfgemeinschaftshauses wird deutlich teurer

Heckholzhauen -Wer ein altes Gebäude besitzt, muss sich auf Überraschungen gefasst machen. So erging es auch der Gemeinde Beselich, als sie in diesem Sommer mit der Fassadensanierung am alten Dorfgemeinschaftshaus in Heckholzhausen begonnen hat. War ursprünglich lediglich ein Anstrich geplant, so stellte sich rasch heraus, dass der Sanierungsaufwand erheblich höher sein würde. Der Grund: Der alte Putz war lose und fast noch schlimmer: Der Holzbock hatte sich in das Holz des Dachüberstands hineingefressen. Unangenehme Folge für die Gemeinde Beselich ist, dass die Kosten sich vervielfachten: von 50 000 Euro, die zunächst geplant waren, auf nun voraussichtlich 215 000 Euro.

Doch inzwischen ist Land in Sicht: Ein erheblicher Teil der Arbeiten ist erledigt, so dass das seit dem Sommer stehende Baugerüst voraussichtlich im Frühjahr des kommenden Jahres verschwinden wird, wie Bürgermeister Michael Franz (parteilos), Architekt Matthias Losacker und Bauamtsleiter Andreas Ott bei einer Ortsbesichtigung erläuterten.

Gebäude steht unter Denkmalschutz

Das Dorfgemeinschaftshaus Heckholzhausen ist ein wahrer Blickfang mitten im Dorf. 1927 erbaut, steht der neoklassizistische, zweigeschossige Putzbau mit Walmdach unter Denkmalschutz. Das, so Matthias Losacker, war auch der Grund dafür, dass zunächst versucht wurde, den Originalputz zu erhalten und lediglich mit einem neuen Reparaturanstrich zu versehen. Doch bei einer Untersuchung in diesem Sommer stellte sich heraus, dass die Schäden am Putz deutlich größer waren, als angenommen. "Er war nicht mehr genügend mit dem Untergrund verbunden", erläuterte Losacker. Ein Substanzerhalt, wie ihn das Denkmalpflegegesetz vorschreibt, war nun nicht mehr möglich. Der Putz musste abgeschlagen und komplett erneuert werden. Ein Vorgehen, dass mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt und schließlich genehmigt wurde.

Doch damit nicht genug: Untersuchungen des Holzes an Dachüberstand und Gauben förderten einen Befund zutage, der die Verantwortlichen das Schlimmste befürchten ließ. Der Holzbock, ein übler Holzschädling, hatte dort sein Unwesen getrieben und Teile des Holzes zerstört. Die Befürchtung, dass er auch den Dachstuhl zerstört hat, stand wochenlang im Raum; doch ein Fachgutachter gab Entwarnung: Das Holz des Dachstuhls war in Ordnung. Es genügte also, einen Teil des Dachüberstandes zu ersetzen und das Holz mit Borsalz zu behandeln, das Schädlinge künftig abschrecken soll. "Wir haben alles getan, was wir tun konnten", sagte Losacker.

Als nächstes soll der Außenputz auf den bereits existierenden Unterputz aufgetragen werden, damit die Fassade des historischen Gebäudes frisch gestrichen werden kann. Der Farbton, so Bauamtsleiter Andreas Ott, soll möglichst originalgetreu wiederhergestellt werden. Dazu wurden ältere Fotos in Augenschein genommen und noch vorhandene Farbreste chemisch analysiert.

Bauarbeiten ruhen witterungsbedingt

Im Frühjahr 2021 soll es dann soweit sein: Das schmucke Dorfgemeinschaftshaus, das der ehedem unabhängigen Gemeinde Heckholzhausen einst als Rathaus diente, soll in frischem Glanz erstrahlen. Bis dahin sollen die Bauarbeiten witterungsbedingt weitgehend ruhen. Bürgermeister Franz freut sich jetzt schon, wenn damit die Neugestaltung der Heckholzhäuser Dorfmitte erfolgreich abgeschlossen sein wird. "Das wird ein Ensemble sein, das Seinesgleichen sucht", ist Franz zuversichtlich.

Dass die Gemeinde Beselich für die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses tief in die Tasche greifen muss, hält der Rathauschef für gerechtfertigt. Denn schließlich gehe es um nicht weniger als die Erhaltung dörflicher Identität. Immerhin zahlt das Land Hessen einen kleinen Zuschuss von 8000 Euro aus Mitteln der Denkmalpflege. Und auch die Menschen der Region hätten von dem Projekt profitiert: Sämtliche acht mit der Sanierung beauftragten Firmen stammen aus dem Kreis Limburg-Weilburg. Franz: "Die Wertschöpfung bleibt in der Region."

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