Die Gemeinde lässt untersuchen, wie die Hochwassergefahr am Tiefenbach in Niedertiefenbach verringert werden kann.
+
Die Gemeinde lässt untersuchen, wie die Hochwassergefahr am Tiefenbach in Niedertiefenbach verringert werden kann.

Überflutungen vorbeugen

Beselich: Der Hochwasserschutz soll verbessert werden

  • VonRobin Klöppel
    schließen

Eine Untersuchung soll klären, wie Überlaufen des Tiefenbachs verhindert werden kann

Beselich -Der Starkregen und die Überflutungen von Straßen und teilweise privaten Grundstücken in Niedertiefenbach haben die Bürgerliste Beselich (BLB) und die SPD zum Anlass genommen, Bürgermeister Michael Franz (parteilos) zu fragen, was die Gemeinde Beselich schon für den Hochwasserschutz getan hat und was sie nach den jüngsten Erfahrungen noch zu tun gedenkt. Franz antwortet nun: "Bereits vor der damaligen Beschlussfassung der Gemeindevertretung in 2016 wurde die Untere Wasserbehörde als auch das die Gemeinde beratende Ingenieurbüro Artec aus Limburg über die Hochwasserproblematik am Tiefenbach unterhalb der Ortslage Niedertiefenbach informiert." Bereits einige Jahre davor sei jedoch von der Unteren Wasserbehörde deutlich gemacht worden, dass die von der Bürgerschaft geforderte Auskofferung des Tiefenbachs in der Ortslage nicht ohne weiteres umzusetzen sei und auch keinen dauerhaften Erfolg verspreche.

Gemeinsam mit dem Büro und der Wasserbehörde sei festgestellt worden, dass die Möglichkeiten zur Nachprofilierung des Gewässers bei der Unterhaltung beschränkt seien, so Franz. Ein Eingriff in das Gewässer sei genehmigungspflichtig und müsse entsprechend vorbereitet werden. Franz: "Aus diesem Grund sollten die Abflussbehältnisse in einem sogenannten Niederschlags-/Abflussmodell simuliert werden, wofür zunächst eine Außenaufnahme notwendig war, um das Einzugsgebiet des Gewässers zu ermitteln und die Abflussverhältnisse zu berechnen." Erst aufgrund dieser Ergebnisse könne laut Franz beurteilt werden, welche Maßnahmen im Gewässer zielführend seien.

In der Ortslage nicht möglich

Nach diversen Ortsterminen und Besprechungen, auch mit der Oberen Wasserbehörde, sei durch das Büro im September 2017 ein erster Honorarvorschlag zur Durchführung einer Hochwasserstudie zum Tiefenbach in Niedertiefenbach abgegeben worden. Die Vermessung durch Artec sei daraufhin durchgeführt worden. Daraus wurde, so Franz, gefolgert, dass innerhalb der Ortslage keine grundsätzlichen Möglichkeiten zur Verbesserung eines Abflussquerschnitts vorhanden seien und Regenrückhaltemaßnahmen nur oberhalb Niedertiefenbachs sinnvoll seien. Franz: "Hier gäbe es aufgrund der topografischen Lage an zwei vorhandenen Wirtschaftswegekreuzungen mit dem Tiefenbach gegebenenfalls Möglichkeiten einer naturnahen Rückhaltung." Diese sei aber noch mit den Wasserbehörden im Detail abzustimmen.

In einem Abstimmungsgespräch mit der Unteren Wasserbehörde habe die Gemeinde danach erfahren, dass die Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes auch förderfähig sein könne, so Franz. Leider sei der Antrag dort aber offenbar liegengeblieben. Die Gemeinde gehe aber davon aus, dass sie bald einen entsprechenden Förderbescheid erhalten und Artec dann mit der hydrologischen Untersuchung zur Verbesserung des Hochwasserschutzes im Einzugsgebiet des Tiefenbachs beauftragen könne.

Der Bürgerliste versicherte Franz, dass beim Büro Artec an der fachlichen Eignung des beauftragten Büros kein Zweifel bestehe, da diese das Gutachten zusammen mit Ralf Mehler, Professor für Wasserbau und Wassermanagement an der Hochschule Darmstadt, durchführe. Der Bürgermeister: "Derzeit ist es nicht einzuschätzen, wann Erkenntnisse aus dem noch zu beauftragenden und erstellenden Hochwasserschutzgutachten vorliegen. Dementsprechend kann auch noch keine Aussage getroffen werden, wann die Erkenntnisse umgesetzt werden können, da weder Umfang noch Kosten der einzelnen Maßnahmen bekannt sind und gegebenenfalls Grunderwerb getätigt werden müsste,"

Heckholzhausen und Schupbach später

Es sei auch nicht möglich, den Querschnitt des Tiefenbachs im Ort dahingehend zu verändern, dass der Bach tiefer ausgekoffert werde, ohne vorher mit den Genehmigungsbehörden eine Zulassungs- oder Genehmigungsmöglichkeit zu prüfen. Franz: "Hier sollten die Ergebnisse der Untersuchungen abgewartet werden, zumal schon nach den erfolgten groben Überrechnungen keine signifikanten dauerhaften Verbesserungen erwartet werden.

Der Hochwasserschutz für die Tallage von Schupbach wie auch von Heckholzhauen wurde bisher durch das Büro laut Franz noch nicht beleuchtet. Man habe sich darauf verständigt, erst einmal Niedertiefenbach anzupacken, wo sich auch das letzte Starkregenereignis zugetragen habe.

Nachdem Bürgermeister Franz direkt nach den Überschwemmungen in Niedertiefenbach bekundet hatte, dass diese nicht in Zusammenhang mit dem Tiefenbach stehen, stellte er gegenüber der Bürgerliste noch einmal klar: "Der Gemeinde ist nicht bekannt, dass Anwohner der Westerwaldstraße durch das Starkregenereignis in irgendeiner Weise finanziell geschädigt worden sind." Er wisse lediglich von einem Anwohner, dem das Wasser durch den Hof gelaufen sei. Und anschließend habe dieser wieder saubergeputzt werden können

Norbert Bandur von der Bürgerliste kritisiert nun aber, dass Bürgermeister Franz die Fragen nicht einzeln, sondern in einem Gesamttext beantwortete. Für fragwürdig hält er auch die Behauptung, dass der Verwaltung keine Warnhinweise der Anwohner der Westerwaldstraße vorgelegen hätten. Dies dürfte laut Bandur für einigen Unmut bei den Betroffenen sorgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare