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Beselich: Donnernde Laster und ein größer werdendes Loch

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Bei ihrer Ortsbegehung besichtigten die Beselicher Sozialdemokraten auch die ehemalige Synagoge.
Bei ihrer Ortsbegehung besichtigten die Beselicher Sozialdemokraten auch die ehemalige Synagoge. © Kerstin Kaminsky

Die SPD macht sich ein Bild von den problematischen Stellen im Ort

Schupbach -Wo klemmt es in Schupbach? Wo sollte die Gemeinde etwas zum Wohl der Bürger tun? Wo werfen sich Fragen auf? Um sich selbst ein Bild zu machen, trafen sich die Beselicher Sozialdemokraten am Freitagabend zu einem Dorfrundgang.

Am Treffpunkt Ortsmitte fielen den Teilnehmern die unterschiedliche Bushäuschen auf. So stehe das ansprechend aus Holz gestaltete Wartehäuschen gegenüber der Kirche, wo die Busse nach Weilburg und zur Schule Obertiefenbach abfahren, in auffälligem Gegensatz zu den blauen Schutzdächern, die nur eine Straßenecke entfernt stehen, und von den Bussen zwischen Limburg und Runkel bedient werden.

In der Diskussion erklärte der in Schupbach lebende Martin Schulz, dass der große, hölzerne Unterstand vor Jahrzehnten von der Handballjugend errichtet worden sei. "Wir sind froh, das zu haben, auch wenn es mal wieder renoviert werden müsste", so Schulz. Denn die Schupbacher Jugend nutze diesen Ort gern als Treffpunkt. Solange der Jugendraum geschlossen ist, dürfe das auch gern so bleiben.

Raum für Trauungen nutzbar machen

Eine Besichtigung der ehemaligen Synagoge stand als nächstes auf dem Programm. Der Fraktionsvorsitzende Michael Jahn berichtete von einer Initiative des Synagogenvereins, diesen besonderen Raum künftig für Trauungen nutzbar zu machen. "Ich fände das großartig, denn in ganz Beselich gibt es ja keinen außergewöhnlichen Ort zum Heiraten." Oliver Christ vom Synagogenverein resümierte kurz die vor zehn Jahren begonnenen Renovierungsarbeiten in dem 1877 errichteten Gebäude, in dem immer noch die originalen Fenster und der wunderschöne Sternenhimmel erhalten sind. "Schon kurz nach Wiedereröffnung der ehemaligen Synagoge hatten wir überlegt, ob dieser Raum als Außenstelle des Standesamtes zu nutzen sei", so Christ. Er freut sich, dass dieser Gedanke nun wieder aufgegriffen werde.

Christ berichtete auch kurz von Kulturveranstaltungen, wie dem kürzlich stattgefundenen Klezmer-Konzert in der ehemaligen Synagoge und von Zoom-Meetings des Fördervereins, bei dem sich auch gern Nachfahren von Beselicher Juden zuschalten. Dann demonstrierte er den neuen, ringförmigen Deckenleuchter, dessen dimmbares Licht nach oben oder unter gesteuert werden kann. "Am schönsten ist es nachts, wenn wir nur den Sternenhimmel erstrahlen lassen", schwärmte Christ.

Jeder romantische Gedanken der Ortsbegeher endete spätestens am Burggraben, der stark frequentierten Durchfahrtsstraße. "Es wurden schon oft auf den Verkehr, die Geschwindigkeit, den Lärm und den Zustand des Straßenbelags angesprochen", ließ Michael Jahn wissen. Tatsächlich falle man fast aus dem Bett, wenn morgens die Laster mit ihren leeren Anhängern durch den Ort donnerten, ergänzte Anwohner Erhard Christ. Bestimmt seien es rund 500 Lastwagen und mehrere Tausend PKW, die täglich den Burggraben passierten, sagt er. Hier müsste dringend etwas zur Verkehrsberuhigung getan werden.

Der bereits vor Monaten festgestellte Erdfall an der Gasleitung westlich von Schupbach macht Hahn große Sorgen. "Was noch vor Kurzem als Loch von 30 mal 40 Zentimetern bagatellisiert wurde, scheint doch ernst zu sein", so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Mittlerweile sei dort durch den Gasleitungsbetreiber der halbe Acker aufgegraben worden. "Wir befürchten, die Firma baggert, ohne einen Gutachter hinzuzuziehen", ergänzt Christ. Deshalb habe die SPD-Fraktion beim Bürgermeister angefragt, ob die Gemeinde die Grabung veranlasst habe und welche Erkenntnisse gewonnen werden. Zudem möchte die SPD über Maßnahmen der Gefahrenabwehr für die Bürger seitens der Gemeinde informiert werden und bittet um eine chronologische Aufstellung der erfolgten Schritte.

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