Andreas Ott (links) und Michael Franz informierten sich über den Baufortschritt auf dem Obertiefenbacher Friedhof.
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Andreas Ott (links) und Michael Franz informierten sich über den Baufortschritt auf dem Obertiefenbacher Friedhof.

Neue Formen der Bestattung

Beselich: Friedhöfe werden zu parkähnlichen Anlagen

  • VonRobin Klöppel
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Sargbestattungen finden kaum noch statt - Neue Begräbnisformen werden angeboten

Beselich -Die Gemeinde Beselich plant, alle vier gemeindlichen Friedhöfe in jeweils mehreren Abschnitten nach und nach zu parkähnlichem Charakter mit barrierefreien Wegen, mehr Grün, Blumen und Sitzgelegenheiten umzugestalten. Auch sollen neue Bestattungsformen, Gräber unter Bäumen, Urnenstelen und Rasengräber angeboten werden.

Die Zeiten haben sich auf Friedhöfen geändert, wie Bürgermeister Michael Franz (parteilos) weiß. Sargbestattungen, die früher gerade in den katholischen Dörfern angesagt waren, finden kaum noch statt. Die meisten Menschen möchten in Urnen beerdigt werden, immer mehr unter Bäumen oder auf Wiesen. Denn das ist günstiger und weniger pflegeintensiv für die Angehörigen. Durch wesentlich weniger Sargbestattungen sinkt, wie Bauamtsleiter Andreas Ott ausführte, der Platzbedarf auf den Friedhöfen deutlich. Und so könnten nach und nach die vier Friedhöfe umgebaut werden.

In Obertiefenbach und Heckholzhausen laufe gerade der erste Bauabschnitt, der mit der Bepflanzung im Herbst abgeschlossen werden solle. Seit 2017 liefen die Planungen für die Umgestaltungen, erläuterte Andreas Ott. Franz ergänzte, dass Ideen der Bürger mit in die Konzepte eingearbeitet worden seien. Folglich werde künftig in Beselich nicht mehr ein Friedhof wie der andere aussehen.

Zusatzkosten sind entstanden

In Heckholzhausen sei kommendes Jahr auch noch geplant, die in die Jahre gekommene Trauerhalle komplett zu sanieren. In Heckholzhausen laufen die Arbeiten zur Umgestaltung seit Mai. Die ursprüngliche Auftragssumme habe sich auf 126 200 Euro belaufen, weiß Ott. Doch durch zu ersetzende kaputte Pflastersteine und die nötige Legung einer neuen Wasserleitung seien Zusatzkosten entstanden, so dass die Gesamtkosten sich mittlerweile auf 175 000 Euro beliefen. In Obertiefenbach liefen die Arbeiten seit Mitte Juni. Die Auftragssumme dort betrage 94 400 Euro.

Wie die Planer Anja Reymann und Alexander Kolb vom Büro Renatur in Selters ausführen, wurde in Heckholzhausen die Wegführung zur Kirche geändert, um den Bezug zwischen Friedhof und Kirche zu betonen.

Dieser neue Weg sei die Basislinie, an dem sich die künftigen Grabfelder orientierten. Er werde von Bäumen gesäumt, welche auf einer Seite mit Urnenerdröhren als Baumgrabanlagen gestaltet würden, während auf der gegenüberliegenden Seite Rasenurnen- und Rasenerdgräber für Sargbestattungen angeordnet würden.

Die Freifläche an der Trauerhalle soll, so die Renatur-Pläne, mit Bänken und einem Staudenbeet gestaltet werden und zum Verweilen einladen. In Obertiefenbach werden zwei große Linden für die Gestaltung einer großen Baumurnengrabanlage mit Metallskulpturen genutzt. Benachbart zu dieser Grabanlage wird ein Rasenurnengrabfeld angelegt. Auf dieser Fläche wird der parkähnliche Charakter neben den alten Bäumen und der Rasenfläche durch eine wellenförmige Bank betont.

Auf dem benachbarten Grabfeld wird eine runde Urnenstelenanlage errichtet. Im ersten Bauabschnitt werden drei Stelengruppen mit insgesamt 34 Grabkammern aus Granit kreisförmig um einen Platz angeordnet, in dessen Mitte eine Bank mit integriertem Hochbeet platziert wird.

Im Grabfeld im Westen des Friedhofes wird das erste Teilstück des in weiteren Bauabschnitten komplett neu zu gestaltenden Hauptwegs des Friedhofs geschaffen. Entlang dieses umlaufenden Wegs werden künftig die Grabfelder angelegt.

Im ersten Bauabschnitt wird die Grabanlage "Immergrün" an diesen Weg angebunden. Es handelt sich um eine um einen kleinen Platz angeordnete komplett mit immergrünen Pflanzen bedeckte und gärtnerisch gepflegte Fläche für Erdgräber.

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