Beselichs Bürgermeister Michael Franz sowie (weiter von links) die Mitarbeiter der Gemeinde Franziska Müller, Büroleiter Andy Genschka, Marko Wallstein, Johann Leonhard Linn, Robin Weimar, Moritz Hartmann und Vanessa Leicher.
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Beselichs Bürgermeister Michael Franz sowie (weiter von links) die Mitarbeiter der Gemeinde Franziska Müller, Büroleiter Andy Genschka, Marko Wallstein, Johann Leonhard Linn, Robin Weimar, Moritz Hartmann und Vanessa Leicher.

Künftig besser aufgestellt

Beselich: Gemeinde setzt auf eigenen Nachwuchs

  • vonRobin Klöppel
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Die Verwaltung setzt verstärkt auf Aus- und Fortbildung

Beselich -Die Gemeinde Beselich hat unter dem Motto "Beselich bildet aus" eine Aus- und Fortbildungsoffensive gestartet. Dadurch kann die Gemeinde durch eine neue Hilfspolizistin dann auch vom kommenden Jahr an erstmalig für Beselich den fließenden und ruhenden Verkehr überwachen. "Wir hatten noch nie so viele Auszubildende in der Beselicher Verwaltung wie jetzt", erklärte Bürgermeister Michael Franz (parteilos) bei der Präsentation seines Konzepts im Rathaus stolz. Sieben überwiegend junge Menschen seien gerade dabei, bei der Verwaltung eine Karriere zu starten oder in einer bereits bestehenden Laufbahn in Beselich den nächsten Karriereschritt zu machen.

"Dass der Verkehr überwacht werden soll, ist mir im letzten Jahr von vielen Bürgern als Wunsch herangetragen worden, auch bei den Bürgersprechstunden", sagte Franz. Darum habe die Verwaltung reagiert und werde vom kommenden Jahr an geparkte Autos kontrollieren. Und nicht nur das: Durch eine Blitzeranlage kann Beselich dann auch etwas an neuralgischen Punkten gegen Raser tun.

Immer schwieriger, Fachkräfte zu finden

Die 25-jährige Obertiefenbacherin Vanessa Leicher hat sich nach ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement dazu bereit erklärt, einen Sonderlehrgang zur Ausbildung von Hilfspolizisten anzuschließen und sich nach dessen Ende kurz vor Weihnachten in der Verwaltung um diesen Bereich zu kümmern. Angst, im eigenen Dorf von ertappten Parksündern angefeindet zu werden, hat die junge Frau nicht. "Wichtig ist, für eine solche Aufgabe die nötige Empathie mitzubringen", ergänzt Bürgermeister Franz. Auch zahlt die Gemeinde nach seinen Angaben gerne dem 39-jährigen Robin Weimar seine Ausbildung zum Forstwirtschaftsmeister und Marko Wallstein (50) seinen Vorbereitungslehrgang zum Verwaltungsfachwirt, ohne dass die Mitarbeiter an Gehalt einbüßen. "Es ist der richtige Weg, Mitarbeiter zu unterstützen, die sich weiterbilden wollen", sagt der Bürgermeister. "Davon profitiert letztlich auch die Gemeinde, wenn Mitarbeiter sich zusätzliches Fachwissen erarbeiten und dann in ihre Arbeit einbringen." Von daher sei das eine klare Win-Win-Situation.

Michael Franz weist darauf hin, dass in Zeiten des Klimawandels und extremen Problemen mit Borkenkäferbefall hervorragend ausgebildete Forstleute ein Pfund für jede Gemeinde seien. Denn wenn Mitarbeiter Weimar seinen Meister hat, kann er weitere junge Menschen im Forst ausbilden und als künftige Fachkräfte für die Gemeinde heranziehen. Dafür nimmt es Michael Franz in Kauf, dass er während Robin Weimars ausbildungsbedingter Abwesenheit die Leistungen eines zweiten Forstwirts vorübergehend einkaufen muss, weil ein Forstwirt im Wald allein aus Sicherheitsgründen nicht arbeiten darf. Michael Franz begründet die Aus- und Fortbildungsoffensive auch damit, dass die kommenden Jahre der eine oder andere Mitarbeiter der Verwaltung in den Ruhestand gehen wird und gute Fachkräfte auf dem freien Markt in manchen Branchen rar gesät seien. So wurde nach seinem Realschulabschluss der 16-jährige Johann Leonhard Linn eingestellt, der seit 1. August seine Ausbildung zur Fachkraft für Versorgungstechnik absolviert. Er soll künftig noch seinen Meister anschließen, so dass Beselich neben einem Meister in der Abwasserentsorgung auch einen Meister für Wasserversorgung hat. Der 22-jährige Moritz Hartmann startete Anfang August seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Er soll nach seiner Prüfung übernommen werden.

Michael Franz berichtet, dass sich die Kommunen auch überall derzeit schwer tun, gute Erzieherinnen zu finden, weil der Markt ziemlich abgegrast sei. So ist die 18-jährige Clara Ebert während ihrer zweijährigen Ausbildung zur Sozialassistentin an der Kindertagesstätte in Schupbach im Einsatz, bevor sie an der Limburger Marienschule ihre dreijährige Erzieherinnenausbildung meistern will. Ihr Anerkennungspraktikum in der Kita Niedertiefenbach macht derzeit Franziska Müller.

"So lernen wir die jungen Leute kennen und diese lernen die Gemeinde Beselich als Arbeitgeber kennen", erklärt Beselichs Bürgermeister Michael Franz. Durch die Ausbildungsbereitschaft sei die Gemeinde in den vergangenen Jahren schon zu einigen guten Erzieherinnen gekommen. Robin Klöppel

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