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Beselich: Jubiläumsfeier im Zeichen des Fußballs

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So präsentierten sich die Alten Herren im Gründungsjahr 1962.
So präsentierten sich die Alten Herren im Gründungsjahr 1962. © Yvonne Weis

Festprogramm mit vielen Spielen, einem Blick zurück und Auszeichnungen

Schupbach -"Auf dem Goldenen Hain" war tagelang die Hölle los, denn die Fußballabteilung feierte mit ganz viel Ballgefühl, Fußballsinn, guter Laune und jeder Menge Sonne ihr 100-jähriges Bestehen nach, das wegen der Pandemie um zwei Jahre verschoben werden musste.

Im Jahr 1898, zu Zeiten des Königreichs Preußen, wurde in Schupbach der Turn- und Sportverein (TuS) Schupbach e.V. gegründet. Zu dieser Zeit war die älteste Sportart, die in deutschen Vereinen ausgeübt wurde, der Schützensport. Der Ehrenvorsitzende Herbert Schmitz gab einen interessanten Einblick in die Vereinsgeschichte: 1946 schloss sich nämlich erstmals der "Fußballverein VfR 1920 e.V." (VfR= Verein für Rasenspiele) mit dem TuS zusammen. Denn 1920 wollte der damalige TuS-Vorstand keine Fußballabteilung integrieren, die damals "als Proleten galten", berichtete Schmitz. Also wurde den Fußballern von der Gemeinde ein Waldstück zugewiesen, und die Bürger bauten ohne Maschinen den ersten Sportplatz. Es störte auch 25 Jahre lang nicht, dass die hintere Seitenaußenlinie zwölf Meter länger war, als die vordere Linie. 1928 konnte der Platz trotzdem eingeweiht werden. 1933 musste der Spielbetrieb bis nach dem zweiten Weltkrieg wegen der Machtergreifung der Nationalsozialisten eingestellt werden. Ernst Weinreuter fuhr die Spieler und Zuschauer mit seinem "Holzvergaser" zu den unterschiedlichsten Spielorten.

Mitte der 1950er Jahre holte der Fußballer Wolfgang Brössel den Fußballbetrieb wieder aus der Spieler-Krise heraus. 1958 gewann die A-Jugend den Beselich-Pokal bei der Kreismeisterschaft. 1962 wurde dann die erste "Alte-Herren-Mannschaft" gegründet. Deshalb feiert die Abteilung in diesem Jahr auch ihr 60-jähriges Bestehen.

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten konnten alle Mannschaften von der D-, E-, F-, G-Jugend über die A-, B-Jugend bis hin zur den Alten Herren, den Senioren und den Altfußballern bei den einzelnen Fußballspielen ihr Können zeigen.

Nicht nur die ersten Mannschaften können auf eine erfolgreiche Spiellegende zurückblicken, auch die "Alten Herren" haben es noch drauf. Beim Traditionsspiel kurz vor dem Jubiläumsfest traten rund 30 ehemalige TuS-Fußballer gegeneinander an. "Das Laufen ist irgendwann vorbei, aber Technik verlernt man nicht", sagte Bürgermeister Michael Franz anerkennend nach dem Spiel bei den Feierlichkeiten. Er bachte zwei Schecks zur Vereinsförderung mit, wovon 1200 Euro zur Aufstockung der Vereinskasse gedacht sind, weil die Rasensanierung von vor vier Jahren die Rücklagen geschmälert hatte.

Patrick Belz, der souverän durchs Festprogramm führte, ist froh, dass die Fußballabteilung seit ein paar Jahren die stetige Abwanderung der Jugendlichen zu anderen Freizeitaktivitäten oder Sportarten mit dem Zusammenschluss einzelner Ortsteile zu einer Spielgemeinschaft abwenden konnte. Die Fusion mit Wirbelau und Heckholzhausen "passt einfach".

Kreisfußballwart Jörn Metzler berichtete von dem veränderten Freizeitverhalten und der neuen Flexibilität, der sich der Verein gegenübersieht. "Die Zeiten, dass man um 15 Uhr geheiratet hat und abends ein Fußballspiel hatte, sind vorbei."

Jetzt werde ein Seniorenspiel abgesagt, "weil die Schwiegermutter einen Termin bei der Fußpflege hat", führte Jörn Metzler aus und wies damit auf den Rückgang der Seniorenmannschaften im Kreis Limburg-Weilburg von 140 auf 105 hin. Er hatte zwei Fußbälle für das Doppeljubiläum dabei und 300 Euro für die Ausbildung der Jugend.

Auch Schirmherr Alexander Steinberg wünschte der Fußballabteilung des TuS Schupbach allseits "viele geschossene Tore auf das gegnerische Tor", und Wolfgang Gras, der im Namen des TuS-Vorstands seine Glückwünsche übermittelte, hob vor allem das große Engagement und die großartige Leistung der Abteilung hervor, die seit 100 Jahren Attraktivität in den Ort gebracht habe. In diesem Zusammenhang dankte er auch dem anwesenden Karl Völker für seine großartige Aufbauarbeit im Verein.

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