Eine der trotz Corona erfolgreichen Sommeraktionen für Jugendliche war Bogenschießen mit Martin Lunz.
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Eine der trotz Corona erfolgreichen Sommeraktionen für Jugendliche war Bogenschießen mit Martin Lunz.

Schlechte Karten für den Nachwuchs

Beselich: Jugendräume bleiben vorerst geschlossen

  • vonRobin Klöppel
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Corona-Pandemie legt die gemeindliche Jugendarbeit teilweise lahm.

Beselich -Die Zeit der Corona-Pandemie hat 2020 auch die Arbeit der Jugendpflege Beselich stark behindert. Wie Jugendpflegerin Christiane Hahnel am Dienstagabend im Sozial- und Jugendausschuss im Obertiefenbacher Bürgerhaus berichtete, sind aus diesem Grunde aktuell immer noch die gemeindlichen Jugendräume geschlossen und das Jugendforum noch nicht verwirklicht.

Dessen Gründung hat die Jugendpflege laut Hahnel vorbereitet, damit die Beselicher Jugend die Möglichkeit bekommt, künftig stärker Einfluss in der Gemeinde auf sie betreffende Entscheidungen zu nehmen. Das Jugendforum wird in einer der nächsten Sitzungen zunächst im Ausschuss vorgestellt und muss dann noch von der Gemeindevertretung genehmigt werden.

nicht komplett aus

Corona hat zudem dafür gesorgt, dass der neue Jugendraum in Schupbach noch nicht offiziell eröffnet ist. Christiane Hahnel berichtete, dass das Interesse an dem Jugendraum dort groß sei und allein 25 Interessenten zu dem ersten Vorgespräch gekommen seien. Später hätten die Jugendlichen dann zusammen Möbel selbst gebaut und den Raum nach ihren Wünschen dekoriert. Die Jugendpflegerin betonte, dass es Teil des Konzeptes sei, dass die künftigen Nutzer sich ihre Jugendräume selbst gestalten könnten. Denn dadurch würden sie sich mit den Räumen stärker identifizieren. "Der Jugendraum ist soweit fertig", sagte Hahnel. Jedoch mache es derzeit keinen Sinn, ihn zu eröffnen, weil er unter Corona-Bedingungen möglicherweise nur von drei Jugendliche gleichzeitig nutzbar wäre. Jugendräume seien aber dazu da, dass sich Jugendliche in größerer Runde treffen könnten. Die Jugendpflege sei aber in ständigem Austausch mit der Gemeinde, anderen Jugendpflegen sowie dem Jugendbildungswerk, um zu beraten, wann Jugendräume wieder eröffnet werden könnten.

Hahnel hoffte, dass Wege gefunden werden, die Jugendräume baldmöglichst wieder zu eröffnen. Die Schließung betrifft auch die Jugendräume in Obertiefenbach und Heckholzhausen. Der Raum in Obertiefenbach werde normalerweise gut angenommen und sei von den Jugendlichen auch neu dekoriert worden. In Heckholzhausen habe es zunächst, wie Hahnel erzählte, Probleme gegeben, Leute zu finden, die die Verantwortung für den Jugendraum übernehmen wollten. Nach intensiven Gesprächen seien aber doch noch Interessenten gefunden worden. Der Raum sei dann gut angenommen worden, bevor ein Wasserschaden für eine Schließung gesorgt habe. Der Wasserschaden sei, so die Jugendpflegerin, mittlerweile behoben. Jedoch sei der Raum durch Corona weiterhin geschlossen.

"Was Niedertiefenbach betrifft, hatte ich ein Gespräch mit Pfarrer Fuchs", erklärte Bürgermeister Michael Franz (parteilos). Er habe Andreas Fuchs, nachdem das Pfarrbüro aus dem Pfarrheim ausgezogen sei, gefragt, ob die Gemeinde die Räumlichkeiten zur Nutzung als Jugendraum anmieten könne. Der Pfarrer habe diese Idee auch positiv gesehen, sagte Franz. Er hoffe nun, dass die Gemeinde nach Beratungen der Sache in den Kirchengremien die Räumlichkeiten zum ersten oder zweiten Quartal 2021 anmieten könne.

Norbert Bandur (Bürgerliste) erkundigte sich, ob die Gemeinde in den Jugendräumen in Niedertiefenbach und Schupbach dieselben Probleme wie in Heckholzhausen erwartet, nämlich Verantwortliche zu finden. Bürgermeister Franz sagte, er glaube nicht, dass es in Schupbach Probleme geben werde. Dort sei die Altersstruktur der Interessenten anders als in Heckholzhausen; hier seien mehr ältere Jugendliche dabei. Was in Niedertiefenbach passieren wird, müsse abgewartet werden.

Christiane Hahnel merkte an, dass es sich als richtige Entscheidung erwiesen habe, im Gegensatz zu manch anderen Jugendpflegen der Region die Sommerferienspiele nicht ganz ausfallen zu lassen. Auf Ausflüge sei aber verzichtet und das Angebot auf 16 Angebote mit beschränkter Teilnehmerzahl geschrumpft worden. Überwiegend hätten sie im Freien stattgefunden; insgesamt gab es 70 Teilnehmer.

Die Vereine als Kooperationspartner hätten für die Veranstaltungen Hygienepläne erstellt. Unter Corona-Bedingungen hätten aber auch einige Vereine abgesagt, weil ihnen der Organisationsaufwand zu groß gewesen sei. Auf Nachfrage von Kai Speths (SPD) erklärte Hahnel, dass die Vereine von der Jugendpflege bei der Erstellung des Konzeptes unterstützt worden seien. Auch die aufsuchende Jugendarbeit war aufgrund von Corona durch die Jugendpflege nur eingeschränkt leistbar. Hahnel berichtete, dass man sich vor allem auf zugezogene ausländische Jugendliche konzentriert habe.

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