Kai Gerhardt (von links), Michael Franz, Andreas Ott und Bauleiter Helmut Talaska von der Albert Weil AG auf der Baustelle.
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Kai Gerhardt (von links), Michael Franz, Andreas Ott und Bauleiter Helmut Talaska von der Albert Weil AG auf der Baustelle.

Investition von 350 000 Euro

Beselich: Der Natur wird etwas zurückgegeben

  • vonRobin Klöppel
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Der Schupbach wird renaturiert. Dafür muss der alte Löschteich weichen.

Beselich -Der Ort Schupbach bekommt einen renaturierten Schupbach-Bachlauf sowie eine neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke darüber am Ortsausgang hinter der "Dampfmühle". Dafür muss aber das alte "Schwimmbad" weichen. All das kostet 350 000 Euro. 85 bis 90 Prozent der Kosten werden durch Zuschüsse abgedeckt.

"Bis 1980 sind im Schupbacher Löschteich viele Bürger geschwommen", berichtete Bauamtsleiter Andreas Ott bei einem Ortstermin. Es war damals seinen Aussagen nach der einzige Löschteich in der Region mit eigenem Sprungturm. Nun musste das alte Schupbacher "Schwimmbad" weichen, ebenso wie das Wehr des Schupbaches dahinter, damit der Bach wieder renaturiert werden kann.

Früher bauen für

höhere Förderung

"Mitte August soll die Maßnahme abgeschlossen sein", sagte Projektleiter Kai Gerhardt vom Büro Artec in Limburg. Bürgermeister Michael Franz (parteilos) erklärte, dass es Sinn ergebe, die Renaturierung jetzt anzupacken, bevor die Gemeinde dazu durch eine Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie gezwungen sei. Denn dementsprechend niedriger wäre später die Förderung ausgefallen. Dann hätte die Gemeinde viel Geld selbst für den Rückbau des Löschteichs und die Schaffung der linearen Durchgängigkeit des Wasserlaufes zahlen müssen.

Wie Bauamtsleiter Ott erläuterte, werde zur Herstellung der Wegeverbindung für Fußgänger und Radfahrer die Querung des Brandbaches mit einer neuen Brücke ausgestattet. Diese wird elf Meter lang und 1,50 Meter breit sein. Kai Gerhardt berichtete, dass das vor der Ortslage Schupbach liegende, nicht mehr standsichere Wehr des Baches zurückgebaut und als raue Gleite ausgebildet werde.

Die Fläche des früheren Schwimmbades soll dem Bachlauf künftig zur Ausbildung einer naturnahen Gestaltung sowie einer Vernetzung der Auenlandschaft dienen. Michael Franz denkt, dass einige der vorherigen Kritiker das Projekt am Ende doch positiv sehen würden, wenn der neue Bachlauf erst einmal bewachsen sei. Diesen Effekt habe es beim Rückbau des Löschteiches in Obertiefenbach auch gegeben. Franz dankte dem Planungsbüro Artec sowie der Limburger Baufirma Albert Weil für die hervorragende Arbeit. Daran sehe man, welche leistungsfähigen Unternehmen in der Region heimisch seien.

Bauamtsleiter Andreas Ott kann sich trotzdem gut vorstellen, dass viele Schupbacher das Verschwinden ihres ehemaligen "Schwimmbades" mit Wehmut sehen. Irgendwann sei es aber aufgrund schärferer Hygienevorschriften nicht mehr gegangen, die Bürger dort länger baden zu lassen. Als Badestelle sei dieser Ort früher bei den Bewohnern jedoch sehr begehrt gewesen.

Ott sagte aber auch, dass der Bereich um Schupbach stark von Spaziergängern und Radfahrern genutzt werde. Von daher würden sich diese sicher freuen, wenn die Flächen wieder naturnäher gestaltet würden, beispielsweise mit Totholz am Bachlauf. Als ob er die Worte des Bauamtsleiters gehört hätte, tauchte plötzlich ein blauer Eisvogel auf, dessen Art künftig auch am Schupbach wieder naturnahen Lebensraum vorfinden wird. "Mit dieser Maßnahme wird der Natur zurückgegeben, was sie vorher schon hatte", meinte Andreas Ott.

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