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Beselich prüft Waldkindergarten

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Von: Robin Klöppel

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Das Gemeindeparlament hat mehrheitlich einen Antrag der Fraktion der Neuen Mitte gebilligt, zu prüfen, ob die Einrichtung einer Waldkindergartengruppe in Beselich Sinn macht. Gegenstimmen gab es aus der CDU.

Das Gemeindeparlament hat mehrheitlich einen Antrag der Fraktion der Neuen Mitte gebilligt, zu prüfen, ob die Einrichtung einer Waldkindergartengruppe in Beselich Sinn macht. Gegenstimmen gab es aus der CDU.

Der Fraktionsvorsitzende der Neuen Mitte, Matthias Schenk, sagte, dass die Wünsche der Eltern bezüglich Kindergärten unterschiedlich seien. Manche wollten, dass ihre Kinder dort wohlbehütet sind, andere meinten, ihre Kinder dürften sich ruhig draußen dreckig machen. Deshalb wäre laut Schenk die Einrichtung einer Waldgruppe an einem Beselicher Kindergarten ein Kompromiss, um beide Lager zufriedenstellen zu können. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Kinder aus Waldgruppen bessere kognitive Fähigkeiten besäßen. Sie seien zudem in der Regel gesünder als Gleichaltrige und entwickelten ein besonderes Verhältnis zur Natur.

In der Kinderkrippe „Bärenhöhle“ gebe es bereits für die U-3-Kinder eine Waldgruppe, berichtete Schenk weiter. Für die dortigen Abgänger fehle bisher in Beselich ein Folgeangebot. „Eine Waldgruppe für die über Dreijährigen würde Beselich guttun“, meinte der Neue-Mitte-Vertreter.

CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Theo Schneider sagte, dass die CDU den Antrag nicht unterstützt. Es sei zwar richtig, dass der Aufenthalt in der Natur für Kinder wichtig sei, doch an den bestehenden Beselicher Kindergärten gebe es bereits ein hervorragendes waldpädagogisches Angebot. Die Erzieherinnen würden sich auch regelmäßig in diesem Bereich fachlich weiterbilden. Die Einstellung zusätzlicher Waldpädagogen werden den Kostenaufwand der Gemeinde nicht senken, sagte Schneider. Zudem gebe es derzeit drängendere Themen, die die Gemeinde erst einmal abarbeiten müsse. Mit Blick auf die demografische Entwicklung solle sich die Gemeinde, so Schneider, im Kindergartenbereich nicht selbst Konkurrenz machen.

Bernd Litzinger, Sprecher der Bürgerliste, betonte, seine Fraktion stimme dem Prüfantrag zu. Es mache Sinn, zu prüfen, ob Bedarf für die Einrichtung einer Waldgruppe in Beselich vorhanden sei. Und er denke schon, dass es ein großer Unterschied sei, ob die Kinder im normalen Kindergarten ab und zu mal in den Wald gehen oder in einer speziellen Waldgruppe betreut werden. SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Jahn betonte, er finde die Idee eines Waldkindergartens sehr sympathisch, da sie gut zu der ländlichen Region passe. Darum sollten die Möglichkeiten der Einrichtung jetzt als Teil des von der CDU gewünschten Kindergartengesamtkonzeptes geprüft werden. Ob für die Einrichtung des Waldkindergartens die Einstellung spezieller Betreuer notwendig sei, müsse erst noch abgewartet werden.

(rok)

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