+
Lisa I. und Daniel I. sind nicht nur im Karneval, sondern auch privat ein Paar.

Karnevalmajestäten

Für die Obertiefenbacher Majestäten Lisa I. und Daniel I. geht ein Jugendtraum in Erfüllung

  • schließen

Schon als Kinder haben sie davon geträumt, Prinz und Prinzessin zu sein. Für die Obertiefenbacher Karnevalsmajestäten Lisa I. und Daniel I. geht dieser Traum in Erfüllung.

Sie wollen Tradition erhalten und Spaß haben. Deshalb sind Daniel Schneider und Lisa Schäfer in der laufenden Kampagne das Obertiefenbacher Prinzenpaar. Sie werden Lisa I. und Daniel I. von der Pferderanch genannt, weil sie das gemeinsame Hobby Reiten teilen.

Daniels Familie besitzt sogar mehrere Pferde. Seine Tante Dorothee ist Olympiasiegerin im Dressurreiten. Der neue Obertiefenbacher Prinz wollte aber das Reiten nicht zu seinem Beruf machen und hat nach erfolgreich beendetem Studium des Internationalen Wirtschaftsingenieurwesens letztes Jahr eine Stelle als Produktmanager bei Harmonic Drive in Limburg begonnen.

Sie ist Tänzerin

Weil er an seiner Masterarbeit schrieb, konnte er nicht schon früher den Prinzen spielen, so dass Marie Tovornik als Prinzessin Marie I. vom Kies zwei Kampagnen lang die Prinzessin sein durfte. Daniel Schneider war es, wie er sagt, schon immer wichtig, im Dorf die Tradition hochzuhalten. Nach seiner Zeit als begeisterter Kirmesbursche sprach er Gardehauptmann Michael Kessler an, ob er noch neue Gardisten gebrauchen könne. Zuvor war er mit seinem Freund Florian Leber bei der Prinzessinnen-Kürung gewesen und hatte dabei eine Menge Spaß gehabt.

Mit fünf Kameraden seines Jahrgangs trat Daniel in die Garde ein. „Es sind alle noch dabei“, berichtet er stolz. Irgendwann fragte ihn Kessler, ob er sich vorstellen könne, in vier Jahren mal den Prinz zu machen. Der 26-Jährige konnte, da das schon sein geheimer Wunsch seit Kindertagen war. Und weil jemand anderes absprang, konnte er seinen Traum bereits ein Jahr früher als gedacht verwirklichen. Da hat es gepasst, dass er 2018 privat mit Lisa Schäfer ein Paar wurde.

Lisa hat dieselben privaten Interessen wie er. „Schon seitdem ich denken kann, bin ich in Tanzgruppen. Ich bin schon als kleines Kind in der Fastnacht aufgetreten“, erinnert sich die 21-jährige Lehramtsstudentin für Deutsch und Evangelische Religion zurück. Früher stand sie oft in der Kampagne mit der Showtanzgruppe „Atlantis“ aus Heckholzhausen auf der Bühne. Nach deren Auflösung wechselte sie zu den „Hypnotics“ in Gaudernbach. Und ruht ihre Tanzkarriere, solange sie in ihrem Heimatdorf Obertiefenbach Prinzessin ist? „Nein, die Termine liegen so gut, dass ich beides machen kann“, sagt Lisa I. Die Gaudernbacher Gruppe komme sogar zum Familienabend nach Obertiefenbach.

Was Lisa mit ihren Kolleginnen einstudiert hat? „Den Tanz ’Frozen Water‘, in dem es um Eis und Wasser geht.“ Die Prinzessin spielt sie nicht nur Daniel zuliebe. „Welches Mädchen wünscht sich nicht irgendwann mal Prinzessin zu sein?“, sagt sie. Daniel Schneider erging es ähnlich. Auch er war schon als Kind fastnachtsbegeistert. Daniel I. hat schon viel in der „Dejfemocher Fassenacht“ gemacht. Er hat die Kinderfastnacht moderiert und trat bei bunten Abenden mit der Sketchgruppe „Die Flotten Drei“ auf.

Das Besondere an dieser Kampagne ist, dass Lisa und Daniel – natürlich unterstützt von guten Kumpels – ihren Prinzenwagen selbst gebaut haben. „Das gab es noch nie in der Obertiefenbacher Fastnacht“, sagt Gardehauptmann Kessler stolz. Er findet es klasse, solch engagierte junge Menschen als Prinzenpaar gewonnen zu haben. Die Chemie mit den beiden habe von Anfang an gestimmt.

20 Termine

Gab es denn mal Prinzen oder Prinzessinnen, wo das überhaupt nicht der Fall war? Kessler schmunzelt. „Jeder hat so seine eigenen Vorstellungen, was er für ein Kostüm trägt, wer und wie groß sein Hofstaat sein soll. Aber was hinter den Kulissen los war, erzähle ich nicht.“ Verraten werden darf aber, dass die diesjährige Kampagne in Obertiefenbach unter dem Motto „Viva die Fassenacht“ steht. Lisa und Daniel wollen zu jedem Auftritt eine eigene Rede schreiben. Heute geht die heiße Phase mit einem Auftritt bei der Niedetiefenbacher Prinzessinnen-Kürung los. Bei 20 Terminen werden sie bis Aschermittwoch auftreten.

Franz-Josef Sehr, Vorsitzender der Fastnachtsgemeinschaft ist begeistert, dass sich jetzt schon 35 Nummern für den Umzug an Fastnachtssonntag in Obertiefenbach angemeldet haben. „Wir kriegen bei sechs Veranstaltungen in der Kampagne das Bürgerhaus voll“, verkündet Kessler stolz: „Ich glaube nicht, dass das ein anderes Dorf unserer Größe in der Region noch schafft.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare