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Rund 70 Demonstranten empfingen die Gemeindevertreter vor dem Beselicher Rathaus.

Geplanter Kalksteinbruch

Entscheidung vor der Sommerpause

Mit einem Dringlichkeitsantrag haben alle drei Fraktionen der Beselicher Gemeindevertretung am Montagabend das Thema Kalksteinbruch Hengen auf die Tagesordnung gehoben. Einstimmig entschieden sie, noch im April eine Bürgerversammlung zu dem Thema abzuhalten und kurz danach die Bürger nach ihrer Haltung zu befragen.

Die Sitzung der Beselicher Gemeindevertretung war am Montagabend besonders gut besucht. Rund 70 Zuschauer drängelten sich im hinteren Bereich des großen Saals im Rathaus. Sie hatten vor der Sitzung, ausgestattet mit Plakaten, Transparenten und Fackeln, die Gemeindevertreter vor dem Rathaus empfangen. Sie protestierten gegen den von der Firma Schaefer Kalk geplanten Kalksteinbruch Hengen zwischen Schupbach und Niedertiefenbach.

Der stand zunächst gar nicht auf der Tagesordnung, wurde aber einstimmig mit einem Dringlichkeitsantrag dann doch noch zum Thema gemacht. Die Gemeindevertreter aller drei Fraktionen forderten Christoph Heer, den Vorsitzenden des Gremiums auf, möglichst bis Mitte April eine zweite Bürgerversammlung zum Vorhaben in Hengen einzuberufen, bei der die Firma Schaefer Kalk ihre aktualisierten Pläne vorstellen und mit den Beselicher Bürgern diskutieren soll. Im Gespräch mit unserer Zeitung hatte Geschäftsführerin Heike Horn angekündigt, dass sich das Unternehmen an einer Bürgerversammlung beteiligen werde.

Weiter beauftragten die Gemeindevertreter den Gemeindevorstand damit, möglichst kurzfristig eine Bürgerbefragung in allen Ortsteilen auf die Beine zu stellen. Beides soll die Voraussetzung dafür sein, dass die Beselicher Gemeindevertretung noch vor der Sommerpause, in ihrer Sitzung am 18. Juni, darüber entscheiden kann, ob die Gemeinde der Firma Schaefer Kalk Flächen verkauft, die die unbedingt braucht, um den neuen Steinbruch Hengen eröffnen zu können. Konkret geht es um zwei Feldwege, die aber mitten im möglichen Steinbruch liegen.

Eine Frage, die in der Gemeinde seit Monaten intensiv diskutiert wird. Die Gegner fürchten unter anderem eine Verschandelung des Landschaftsbildes und Lärmbelästigungen der Anwohner. Die Befürworter argumentieren mit den Ausgleichszahlungen, die der Gemeinde jährlich etwa 70 000 Euro in die Kasse spülen würden, und mit der Zukunft für das Kalkwerk Steeden. Das müsste in etwa zehn Jahren geschlossen werden, wenn der Steinbruch nicht verwirklicht werden könnte, hatte Heike Horn angekündigt.

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