Verhandlungen gescheitert

Erweiterung des Gewerbegebiets Obertiefenbach stockt

Das Gewerbegebiet in Obertiefenbach kann nicht so erweitert werden, wie geplant. Ein Eigentümer der ins Auge gefassten Erweiterungsflächen will zum angebotenen Preis nicht verkaufen.

In Sachen Erweiterung des Gewerbegebiets in Obertiefenbach muss die Gemeinde Beselich umdenken. Aus dem Plan, die Fläche am nördlichen Ortsrand nach Norden zu erweitern, wird vorerst nichts. Man habe sich mit einem der rund zehn Grundstückseigentümern nicht auf einen Preis für den Verkauf der Flächen einigen können, teilte Bürgermeister Michael Franz während der jüngsten Gemeindevertretersitzung mit. Man müsse sich nun eine andere Lösung suchen.

Die Gemeindevertretung hatte vor einigen Jahren den Grundsatzbeschluss gefasst, das bestehende Gewerbegebiet zu erweitern und war nach verschiedenen Untersuchungen zu dem Schluss gekommen, dass eine Erweiterung gen Norden die beste Alternative sei. Die Erweiterung sollte in zwei Etappen, um jeweils fünf bis sieben Hektar, vonstattengehen. Dieses Vorgehen sei mit der Aufsichtsbehörde, dem Regierungspräsidium Gießen, abgesprochen, erklärte Bauamtsleiter Andreas Ott auf Anfrage dieser Zeitung. Die Flächen des Eigentümers, mit dem man sich nicht einig wurde, durchschnitten das etwa zwölf Hektar große Erweiterungsgebiet so ungünstig, dass es ohne sie an dieser Stelle nicht gehe. Man wolle dem Eigentümer aber auch nicht weiter im Preis entgegenkommen. Allen Eigentümern solle grundsätzlich der gleiche Quadratmeter-Preis bezahlen werden, betonte Ott. Wenn man wie von dem einen Eigentümer gefordert drauflege, würde das den Preis für die Erweiterungsflächen drastisch nach oben schrauben.

Nun werde daran gedacht, das Gewerbegebiet zunächst nach Westen zu erweitern. Die dortigen Flächen gehörten zu großen Teilen schon der Gemeinde. Allerdings stehe dort nur eine Fläche von rund drei Hektaren zur Verfügung. Eine andere – bisher noch nur theoretische – Alternative wäre eine sogenannte Baulandumlegung. Sie ist das Pendant zur Flurbereinigung in der Landwirtschaft. Grundstücke werden dabei so neu (zu-)geordnet, dass sie besser nutzbar sind. Das kann unter bestimmten Bedingungen auch ohne die Zustimmung der Grundstückseigentümer, die entweder mit Flächen oder Geld abgefunden werden, geschehen.

„Unser Ziel war, Einigkeit mit allen Betroffenen zu erreichen“, sagte Ott. Schon deshalb sei das Umlegungsverfahren im Moment noch nicht das Mittel der Wahl. Außerdem könne es beklagt werden, was zu einer jahrelangen Verzögerung führen könne. Andererseits entgehe den Grundstückseigentümern im Erweiterungsgebiet viel Geld, weil sie ihre Flächen nicht an die Gemeinde verkaufen könnten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare