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Wie hier in Obertiefenbach kann man in alten Häusern der Ortskerne gut Wohnraum schaffen.

Haupt- und Finanzausschuss

Gemeinde erstellt Leerstands-Kataster

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Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) der Gemeinde Beselich wünschen sich, dass die Gemeindeverwaltung im kommenden Jahr ein Leerstands-Kataster erstellt. Danach wollen die Mandatsträger im halbjährigen Rhythmus informiert werden.

Ziel des neuen Leerstandskatasters in Beselich ist die Belebung der Ortskerne in den vier Ortsteilen. „Die Frage ist, wie können wir künftig Leerstand vermeiden?“, fragte der Ausschussvorsitzende Bernd Müller (SPD) im Haupt- und Finanzausschuss.

Es mache auch Sinn, regelmäßig darauf zu schauen, wie sich Leerstand entwickele, meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Jahn. Er hält in der Verwaltung einen Leerstandsbeauftragten zur besseren Vermarktung leerstehender Gebäude für notwendig. Planungskosten für Umbauten sollten bei der Gemeinde förderfähig sein. Jahn hofft, dass erfolgreiche Projekte auch andere animierten, an Sanierungen heranzugehen.

Bauamtsleiter Andreas Ott sagte, dass Bauherren schon heute kostenlos über die Gemeinde Beratung bekämen. Gemeinsam werde geschaut, was aus einem Objekt sinnvoll gemacht werden könne. Bürgermeister Michael Franz (parteilos) sagte, dass die Gemeinde nicht einfach leerstehende Objekte anbieten könne, wenn die Besitzer sie nicht damit beauftragten. Es sei oft nicht zielführend, wenn die Gemeinde versuche, leerstehende Gebäude selbst anzukaufen. Wenn die Gemeinde komme, seien die Verkaufspreise gleich mal 20 bis 30 Prozent höher. Und wenn man dann die Abrisskosten dazurechne, könnten schnell 120 000 Euro an Steuergeldern weg sein, wenn die Gemeinde für den Weiterverkauf nur 40 000 Euro bekomme. Müller meinte, dass es weniger darum gehen solle, dass die Gemeinde selbst die Häuser ankaufe.

Informationen über den aktuellen Leerstand und dessen künftige Entwicklung seien aber zur Festlegung des weiteren Vorgehens wichtig. Andreas Ott betonte, dass die Verwaltung die letzten Jahre nicht geschlafen, sondern bereits einiges zur Belebung der Ortskerne beispielsweise durch Schaffung von Spiel- und Aufenthaltsräumen getan habe. Die Infrastruktur der Ortskerne bezeichnete Ott als gut.

Der Bürgermeister meinte: „Wir nehmen dafür schon mehr Geld als andere Kommunen in die Hand“. Wenn Hauseigentümer aber nicht mitziehen würden, könne die Gemeinde nichts machen. So sei das Interesse im Rahmen der Dorferneuerung Heckholzhausen für private Förderprojekte leider deutlich geringer als erhofft ausgefallen. Das Problem sei oft, dass es zwar einen Zuschuss gebe, die Forderungen für die Vergabe aber so hoch seien, dass die dadurch entstehenden Mehrkosten die Förderung wieder „auffressen“ würden.

Franz kündigte für die Februar-Sitzung an, das Leerstandskataster erstmalig vorzustellen. „Das wünsche wir uns alle, um Grundlagen zu haben“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Theo Schneider. Wenn es an den Ortsrändern weiter günstige Bauplätze gebe, werde niemand in den Ortskern gehen, denkt Schneider. Franz warnte davor, gar keine Bauplätze mehr anzubieten. Denn junge Leute, die sich selbst verwirklichen wollten, würden einfach von Beselich in andere Kommunen abwandern, wo es noch Neubaugebiete gebe.

Der Bürgermeister sagte, dass die Gemeinde nicht viel in Sachen Neubaugebieten tue. Seit 20 Jahren sei gerade erstmals wieder eine Fläche in Obertiefenbach erschlossen worden. Clara Klankert (CDU) sagte, die Leerstandsliste sei wichtig, sie müsse aber auch Folgen habe. Es müsse viel Werbung gemacht werden, dass sich im Denken der Menschen da wieder etwas ändere. Thomas Eller (CDU) sagte, dass zu einem attraktiven Dorf nicht nur attraktive Neubaugebiete, sondern genauso attraktive Ortskerne gehörten. Daher solle die Gemeinde schauen, wie sie private Projekte in Zukunft besser unterstützen könne. Bernd Litzinger, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste meinte, wenn die Fakten nächstes Jahr auf dem Tisch seien, müsse geschaut werden, wie die Sache am sinnvollsten angepackt werden könne.

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