Gute Noten für Gemeinde Beselich

Mit der Wohnqualität in ihrer Gemeinde sind 200 von der CDU befragte Beselicher sehr zufrieden. Kritisch sehen viele vor allem die Verkehrssituation.

Zufrieden mit der Resonanz auf ihre Bürgerbefragung zeigte sich die CDU Beselich. Von 2000 verschickten Fragebögen seien rund 200 ausgefüllt zurückgeschickt worden.

Gut zwei Drittel der Befragten schätzen die allgemeine Wohnqualität in Beselich als sehr gut oder gut ein, 26 Prozent halten sie für befriedigend und nur sieben Prozent halten sie für lediglich ausreichend oder mangelhaft. Knapp 88 Prozent der Befragten wollen die Eigenständigkeit der Gemeinde Beselich erhalten, die höchste Zustimmungsquote aller Fragen. Die CDU wertet dies als Plädoyer für eine weiterhin solide Haushaltspolitik und den Verzicht auf Schulden.

Zufrieden mit Franz

Gute Noten erhielt die katholische öffentliche Bücherei Obertiefenbach: 83 Prozent halten deren Angebot für sehr gut oder gut. Die Arbeit von Grundschule, Kindergärten und Kinderkrippe werden von 68 bis 74 Prozent positiv beurteilt. Ähnlich zufrieden sind die Befragten mit den Sportmöglichkeiten in Beselich, wobei einige ein vielfältigeres Angebot der Vereine oder mehr Aktivitäten für Senioren wünschen. Das kulturelle Angebot wird weniger positiv eingeschätzt. Nur 38 Prozent halten es für sehr gut/gut, aber knapp 30 Prozent für ausreichend oder mangelhaft.

Auf hohe Zustimmungswerte von über 70 Prozent kommen die Leistungen der Abfallwirtschaftsbetriebe in Beselich, wobei die Kompostierungsanlage deutlich kritischer gesehen wird, was die CDU auf die regelmäßige Geruchsbelästigung zurückführt.

Überwiegend zufrieden (74 Prozent) sind die Bürger mit den lokalen Einkaufsmöglichkeiten, vermisst wird aber ein Drogeriemarkt. Eine Lücke, die mit Eröffnung einer Rossmann-Filiale demnächst geschlossen werden soll. Einige Befragte beklagen eine Konzentration der Einkaufsmöglichkeiten auf Obertiefenbach, während kleinere Läden in den anderen Ortsteilen aussterben. Gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer schätzt die ärztliche Versorgung in Beselich als sehr gut/gut ein, 21 Prozent halten sie für ausreichend oder mangelhaft.

Die Arbeit von Bürgermeister Michael Franz (parteilos) bewerten 77 Prozent als sehr gut oder gut. Die Arbeit der Gemeindeverwaltung halten 44 Prozent für gut/sehr gut, 38 Prozent geben ihr die Note befriedigend. Mit den Reinigungsarbeiten auf den Friedhöfen sind mehr als zwei Drittel der Befragten sehr zufrieden oder zufrieden.

Die Umfrageergebnisse belegen nach Mitteilung der CDU auch die Bedeutung der Themen Arbeitsplätze und Wirtschaft am Standort Beselich. 33 Prozent der Befragten halten das Arbeitsplatzangebot in Beselich für lediglich ausreichend oder gar mangelhaft, 31 Prozent finden es sehr gut oder gut. Dem Handwerk- und Dienstleistungsbetrieben geben 41 Prozent die Note befriedigend, 36 Prozent sehr gut oder gut. Die Situation der Gewerbebetriebe in Beselich wird von 71 Prozent als sehr gut oder gut eingeschätzt. Mehr Arbeitsplätze in Beselich wird aber von vielen Befragten als wichtiges Ziel erwähnt. Sie wünschen sich, dass bei der Grundstücksvergabe im Gewerbegebiet neue und möglichst hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen. 69 Prozent der Umfrageteilnehmer sprechen sich zudem für eine Erweiterung des Gewerbegebiets in Beselich aus; 31 Prozent halten dies nicht für nötig.

Angebote durchwachsen

Die Umfrage förderte aber auch kritische Themenfelder zutage. 43 Prozent der Befragten halten die Angebote für Alleinerziehende für lediglich ausreichend oder gar mangelhaft; Angebote für behinderte Menschen werden von 59 Prozent als unzureichend betrachtet. Angebote für Singles und Jugendliche halten 38 Prozent für ausreichend und 36 Prozent für mangelhaft. Etwas zufriedener sind die Senioren: 35 Prozent halten die Angebote für sehr gut/gut, 33 Prozent für ausreichend oder mangelhaft. Das Angebot an Gaststätten und Restaurants wird überwiegend als befriedigend bis ausreichend beurteilt. Das „Kneipensterben“ der letzten Jahre wird bedauert. Auch der Wunsch nach mehr gastronomischer Vielfalt wurde geäußert.

Ein gemischtes Bild ergibt sich hinsichtlich der Verkehrssituation. Das Radwegenetz beurteilen 41 Prozent der Befragten als sehr gut/gut; knapp 30 Prozent finden es befriedigend. Auf der Wunschliste stehen ein besserer Radweg zwischen Obertiefenbach und Heckholzhausen und ein Fußgängerweg über die Brücke in Richtung Investzentrum. Das ÖPNV-Angebot wird von 37 Prozent mit ausreichend oder mangelhaft bewertet, vor allem die Wochenendverbindungen in Richtung Limburg könnten besser sein.

Kritisch sehen viele Beselicher, dass innerorts zu schnell gefahren werde, vor allem an den Ortseingängen und einigen Tempo-30-Zonen, an der Grundschule oder auf die Straße Oberdorf in Heckholzhausen. Auch die Parkplatzsituation im unteren Teil der Schupbacher Straße und die mangelnde Straßeneinsicht an der Einmündung Georg-Wagner-Straße/Hauptstraße wird als Gefahrenquelle moniert. Die CDU hat dazu bereits einen Prüfantrag gestellt. Als gefährlich gilt vielen die Bushaltestelle im Kreisverkehr zwischen Pfarrer-Heyer-Straße und Hauptstraße in Obertiefenbach sowie die Bushaltestelle Brückenstraße in Niedertiefenbach, wo haltende Busse trotz schlechter Sichtverhältnisse häufig überholt würden. Auch die Parkplatzsituation in der Grabenstraße in Niedertiefenbach sowie in der Steinbacher Straße in Obertiefenbach wurden kritisch erwähnt.

Die CDU schlägt vor, die mobile Geschwindigkeitsmessanlage häufiger einzusetzen und die Möglichkeiten für eine bessere Parksituation auszuloten. In den nächsten Monaten gelte es zu prüfen, wie und mit welchen finanziellen Mitteln die Lage verbessert werden kann. Wobei die CDU auch den Landkreis und die Privatwirtschaft in der Pflicht sieht. Außerdem sollen die Vereine eingebunden werden.

(nnp)

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