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Blick auf das Investzentrum Beselich: Nach anderthalb Jahrzehnten ist das Gewerbegebiet voll.

Investzentrum

Beselich will das Gewerbegebiet an der B 49 um elf Hektar vergrößern

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Die Gemeinde Beselich will ihr Gewerbegebiet an der B 49 um elf Hektar vergrößern und damit eine vor rund anderthalb Jahrzehnten begonnene Erfolgsgeschichte fortsetzen.

Kein freies Grundstück mehr ist im Beselicher Gewerbegebiet, dem Investzentrum an der B 49, vorhanden. „Wir sind voll“, sagt Bürgermeister Michael Franz. Die letzte Fläche von rund 25 000 Quadratmetern wurde erst kürzlich verkauft; der Kaufvertrag soll in diesen Tagen unterschrieben werden. Dann geht nichts mehr in dem rund 20 Hektar großen Gelände. Um weitere Betriebe ansiedeln zu können, gibt es für die Gemeinde Beselich, so Franz, nur einen Weg: Das Investzentrum soll wachsen. Elf Hektar zusätzlich sind in der Gemarkung „Auf dem Springberg“ geplant.

Dafür will die Gemeinde laut Franz noch in diesem Jahr beim Regierungspräsidium (RP) Gießen vorstellig werden und einen Abweichungsantrag vom Regionalplan Mittelhessen stellen. Denn eigentlich stehen der Gemeinde derzeit keine weiteren Gewerbeflächen zur Verfügung. Franz zeigt sich aber zuversichtlich, dass das RP sich dem Wunsch der Gemeinde nach Gewerbeansiedlungen nicht verschließen und zumindest einen Großteil der beantragten Flächen genehmigen wird. Interessenten gebe es jedenfalls schon jetzt genug, versichert der Bürgermeister.

Verkehrsgünstige Lage

Eine Nachfrage, die in Zeiten einer immer noch guten Wirtschaftskonjunktur kaum verwunderlich sei. Denn das Beselicher Investzentrum gehöre zu den am verkehrsgünstigsten gelegenen Gewerbegebieten im Landkreis: Es liegt direkt an der B 49, nur wenige Autominuten von der wichtigen Nord-Süd-Achse A 3 entfernt. Auch die A 45 und der Raum Wetzlar/Gießen seien über die in weiten Abschnitten bereits vierstreifig ausgebaute Bundesstraße gut erreichbar.

Bis es mit der Erweiterung des Investzentrums so weit ist, dürften nach Einschätzung von Michael Franz aber noch mindestens zwei Jahre ins Land gehen. Die Gemeinde muss die notwendigen Grundstücke ankaufen, wobei die ersten Gespräche bereits geführt worden seien. Wenn der Abweichungsantrag genehmigt wird, muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Eine Erfolgsgeschichte

Beim Zuschnitt der Grundstücksflächen will die Gemeinde – wie bisher auch – flexibel sein, um sowohl für mittelgroße als auch für große Betriebe interessant zu sein. An Kleingewerben mit geringem Flächenbedarf bestehe weniger Interesse; dafür sei das Investzentrum wohl eher ungeeignet, sagt Franz. Die Erschließung wolle die Gemeinde daher zunächst auch „minimalistisch“ gestalten. Die Straßen in dem künftigen Gewerbegebiet sollen sich an dem entstehenden Bedarf orientieren.

Aus Sicht der Kommune ist das Gewerbegebiet eine Erfolgsgeschichte, wie Franz erläutert. Zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts unter seinem Vorvorgänger Martin Rudersdorf auf den Weg gebracht, nahm die Nachfrage nach zunächst verhaltenem Auftakt im Laufe von anderthalb Jahrzehnten deutlich Fahrt auf. Allein in den vergangenen fünf Jahren habe die Gemeinde Gewerbeflächen von rund 65 000 Quadratmetern verkaufen können, sagt Franz. Insgesamt standen 200 000 Quadratmeter zur Verfügung. Meilensteine der Firmenansiedlungen waren beispielsweise das Autohaus Orth, das vorher in der Ortsmitte von Obertiefenbach beheimatet war, und die Niederlassung der Weilburger Coatings 2015, die hier ein großes Logistikzentrum errichtet hat.

Und was bringt das Investzentrum den Bürgern der Gemeinde Beselich? Für Franz ist die Antwort klar: „Heimatnahe Arbeitsplätze“, sagt er. Damit werde Beselich auch als Wohnort attraktiv, denn das Ziel der Gemeinde sei es, junge Menschen im Ort zu halten und neu anzusiedeln. Es sei schon ein großer Unterschied, ob jemand nur wenige Minuten zur Arbeit ins Beselicher Investzentrum fährt oder weite Strecken ins Rhein-Main-Gebiet oder nach Koblenz auf sich nimmt. Ein Aspekt, der das Investzentrum nicht nur für die kleine Gemeinde Beselich, sondern auch für die gesamte Region attraktiv mache, so Franz. „Letztlich geht es darum, die Gesamtregion zu stärken.“

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