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Bauamtsleiter Andreas Ott, Landschaftsplanerin Anja Reymann und Bürgermeister Michael Franz (von links) erläuterten die Neugestaltung des Friedhofs Niedertiefenbach.

Neugestaltung des Friedhofs in Niedertiefenbach ist weit vorangekommen -

Letzte Ruhe in lauschiger Park-Atmosphäre

  • Rolf Goeckel
    vonRolf Goeckel
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Urnenbestattung ausgeweitet

Gut zwei Jahre nach der Vorstellung des Konzepts ist die Neugestaltung des Niedertiefenbacher Friedhofs weit vorangekommen und in Teilen bereits abgeschlossen. Das Ergebnis präsentierten jetzt die von der Gemeinde Beselich beauftragte Landschaftsplanerin Anja Reymann von "Renatur" Selters gemeinsam mit Bürgermeister Michael Franz (parteilos) und Bauamtsleiter Andreas Ott. Ziel des Gestaltungskonzeptes sei es gewesen, dem Niedertiefenbacher Friedhof einen parkähnlichen Charakter zu verleihen, neue Bestattungsformen anzubieten und den Vorplatz der Trauerhalle neu zu pflastern, erläuterte Michael Franz. Die in den zurückliegenden Monaten verwirklichten Veränderungen fallen dem Besucher schon beim Betreten des Gottesackers ins Auge: Der neu gepflasterte Platz vor der Trauerhalle hat deutlich an optischer Weite gewonnen und bewegt sich damit "weg vom herkömmlichen quadratisch, praktisch gut", wie Michael Franz kommentierte. Realisiert wurde dies mit einem großformatigen Pflasterbelag, der die alten unterschiedlichen Plattenbeläge und das Betonpflaster ersetzt.

Hochstaudenbeet

wird ein Blickfang

Deutlich ausgeweitet wurde auf dem Friedhof die Möglichkeit der Urnenbestattung. So wurden an der Wand der Trauerhalle 16 Urnenwürfel aus Granit zu einer Urnenwand aufgebaut, die in den nächsten Jahren beidseitig noch um weitere 16 Urnenkammern erweitert werden kann, erklärte Anja Reymann. Damit, so Franz, sei einem Wunsch aus der Bevölkerung entsprochen worden.

Ein Blickfang soll das neue Hochstaudenbeet mit Naturbasaltsäulen auf der Freifläche neben dem Vorplatz werden. Dort sind Urnen-Erdröhren aus Edelstahl eingebaut, die jeweils Platz für zwei Urnen haben und mit einem geschmackvoll gestalteten Bronzeguss-Deckel verschlossen werden. Auch anonyme Bestattungen sollen hier möglich sein. Um das Hochbeet herum führt ein geschwungener Weg, der als wassergebundene Decke hergestellt und mit Basaltsteinen eingefasst wurde. Der äußere Ring in Richtung Wäldchen bleibt für klassische Erdgräber reserviert.

Bestattung

unter Bäumen

Voll im Trend liegt derzeit die Bestattung unter Bäumen - ein Umstand, dem auch der Niedertiefenbacher Friedhof insofern Rechnung trägt, als um die vorhandene Linde weitere Urnen-Erdröhren angeordnet wurden. Platz genug für insgesamt 28 Grabstätten, so Reymann. Zusätzlich soll ein Baum gepflanzt werden, um dessen Stamm herum Urnen-Erdgräber angeordnet werden sollen.

Als zusätzliche Leistung wurden zwei Kriegsgräber und vier Pfarrergräber abgebaut. Während die Grabmale der Kriegsgräber nun an der Gedenkstätte vor der Trauerhalle stehen, werden die Grabmale der Pfarrergräber halbkreisförmig um das zentrale Kreuz auf dem hinteren Teil des Friedhofs angeordnet. Die Kriegsgräber und die Pfarrergräber konnten, so Franz, aufgelöst werden, nachdem die letzten noch lebenden Angehörigen dem zugestimmt hatten.

Auf Wunsch der Bevölkerung wird es in Zukunft laut Franz mehr Licht in der zurzeit stockdunklen Trauerhalle geben. Dazu sollen Fenster in das Gebäude geschnitten werden, kündigte der Bürgermeister an.

Nicht ganz wunschgemäß verlief allerdings die Entwicklung der Kosten für die Friedhofsneugestaltung. Die erste Kostenschätzung belief sich auf rund 77 700 Euro netto, nach Erstellen eines Leistungsverzeichnisses wurden die Kosten auf 81 200 Euro netto geschätzt. Aktuell belaufen sich die Kosten auf 97 600 Euro, wobei alleine der Auftrag für die Freiflächengestaltung eine Summe von 80 600 Euro ausmachte. Kostensteigernd wirkten sich zusätzliche Arbeiten aus, die ursprünglich nicht eingeplant waren. Die Urnenwand schlug mit 15 900 Euro netto zu Buche.

Abgeschlossen ist die Neugestaltung des Friedhofs damit aber noch lange nicht. Franz erklärte, dass in Zehn-Jahres-Abschnitten die letzte Ruhestätte der Niedertiefenbacher Zug um Zug umgestaltet werden soll.

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