Es soll geprüft werden, ob eine Einbahnstraßen-Regelung in der Bäckergasse sinnvoll ist.
+
Es soll geprüft werden, ob eine Einbahnstraßen-Regelung in der Bäckergasse sinnvoll ist.

Eine andere Verkehrsführung in Obertiefenbach? Jetzt wird geprüft

Mario Becker plädiert für Einbahnstraßen

  • Rolf Goeckel
    VonRolf Goeckel
    schließen

Nur verhaltene Zustimmung für Vorstoß der Neu-Parlamentarier von "Wir für Beselich"

Die neu im Beselicher Gemeindeparlament vertretene Wir-Fraktion ("Wir für Beselich") hat in der jüngste Sitzung beantragt, dass zwei Straßen in Obertiefenbach in Einbahnstraßen umgewandelt werden sollen. Es geht um die Bäckergasse und die Borngasse.

In der Bäckergasse, so der Wir-Fraktionsvorsitzende Mario Becker, werde die rechte Fahrbahnseite zwischen Hauptstraße und Am Sportplatz nahezu durchgängig und ganztägig durch parkende Fahrzeuge blockiert. Die verbleibende Fahrbahnbreite mache es unmöglich, dass zwei Fahrzeuge aneinander vorbeifahren können. "Die Verkehrssituation stellt hier häufig ein Risiko dar", sagte Becker. Wenn man die Schwere des Eingriffs, den eine Einbahnstraßenregelung bedeuten würde mit dem Nutzen abwäge, spreche dies deutlich für den Einrichtungsverkehr, meinte Becker. Er erwarte, dass sich die Verkehrssituation erheblich verbessern würde, wobei die Belastung für den Auer Weg - über diesen würde der Verkehr von der Straße am Sportplatz in Richtung L 3022 abfließen - eher gering sei. Becker betonte allerdings, dass die Einbahnregelung in beide Richtungen geprüft werden soll, wobei er andeutete, dass der Verkehr aus seiner Sicht am besten von der Hauptstraße in Richtung Am Sportplatz fließen sollte.

Verkehrsaufkommen

eher gering

Eine ähnliche Situation wie in der Bäckergasse liegt laut Becker in der Borngasse vor. Auch hier blockierten geparkte Fahrzeuge fast durchgängig den ganzen Tag lang die rechte Straßenseite zwischen Hauptstraße und Georg-Wagner-Straße bis zum Abzweig Sacker Weg. Da das Verkehrsaufkommen in Richtung Steinbacher Straße eher gering sei, seien durch eine Einbahnregelung nur wenige Beeinträchtigungen zu erwarten, so Mario Becker.

Die übrigen Parlamentsfraktion hatten allerdings Bedenken wegen des Wir-Antrags. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Theo Schneider forderte, dass das Prüfverfahren ohne Festlegung einer Fahrtrichtung vorgenommen wird. Außerdem müsse auch untersucht werden, wie sich eine veränderte Straßenführung auf andere Straßenverbindungen und den Verkehrsfluss auswirken. "Zumal in der Bäckergasse bereits der angrenzende Auer Weg am Kindergarten als Einbahnstraße ausgewiesen ist", so Schneider. Dieselben Vorbehalte äußerte der CDU-Fraktionschef auch mit Blick auf die Borngasse.

Bedenken hatte auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Jahn. In Beselich gebe es eine Vielzahl von kleinen Straßen und Gassen, in denen ein Begegnungsverkehr nicht möglich sei. "Wir würden hier vielleicht Präzedenzfälle schaffen", sagte Jahn. "Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist." Wenn einzelne Straßen in eine Richtung zugemacht werden, würden womöglich andere Straßen unnötig belastet, befürchtete er. "Ich sehe das sehr verhalten."

Der BLB-Fraktionsvorsitzende Bernd Litzinger sah zwar auch, dass eine Lösung der "extremen Verkehrssituation" in der Bäckergasse und der "katastrophalen" Lage in der Borngasse dringend erforderlich sei. Allerdings sah er Schwierigkeiten auf die Gemeinde zukommen. So sei zu befürchten, dass ein Fahrverbot der Bäckergasse aus Richtung Hauptstraße dazu führen wird, dass die Eltern, die ihre Kinder im Kindergarten abgeben wollen, Umwege über den Grüner Weg oder die Straße Am Siechhaus sowie über die L 3022 in Kauf nehmen müssen. Da der Auer Weg bereits eine Einbahnstraße sei, werde die Lösungsfindung sehr erschwert.

Im Falle der Borngasse sprach sich Litzinger gegen eine Ableitung des Verkehrs über den "extrem engen" Sacker Weg aus, zumal die Einmündung in die Steinbacher Straße wegen der geringen Sicht "äußerst gefährlich" sei. Auch sei zu befürchten, dass Autofahrer, die zur B 49 fahren wollen, länger durch den Ortsbereich fahren müssten. "Aus diesen Gründen sehen wir in dem Vorschlag keine praktikable Lösung, sondern eher eine Verlagerung des Gefahrenpotenzials", sagte Litzinger. Eine Änderung könne noch problematischer sein als die jetzige Situation in der Borngasse. Der BLB-Vorsitzende empfahl daher, einen Verkehrsplaner einzuschalten. Bürgermeister Michael Franz (parteilos) versicherte, dass eine Straße nie einzeln, sondern immer mit dem gesamten Umfeld betrachtet werde. "Verkehr, den wir wegnehmen, muss irgendwo hin", fasste Franz zusammen.

Becker räumte ein, dass auch seine Fraktion die Problematik sehe. Die Alternative wäre allerdings Nichtstun, für ihn nicht akzeptabel. Deshalb sollte eine Lösung geprüft werden, warb er um Zustimmung. Das Parlament erteilte schließlich dem Gemeindevorstand mit 17 Ja- Stimmen und sechs Enthaltungen der SPD einen Prüfauftrag für eine Einbahnregelung in der Bäckergasse. Für den entsprechenden Auftrag für die Borngasse stimmten 16 Parlamentsmitglieder, sieben enthielten sich. Rolf Goeckel

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare