+
Untersuchungen mit dem Stethoskop gibt es derzeit noch in zwei Beselicher Hausarztpraxen. Die Suche nach Medizinern, die bereit sind, sich in der Gemeinde niederzulassen, geht aber weiter.

Weitere Gespräche

Suche nach Hausärzten geht weiter

Bei der Suche nach Hausärzten für die Gemeinde sollten Gemeindevertretung und Ausschüsse auf den Bürgermeister vertrauen und sich selber zurückhalten. Das forderte Beselichs Bürgermeister Michael Franz in der Sitzung des Sozialausschusses am Dienstag. Unterstützung erhielt er von den CDU-Vertretern.

Zwei Hausarztpraxen gibt es in Beselich – noch. Und in der Gemeinde geht die Sorge um, dass sich die medizinische Versorgung in relativ kurzer deutlich verschlechtern könnte. Das Thema ist nicht neu, schon vor drei Jahren – damals gab es noch vier Allgemeinärzte in Beselich – hatte Bürgermeister Michael Franz (parteilos) Ärzte und Apotheker zum runden Tisch gebeten. Seitdem sei nicht viel passiert. Jedenfalls nichts, was für die Bürger und für die Gemeindevertreter wahrnehmbar sei, monierte Norbert Bandur (Bürgerliste Beselich, BLB), der Vorsitzende des Sozialausschusses der Gemeindevertretung am Dienstag. Die Gemeindevertretung hatte in ihrer Sitzung im März das Thema in den Ausschuss verwiesen.

Über das Problem an sich ist man sich in Beselich weitgehend einig: Neue Ärzte müssen her. Über den besten Weg dorthin herrscht weniger Einigkeit. Ginge es nach Bürgermeister Michael Franz (parteilos), sollte man ihn einfach machen lassen. „Der Bürgermeister arbeitet an solchen Sachen auch ohne Anträge der Fraktionen und auch dann, wenn man nach außen nichts davon hört.“ Er sei in der Frage einer Ansiedlung von Ärzten ständig unterwegs, besuche Fachveranstaltungen, knüpfe Netzwerke und stehe in Gesprächen. Die jüngsten Gespräche liefen seit Anfang des Jahres. Näheres, – nachgebohrt hatte Kai Speth (SPD) – gebe es nach „zwei losen Gesprächen“ nicht zu berichten, auch nicht, ob die Gesprächspartner Ärzte, Investoren oder andere denkbare Kooperationspartner seien. Dies vor allem, um die Interessenten nicht abzuschrecken. Er sei froh, dass er diese Gesprächspartner überhaupt habe. Nun sei es wichtig, den Kontakt auf unbestimmte Zeit sorgfältig, mit dem nötigen Respekt, der nötigen Zurückhaltung und vor allem ohne Druck zu pflegen.

Das bedeute aber auch, dass sich der Rest der Gemeinde raushalten sollte. Der Vorschlag von Bandur, zur nächsten Ausschusssitzung zu diesem Thema Bürgermeister einzuladen, die erfolgreich Hausärzte angesiedelt hätten, ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) gebaut haben oder es gar betreiben, sei kontraproduktiv. Die Gefahr, seine Gesprächspartner zu vergraulen sei „sehr nahe liegend“.

Diskussionsansätze des Ausschussleiters, ob ein solches Zentrum nicht die bessere Alternative zu den bisherigen Praxen sei, erstickte Franz schon im Keim. Man brauche erst diejenigen, die einziehen, bevor man ein Haus baue. Sprich, es mache keinen Sinn, sich besondere Angebote für ansiedlungswillige Mediziner auszudenken, solange man nicht wisse, welcher Arzt sich überhaupt für die Gemeinde interessiere.

Karola Loh (BLB) warnte davor, sich auf ein MVZ festzulegen. „Das ist ein ganz heißes Thema.“ Nicht jeder Arzt wolle sich die Konkurrenz vor die eigene Praxistüre holen. Außerdem müsse man sich auch andere Berufsgruppen wie Apotheker oder Physiotherapeuten mit ins Boot holen, was zusätzlich schwierig werden könne.

Es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, als Arbeitgeberin zu agieren, sagte Christoph Heep (CDU). Es seien vor allem die heute in der Gemeinde praktizierenden Ärzte, die ein elementares Interesse daran hätten, einen Nachfolger zu finden. Die Gemeinde könne sie dabei bestmöglich unterstützen – mehr nicht. Andere Bürgermeister bräuchten nicht zu einer Ausschusssitzung eingeladen werden, die könne Franz anrufen, wenn er sich davon etwas verspreche.

Am Schluss verständigten sich die Ausschussmitglieder darauf, das Thema Hausarztversorgung irgendwann wieder auf die Tagesordnung zu heben. Bis dahin kann Bürgermeister Michael Franz seine Gespräche ungestört weiterführen. Beschlussempfehlungen für die Gemeindevertretung oder Auflagen wurden nicht formuliert.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare